Die ältesten deutschen Kernkraftwerke müssen möglicherweise binnen kurzer Zeit vom Netz. Eine Entscheidung könnte bald fallen.
Die sieben ältesten deutschen Kernkraftwerke müssen möglicherweise binnen fünf Jahren vom Netz. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung sieht das ein Vorstoß des Bundesumweltministeriums vor, über den derzeit in der Bundesregierung verhandelt wird. Demnach sollen die Betreiber der Anlagen nur fünf Jahre Zeit erhalten, ihre Kernkraftwerke gegen gezielte Terrorangriffe aus der Luft zu schützen. Maßstab soll ein gezielter Absturz eines Airbus-Flugzeugs vom Typ A 320 sein. Die älteren deutschen Reaktoren sind für solche Kräfte nicht ausgelegt, sie müssten mit einer völlig neuen Hülle ausgerüstet werden. Eine Entscheidung könnte schon am Sonntag fallen: Dann will die Bundesregierung in einer Spitzenrunde die zentralen Fragen rund um Atomkraft klären.
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Nach dem Gutachten zu den Energieszenarien halten sich die Vorteile von Laufzeitverlängerungen bei den Atomkraftwerken in Grenzen. (© dpa)
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In den Ländern rührt sich Widerstand gegen den geplanten Terrorschutz. "Der Schutz vor Flugzeugabstürzen ist keine Frage der baulichen Nachrüstung, sondern eine Frage der Luftsicherheit", sagte Bayerns Umweltminister Markus Söder der SZ. Dies gelte etwa für die Chemieindustrie heute schon. "Die Standortländer sind grundlegend irritiert über ständig neue Vorschläge aus dem Bundesumweltministerium", sagte Söder. Ohnehin ist unter Juristen umstritten, ob der A 320 der richtige Maßstab ist - oder ob ein entsprechendes Gesetz nicht den größten Airbus-Jet, den A380 zum Maßstab nehmen müsste. Dem aber hielte kaum ein Reaktor stand.
Unterdessen zeichnet sich auch eine Obergrenze für die geplanten Laufzeit-Verlängerungen ab. Nach SZ-Informationen haben sich die für Verfassungsfragen zuständigen Ministerien für Inneres und Justiz darauf geeinigt, aus juristischen Gründen dafür höchstens ein Drittel der bisherigen Laufzeit von 32 Jahren zu empfehlen. Das bedeutet, dass die Reaktoren durchschnittlich etwa zehn Jahre länger am Netz bleiben könnten.
Nur so lässt sich nach Auffassung der Ministerien das Atomgesetz ohne Vetorecht der Länder ändern. Mehrere Bundesländer haben eine Verfassungsklage angekündigt, sollte der Bundesrat bei der Entscheidung umgangen werden. SPD, Grüne und Linkspartei könnten dort längere Laufzeiten verhindern. Merkel hatte zuvor schon deutlich gemacht, dass sie sich über das Votum der beiden Ressorts nicht hinwegsetzen würde.
Angesichts schärferer Auflagen wird damit eine differenzierte Lösung wahrscheinlicher. Zwar würde der Bund den Kernkraftwerken jeweils Strommengen für zehn weitere Jahre zuteilen. Sollten aber die sieben ältesten Meiler vorzeitig stillgelegt werden, könnte die Betreiber die Strommengen auf jüngere Anlagen übertragen - so sieht es das Atomgesetz vor. Faktisch liefe das auf deutlich größere Verlängerung für die neueren Kernkraftwerke hinaus. Sie könnten damit womöglich bis zum Jahr 2040 laufen.
Für differenzierte Laufzeiten will auch Bayern eintreten - allerdings weitaus höher. So schlägt Söder vor, die sieben ältesten Kernkraftwerke zehn Jahre, die neuen aber 15 Jahre länger laufen zu lassen. "Das dürfte ausreichen, um in der Zwischenzeit eine stabile und bezahlbare Versorgung mit Erneuerbaren Energien aufzubauen", sagte Söder. In Bayern wäre damit lediglich Isar 1 von einer vorzeitigen Abschaltung betroffen.
