"Der Umweltminister schürt Ängste und macht die Öffentlichkeit verrückt": Im Streit um die Panne im Atomkraftwerk Krümmel hat die Union Sigmar Gabriel erneut angegriffen.
Nach der jüngsten Panne im Atomkraftwerk Krümmel wirft die Union Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vor, das Thema Kernkraft für den Bundestagswahl auszunutzen. "Gabriel spielt den Wahlkämpfer und er hat wohl keine anderen Themen", sagte Baden- Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) der Frankfurter Rundschau.
Vom Koalitionspartner scharf kritisiert: Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). (© Foto: dpa)
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Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, hat Gabriel vorgeworfen, die Angst vor Atomkraftwerken zu schüren. Nach den Problemen im Atomkraftwerk Krümmel müsse "die Politik bestehende Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen", sagte Ramsauer der Passauer Neuen Presse. Er fügte aber hinzu: "Wir sollten dennoch einen kühlen Kopf bewahren. Der Umweltminister schürt Ängste und macht die Öffentlichkeit verrückt, nur weil es Probleme mit einem Trafo im konventionellen Teil des Kraftwerks gegeben hat."
Für Ramsauer hat der Fall Krümmel bewiesen, dass die Technik der Notabschaltung funktioniere. "Die Kernkraftwerke sind die best überwachten Anlagen in Deutschland. Herr Gabriel instrumentalisiert jeden kleinen Fehler in einem Kernkraftwerk für den Wahlkampf. Das werden wir ihm und der SPD nicht durchgehen lassen", sagte Ramsauer.
Gönner lehnte wie zuvor auch andere Unionspolitiker Gabriels Vorschlag, die Atomaufsicht dem Bund zu übertragen, erneut ab. "Eine Zentralisierung der Aufsicht, wie von ihm gefordert, ist Unsinn." Nach der Panne im Atommeiler Krümmel (Schleswig-Holstein) hatte Gabriel erklärt, den Ländern die Aufsicht über die Atomkraftwerke entziehen zu wollen. Insgesamt laufen noch 17 Atommeiler in Deutschland.
Der schwedische Konzern Vattenfall gerät nach dem Abschalten von Krümmel unterdessen zunehmend unter Druck. Vattenfall-Europachef Tuomo Hatakka will sich heute in Berlin äußern. Ein Trafo-Kurzschluss hatte am Samstag zu einer Schnellabschaltung des Reaktors geführt. Gönner sagte, es sei schwer nachvollziehbar, "wie nach zwei Jahren angeblicher Generalüberholung ein solches Ereignis passieren kann." Krümmel war im Sommer 2007 nach einem ähnlichen Vorfall vom Netz gegangen und erst vor kurzem wieder angefahren worden.
Gönner bekräftige dennoch die Unions-Forderung nach längeren Laufzeiten. Sie forderte aber einen Fonds, in den die Stromkonzerne bei einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken die Hälfte ihrer Zusatzgewinne einzahlen. Mit diesem Geld sollten erneuerbare Energien gefördert werden. Das Geld solle aber nicht von den Energiekonzernen verwaltet werden.
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(dpa/af/ihe)
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"Dann noch behaupten es gäbe kein Endlager, obwohl Trittin und Konsorten die Erkundung von Gorleben gestoppt haben, das zeugt schon von Ignoranz erster Güte."
A propos "Ignoranz erster Güte" : In Gortleben verbuddelt wäre also alles gut gewesen? Wahrscheinlich "noch sicherer" als in Asse? Man hätte also nur für ein paar Milliönchen "weiter erkunden" müssen und - schwuppdiwupp - hätte man dort (mit einerWahrscheinlichkeit, die den Kostenaufwadt rechtfertigt) auf einmal geologische Besonderheiten gefunden, die in Punkto ENDlagerung DEN Stein der Weisen dargestellt hätten? Zum einen vermute ich mal, daß Sie auf jeden Fall nicht aus der Umgebung kommen, zum anderern bin ich mir sehr sicher, daß Sie in Bezug auf Ignoranz selbst durchaus fundierte "Kenntnisse" aufweisen können.
