Unmoralisches Angebot in der Atomdebatte Sex gegen Veto: Roche lockt Wulff

Provokateurin Charlotte Roche bietet Christian Wulff an, "mit ihm ins Bett zu gehen". Voraussetzung für das Tête-à-Tête: Der Bundespräsident muss dem Atomgesetz der schwarz-gelben Koalition seine Unterschrift verweigern.

Charlotte Roche hat sich in ihrem Kampf gegen die Atomkraft mit einem unmoralischen Angebot zu Wort gemeldet: Die Buchautorin ("Feuchtgebiete") bietet Bundespräsident Christian Wulff Sex mit ihr an, wenn er das Gesetz mit den längeren Akw-Laufzeiten ablehnt. "Ich würde anbieten, mit ihm ins Bett zu gehen, wenn er es nicht unterschreibt", sagte die 32-Jährige dem Spiegel. Sie habe schon mit ihrem Mann darüber gesprochen, er sei einverstanden.

Nun müsse nur noch "die First Lady zustimmen. Ich habe auch Tattoos", sagte Roche dem Magazin mit Blick auf den Körperschmuck, das sich Präsidentingattin Bettina Wulff am rechten Oberarm tätowieren ließ.

Als Image-Kampagne will Roche die Aufforderung an Wulff jedoch nicht verstanden wissen: "Es ist nicht so, dass aus der Schamlippenexpertin nun die Atom-Protestlerin geworden ist", versichterte sie im Interview. "Das sind alles Bilder, die andere von mir produzieren und mit denen ich nichts zu tun habe."

Vergangene Woche hatte Roche beim Protest gegen den Castor-Transport nach Gorleben noch medienwirksam zum strafbaren "Schottern" aufgerufen, dem Entfernen von Steinen aus dem Gleisbett, um die Zugstrecke zu blockieren. Im Interview mit sueddeutsche.de betonte Roche jedoch, dass dabei keine Steine fliegen dürften: "Wenn jemand mit nackten Händen Steine wegschaufelt wie ein grabendes Erdmännchen, dann ist das friedlich und absolut legitim."

Mit ihrem Engagement rief Roche in der Vergangenheit auch Kritiker auf den Plan: Die Bild-Zeitung und die FAZ etwa stellten fest, dass Roche keine Belege für ihre These liefere, dass viele Polizisten nach dem Castor-Einsatz an Leukämie erkranken würden.

Roche hatte als Gast von Globalisierungsgegnern an einer Kundgebung im Wendland teilgenommen. Die 32-Jährige ist Mitglied bei Attac und gilt als vehemente Atomkraft-Gegnerin.

Wulff muss noch vor Ablauf des Jahres entscheiden, ob das Atomgesetz rechtmäßig zustande gekommen ist und ob es von Union und FDP ohne Zustimmung des Bundesrats durchgesetzt werden kann. Es sieht längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke vor und soll zum 1. Januar 2011 in Kraft treten.

Entgleisung im Wendland

mehr...