Gefangen in der Bürokratie: Deutschland schiebt zwar immer weniger Afghanen in ihre Heimat ab. Ein sicheres Leben führen Flüchtlinge dennoch nicht. Das zeigt der Fall des jungen Samargol Zadran.
Die Angst, sagt Samargol Zadran, bestimmt sein Leben. Als er noch klein war und auf dem Hof der Eltern im Südosten Afghanistans lebte, war es die Angst vor den feindlichen Stämmen, die rechts und links des Dorfes lebten, den bäuerlichen Betrieb bedrohten und schließlich seinen ältesten Bruder ermordeten. Jetzt ist es die Angst vor einem Brief des Regierungspräsidiums Freiburg.
"Ich habe einfach kein Glück", sagt der afghanische Flüchtling Samargol Zadran, der derzeit nahe Freiburg lebt - und auf einen Aufenthaltstitel hofft. (© Foto: oh)
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Von der dortigen Ausländerbehörde wird Samargol Zadran in den nächsten Wochen einen Bescheid über seinen Asylfolgeantrag erhalten. Wenn der negativ ist, so droht dem 23-jährigen Afghanen, der derzeit nahe Freiburg lebt, die Abschiebung in das vom Bürgerkrieg zerrüttete Heimatland.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt 188 Entscheidungen über Asylanträge von Afghanen getroffen. 35 Flüchtlingen wurde der Abschiebeschutz verweigert. Noch im Vorjahr war die Quote deutlich höher.
Lage in Afghanistan: knapper Wohnraum, Versorgungsengpässe, Krankheiten
Das liegt auch daran, dass sich die Situation in Afghanistan seither verschlechtert hat. Nach Einschätzung des Auswärtigen Amts ist die Lage "desolat": Vier Millionen vornehmlich aus Pakistan zurückgekehrte Flüchtlinge stellten das Land vor große Herausforderungen. In Kabul verfügt jeder Vierte weder über eine winterfeste Bleibe, noch über regelmäßigen Zugang zu Trinkwasser. Wohnraum ist knapp, viele Menschen hausen in Ruinen. Infektionskrankheiten sind verbreitet, die Versorgung mit Nahrung und Medizin ist unzureichend. Nach Einschätzung des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR) ist eine Besserung nicht in Sicht, da sich Hilfsorganisationen zurückziehen - aus Sicherheitsbedenken. "Erhebliche Teile von Afghanistan sind nach wie vor aktive Kampfgebiete oder befinden sich nicht unter der operativen Kontrolle der Regierung", heißt es in einem Bericht des UNHCR vom Januar dieses Jahres.
Vor allem Rückkehrer, die keinerlei familiäre Kontakte in dem Land haben, werden es schwer haben zu überleben, warnen Hilfsorganisationen. Auch Samargol Zadran hat, wie er sagt, niemanden mehr in Afghanistan. Er kam vor fünf Jahren nach Deutschland: Nachdem feindliche Stämme auch ihn angegriffen hatten, flüchtete die Familie zunächst nach Pakistan. Seine Mutter und sein jüngster Bruder leben noch immer dort - illegal. Sein Vater und ein anderer Bruder wurden ermordet. Zadran gelangte mit einem Schleuser in den Iran - und von dort im Sommer 2003 nach Deutschland.
Warum nach Deutschland? Zadran zögert nur kurz: Als kleiner Junge, erzählt er, hatte er eine Jacke, darauf war eine deutsche Fahne genäht. Sein Vater habe ihm damals gesagt, dass Deutschland ein gutes, ein sicheres Land sei. Er solle versuchen, sich dahin durchzuschlagen. In ein Land, in dem es nicht nur warme Jacken, sondern auch Freiheit gab.
Zwischen Paragraphen und humanitären Argumenten
Inzwischen hat der afghanische Flüchtling auch gelernt: Deutschland ist ein Land der Bürokratie. Sein erster Asylantrag wurde im September 2004 abgelehnt. 14 Tage hatte er Zeit, um einen Folgeantrag zu stellen; nach 22 Tagen sagte ihm ein Bekannter: Der Brief von der Ausländerbehörde ist wichtig, den hättest Du nicht wegschmeißen dürfen. Seitdem hebt Zadran alle Bescheide auf.
Die Härtefallkommission des Landes Baden-Württemberg, ein Gremium aus neun ehrenamtlichen Mitarbeitern, das dem Innenministerium zugeordnet ist, aber unabhängig arbeit, hat vor etwa einem Jahr empfohlen, dem Afghanen den Aufenthalt in Deutschland zu gewähren. Er habe sich gut integriert, besuche erstmals im Leben eine Schule, arbeite als Küchenhelfer in einer Pizzeria.
