Atomkonflikt Nordkorea ließ Treffen mit Pence kurzfristig platzen

  • Am Rande der Winterspiele hätte beinahe ein hochrangiges Treffen zwischen den USA und Nordkorea stattgefunden.
  • Die Nordkoreaner sagten das geplante Gespräch zwischen US-Vizepräsident Mike Pence und Kim Jong Uns Schwester in letzter Minute ab.

US-Vizepräsident Mike Pence war bereit, Vertreter Nordkoreas zu treffen. Ein Gespräch während der Olympischen Winterspielen in Südkorea sei jedoch wegen Nordkorea nicht zustande gekommen, wie Pences Stabschef Nick Ayers bestätigte. Nordkorea habe den Termin kurzfristig abgesagt.

Die Washington Post berichtet über die Details. Demnach hätte sich Pence am Tag nach der Olympia-Eröffnungsfeier mit Kim Yo Jong treffen sollen, der jüngeren Schwester des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un. Auch der protokollarische Staatschef Kim Yong-Nam war als Teilnehmer vorgesehen. Südkoreanische Vertreter hätten der Begegnung nicht beigewohnt.

Die Nordkoreaner sagten allerdings zwei Stunden vor dem Termin ab. Pence hatte wenige Tage zuvor erklärt, die USA bereiteten die "härtesten und aggressivsten Sanktionen" gegen Nordkorea vor und das "mörderische Regime" heftig kritisiert.

Zugleich hatte Kims Schwester den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in zu Gesprächen eingeladen. Diese leichte Annäherung der Nachbarn stand im Kontrast zur Rhetorik Washingtons, die auf eine Isolierung Nordkoreas zielt.

Kein Verhandlungsangebot

Das Treffen sei kein Verhandlungsangebot gewesen, hieß es aus US-Regierungskreisen. Vielmehr sei Pences Auftrag gewesen, nochmals persönlich die harte amerikanische Haltung deutlich zu machen.

Wegen des international geächteten Raketen- und Atomprogramms Nordkoreas hatten sich die Spannungen zwischen der Führung in Pjöngjang und den USA im vergangenen Jahr immer weiter erhöht. Beide Seiten überzogen sich gegenseitig mit massiven Drohungen, darunter auch persönliche Beleidigungen zwischen Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump.

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