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"Endlagerung technisch nicht gelöst"
Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor ungeklärten Risiken der Kernkraft
17. Juli 2008
[ngo/ddp] Das Bundesamt für Strahlenschutz hat angesichts der neuen Atomdebatte vor ungeklärten Risiken der Kernkraft gewarnt. Die Endlagerung des hochgefährlichen Materials sei entgegen Aussagen von Atomkraft-Befürwortern noch nicht einmal technisch gelöst, sagte Behördenchef Wolfram König der "Westfälischen Rundschau". "Weltweit gibt es bis jetzt kein einziges Endlager für hoch radioaktive Abfälle." Auch daher sollte am vereinbarten Atomausstieg festgehalten werden.
In Deutschland wird Atommüll bisher an zentralen Zwischenlagern Ahaus, Gorleben und Lubmin sowie dezentralen Zwischenlagern an Standorten der Kernkraftwerke aufbewahrt. Als mögliche Endlagerstätte für radioaktive Abfälle wird seit 1979 nur der Salzstock Gorleben in Niedersachsen geprüft.
"Es gibt bisher keinen Sicherheitsnachweis für Gorleben als unterirdisches Endlager hoch radioaktiven Atommülls", sagte König. Dafür seien noch mindestens 15 Jahre nötig.
Laufzeitverlängerung unverantwortbar - alte Meiler sind unsicher
ddp | 09.07.2010
Berlin - Laut eines Gutachtens von Sicherheitsexperten wäre eine Laufzeitverlängerung der ältesten deutschen Atommeiler unverantwortbar. Dies berichtet am Freitag der Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin in Berufung auf ein Gutachten. Die Grünen hatten die Studie bei dem Beratungsbüro Renneberg Consult in Auftrag gegeben.
Besonders bei den acht ältesten Anlagen (Biblis A, Biblis B, Neckarwestheim I, Unterweser, Brunsbüttel, Krümmel, Isar I und Philippsburg I) würde eine Laufzeitverlängerung das allgemeine Risiko des Betriebs von Atomkraftwerken überproportional erhöhen, heißt es in dem Gutachten. Auch die bereits diskutierten Nachrüstungsprogramme blieben hinter den modernsten Sicherheitsstandards zurück.
"Die Behauptung, Deutschland habe die sichersten Anlagen der Welt ist eine Lüge", schlussfolgerte Trittin. Das durch eine Laufzeitverlängerung entstehende Sicherheitsrisiko werde in Kauf genommen, damit die Energieunternehmen weiterhin billigen Strom exportieren könnten. Das habe mit Planungssicherheit nichts zu tun.
Laut Atomausstieg sollte das Risiko durch den Weiterbetrieb der ältesten Anlagen nur noch für eine Übergangszeit geduldet werden. Die schwarz-gelbe Koalition hatte angekündigt, sich für eine deutliche Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke einzusetzen. Innerhalb des Regierungslagers gibt es aber Streit über die Dauer einer Laufzeitverlängerung.
"Ohnehin ist unter Juristen umstritten, ob der A 320 der richtige Maßstab ist - oder ob ein entsprechendes Gesetz nicht den größten Airbus-Jet, den A380 zum Maßstab nehmen müsste."
Liebe Terroristen, wenn ihr das nächste mal einen Anschlag mit einem Flugzeug plant, nehmt doch bitte, bitte keinen A380. Das wär echt unfair!
JA JA, träumt schön weiter!!
Nur bis 2040 werden die Schwarz-Gelben halt nicht an der Macht sein!! Die haben ja Glück, wenn sie es bist 2013 durchhalten.
1.) werden die Grünen in den nächsten BT-Wahlkampf mit genau diesem Thema ziehen und
2.) soviel hinzu gewinnen, dass CDU/CSU/FDP keine Mehrheiten mehr haben und
3.) werden die Grünen dann wieder den Ausstieg vom Ausstieg rückgängig machen.
4.) hierzu nehme ich schon jetzt Wetten an.
will man die laufzeiten verlängern, um den strompreis halbwegs stabil zu halten, darf man keinerlei abgaben für die stromkonzerne draufsatteln, da diese verzögerungsfrei an die stromkunden weitergereicht werden, rwe baut jetzt schon vor und erhöht gegen den trend an der strombörse die preise.
bis jetzt gelten die verträge zur abschaltung, haltet euch dran.
Paging