Doch Innenminister Heribert Rech (CDU) hat entgegen der Empfehlung entschieden - und Zadran eine Aufenthaltsgenehmigung verweigert, was prinzipiell zwar möglich, praktisch jedoch selten ist: In nur sechs von 50 Fällen hat das baden-württembergische Innenministerium im vergangenen Jahr Aufenthaltstitel verweigert, obwohl sich die Kommission dafür ausgesprochen hatte.
"Aus humanitärer Sicht dürfte man Herrn Zadran nicht abschieben. Was soll er in Afghanistan, wo er keinerlei Perspektive hat? Aus juristischer Sicht jedoch spricht nichts gegen die Abschiebung", beschreibt Jama Maqsudi, Sozialarbeiter bei der deutsch-afghanischen Flüchtlingshilfe in Stuttgart, das Dilemma - und fügt hinzu: "Und eine rein rechtliche Entscheidung ist ja keine falsche Entscheidung."
Lesen Sie auf der zweiten Seite, welch kräftige Unterstützung Samargol Zadran in seinem Kampf für einen Aufenthaltstitel hat - und warum ihm das im Zweifelsfall gar nichts nützt.
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Naja tappy, Sie wissen schon worauf ich hinauswill. Einzelne Auszüge aus dem Grundbuch sind nicht das Thema, sondern der Trend. In 20 Jahren werden vielleicht auch Sie mir zustimmen, dass das keine schöne Zukunft mehr ist.
Vielleicht können Sie mir aber hier helfen: Ich frage mich z.B. generell, was ein "Migrant" (übersetzt: Wanderer) ist. Wandert der nur noch richtungslos vor sich hin? Früher gab es Immigranten (wandern also irgendwo hinein) und Emigranten (die aus- oder hinauswandern). Wer früher mal Ausländer war, ist nun also pauschal zum Wanderer erklärt worden. Was will uns der Künstler damit sagen?
Die zahlreichen Umbenennungen ein und derselben Personengruppe innerhalb von 10 Jahren sind schon faszinierend
@ Willy13
Dann nennen Sie doch einfach mal ein Beispiel wo einem Deutschen das Land gestohlen wurde vom bösen Migranten.
@ Morcar
Indizien für den Untergang deutscher Kultur gibt es tatsächlich. "Kriesengebiet" oder "Uhreinwohner" künden davon. Das erklärt vielleicht auch unseren "Physikernotstand".
Wo nehmen Sie denn die hier behaupteten Zahlen her? Ich wäre Ihnen für eine überprüfbare Quellenangabe sehr dankbar.
Im Übrigen halte ich den gesamten Stil Ihres Postings, für überaus gefährlich, da er sich nur schwer von rechtsradi.aler Propaganda unterscheiden lässt.
Innerhalb von 50 Jahren ist der anteil von Migranten in der Bevölkerung von 1% auf 30% gestiegen. Laut Statistik sind Deutsche hier in 50 Jahren eine Minderheit. Die Migranen sehen sich selber weder als Deutsche noch wollen sie unser Art zu leben fortführen. Da dieser Prozess aber unumkehrbar ist kann man da sowiso nichts mehr machen ausser Staunen und frösteln.
Einwanderung in Europa heist momentan jeden aus jedem Kriesengebiet aufnehmen. Das ist suizid der Europäischen Kulturen.
Ich wette in 50-100 Jahren wird Europa von seinen Uhreinwohnern gesäubert.
Gernot Erler (MdB der SPD) und Kerstin Andreae (MdB B90/Grüne) beschweren sich üb die bürojratische Umsetzung von Vorschriften, die bundesweit gelten. Und wer, meine lieben MdB, hat diese Vorschriften zu verantworten? Richtig, Sie selber! Es ist eine ungeheure Frechheit, restrikte Vorschriften in die Welt zu setzen, deren Anwendung aber anzuprangern, wenn ein Mensch aus dem eigenen Wahlkreis betroffen ist. Die ausführende Gewalt (sprich Exekutive oder Verwaltung) kann nicht besser sein als die rechtsetzende Gewalt (sprich Legislative). Sollten doch die beiden MdB erst einmal auf ihrer Ebene versuchen, zu ihren Vorstellungen entsprechenden Vorschriften zu kommen. Hier aber der Verwaltung den vermeintlich Schwarzen Peter zuzuspielen, ist im groben Maße unlauter und feige. Aber kann von beiden etwas anderes erwarten?
Paging