Panama Papers Die Eigentümerstruktur wurde durch ein kompliziertes Konstrukt verschleiert

Ob dieser Plan, den der Anwalt aus Aserbaidschan bei Mossack Fonseca vorgelegt hat, jemals umgesetzt wurde, lässt sich aus den Panama Papers nicht nachvollziehen. Klar ist aber, dass die Eigentümerstruktur der Ata-Holding durch ein kompliziertes Konstrukt verschleiert wurde, wie aus einem Diagramm in den geleakten Dokument hervorgeht. Nur wer diese dreifache Schutzschicht durchdringt, kann die Besitzverhältnisse nachvollziehen: Die Mehrheit an der Ata-Holding gehörte wohl einer britischen Holding; diese Holding wiederum gehörte der FM Management in Panama, die Mammadow aufgesetzt hatte; und diese Firma in Panama wurde von der Stiftung UF Universe Foundation kontrolliert.

Im Jahr 2007 wurden die Verhältnisse dann neu geordnet und die Stiftung, an der die Kinder des Präsidenten beteiligt werden sollten, wurde vorübergehend geschlossen, ehe sie dann den geleakten Dokumenten zufolge sieben Jahre später wieder reaktiviert wurde. Heute ist die Ata-Holding nach eigenen Angaben zu 51 Prozent im Besitz einer Firma namens Hughson Management Inc. Und wer wiederum kontrolliert dieses Unternehmen? In einem Brief von Mossack Fonseca, der aus dem Jahr 2010 datiert ist, werden als Direktoren der Firma die beiden Präsidententöchter genannt: Leyla und Arzu. Außerdem jener Freund der Familie, ein Geschäftsmann aus der Schweiz. Ob das Trio heute noch diese Funktion innehat, lässt sich aus den Daten nicht nachvollziehen.

Außerdem geht aus den Unterlagen hervor, dass die Präsidenten-Töchter Leyla und Arzu offenbar zwei bislang unbekannte und auf den Britischen Jungferninseln registrierte Firmen kontrolliert haben. Sie heißen Kingsview Developments Limited und Exaltation Limited. Letztere wurde den Dokumenten zufolge im Januar 2015 gegründet, um darin eine britische Immobilie im Wert von mehr als einer Million Dollar zu verbergen.

Auf eine Anfrage der Süddeutschen Zeitung und des Internationalen Konsortiums für Investigative Journalisten reagierten die beiden Frauen und der Schweizer Geschäftsmann nicht. Als Reaktion auf frühere Enthüllungen zu Briefkastenfirmen hatte ein Sprecher des Präsidenten mitgeteilt, Leyla und Arzu seien erwachsen und hätten das Recht, Geschäfte zu machen. Vor einigen Tagen sagte ein Sprecher Alijews dem Fernsehsender Euronews, dass "alle Firmen" von Angehörigen des Präsidenten "völlig legal und transparent" seien.

"Es ist nicht ungewöhnlich, dass Herrscherfamilien und Clans ihre wirtschaftliche Macht teilen, damit ihr Regime an der Macht bleibt", sagt Richard D. Kauzlarich. Der Amerikaner ist außerordentlicher Professor an der George Mason University und war von 1994 bis 1997 Botschafter der USA in Baku. "In Aserbaidschan", sagt Kauzlarich, "ist dieses System sicher perfektioniert worden."

Mitarbeit: Will Fitzgibbon, Miranda Patrucic, Marcos García Rey

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