In Bezug auf die von von Ihnen angeführte Studie: Eine statistische Berechnung, bei der MIT WASSERKRAFT erzeugter Strom eine höhere CO2-Bilanz aufweist als AKW-Strom sollte einen schon sehr stutzig machen und Zweifel wecken: Selbst, wenn ich den Kraftwerksbau mit einrechne, der bei WKWs jedenfalls nicht entscheidend höher sein dürfte, so stehen dem geringeren Ertrag jedenfalls um vielfaches längere "Laufzeiten" bei keinerlei "Brennstoffabbau/transporten" gegenüber - außerdem berücksichtigt die Berechnung nur die AKW-Versorgung mit "frischen" Brennstäben und läßt (bewußt?) sämtlichen nachgeschalteten Kosten ("End"lagerung, RÜCKBAU AKWs) "angenehm" außen vor..
Das ein AKW in seiner gesamtheit nicht CO2 frei ist ist klar. Aber welche Erzeugungsform ist das schon? Auszug aus einer Studie des Öko-Instituts:
http://www.co2-handel.de/media/07/10_dokumente/41_Studien/Energie/okoinstitut_treibhausgasemissionen_vermeidungskosten.pdf
AKW CO2 Äquivalent/kWh: 32
Solar CO2 Äquivalent/kWh: 101
Gabriel hat sicherlich Einiges in letzter Zeit von sich gegeben, was ich aber nicht gelesen habe. Die Bedenken von mir und wahrscheinlich den meisten Anderen, die der Atomkraft von Tag zu Tag weniger trauen, wurden ausschließlich durch das unverschämte und vielleicht sogar dummdreiste vorgehen Einzelner Verantwortlicher der Atomindustrie verursacht.
Wie sehr die Tatsache, dass die Abschaltung von Krümmel ein Beweis für die Zuverlässigkeit dieses einen Teilbereiches einer umfangreichen Funktion ist, oder evtl. nur unsagbares Glück, vermag ich sicherlich nicht zu beurteilen (und Ramsauer sicherlich ebenso wenig).
Was aber speziell an diesem Fall immer deutlicher wird, ist, dass die Energie- und speziell die Atom-Wirtschaft im Prinzip machen, was sie wollen, und Auflagen nicht nachkommen, solange auch nur die geringste Chance zu Lüge und Vertuschung besteht.
Niemand, nicht mal die Grünen will und kann alle AKW auf einmal abschalten, jede Behauptung in die Richtung ist grundlegend falsch. Aber die eher linksgerichteten Parteien haben erkannt, dass ein Ausstieg ernsthaft vorangetrieben werden muss. Schließlich wird in punkto CO2-Freiheit der AWK, Subventionen ("nur" bei den neuen Technologien) und Sicherheit von Seiten der Industrie-subventionierten konservativen und sog. liberalen kubikmeterweise Sand in die Augen gestreut. Hier wird wissentlich gelogen, und leider kommt man damit auch nach 20 Jahren noch durch.
Auch der Markt für regenerative Energien regelt sich nach Angebot und Nachfrage. Und ein Schub bei der Entwicklung von entsprechenden Technologien ist ja wirklich nicht mehr von der Hand zu weisen. Ich denke, hier wird der Grundkurs Physik nicht ausreichen. Übrigens, wenn die Politik kein rechten Druck auf die Energieerzeuger aufbauen will, machen es die konventionellen Erzeuger selbst. Was in 10 Jahren an Entwicklungsarbeit stattfinden wird, wer will das jetzt beurteilen. Es werden aber sicher neue Triebkräfte entstehen.
@limeswaechter01
weil ich dann statt 30 min mit auto 1,45 stunden mit Rad/Bus/Bahn/Bus/Taxi unterwegs bin. (Landei)
War ja nur bildlich dargestellt was die Rot/Grünen wollen: Am besten alle AKWs auf einmal abschalten und den Stom nahtlos mit Wind/Solar etc ersetzen. Die regenerativen sind halt nicht soweit und werden es in 10 Jahren (bezahlbar) auch nicht sein. Physik Grundkurs. Was bleibt: Importe aus zwielichtigen Quellen und Kohle. Toll.
Paging