Nach seinem triumphalen Wahlsieg hat der bisherige Hollywood-Schauspieler versprochen, er werde Investitionen und Jobs zurückholen. Außerdem wolle er das Vertrauen in die Regierung wiederherstellen. "Ich will ein Gouverneur für das Volk sein und jeden repräsentieren", sagte er.

(SZ vom 09.10.2003) - Schwarzenegger, der als Kandidat der Republikaner bei der vorgezogenen Gouverneurswahl angetreten war, erhielt 48,1 Prozent der Stimmen. Unmittelbar zuvor war der bisherige Amtsinhaber Gray Davis von den Wählern im bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA abgesetzt worden.

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Der designierte Gouverneur Schwarzenegger kündigte in der Nacht zum Mittwoch in Los Angeles eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Kräften im demokratisch beherrschten kalifornischen Parlament an. "Morgen wird die harte Arbeit beginnen", sagte er.

48,1 Prozent für Schwarzenegger

Der Hollywood-Star wird im November die Regierungsgeschäfte in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento übernehmen. Schwarzenegger dankte den Wählern für ihr Vertrauen: "Ich bin mit absolut nichts nach Kalifornien gekommen, und Kalifornien hat mir absolut alles gegeben."

Schwarzenegger lag am Mittwoch nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen mit 48,1 Prozent uneinholbar in Führung. Der bisherige Vizegouverneur Cruz Bustamante von den Demokraten kam nach Angaben der Wahlbehörden mit 32,2 Prozent weit abgeschlagen auf den zweiten Platz. Der abgewählte Gouverneur Davis von den Demokraten gratulierte dem aus Österreich stammenden früheren Bodybuilder und versprach eine reibungslose Machtübergabe. Die Wahlbeteiligung lag zwischen 65 und 70 Prozent und damit so hoch wie seit 1982 nicht mehr.

Dramatische Haushaltskrise

Konkrete Vorschläge zur Verbesserung der maroden Wirtschaft in Kalifornien oder zur Eindämmung des Haushaltsdefizits in Höhe von 38 Milliarden Dollar machte Schwarzenegger kaum. Der 56-Jährige hatte lediglich angekündigt, dass er die kürzlich beschlossene unpopuläre Verdreifachung der Kraftfahrzeug-Steuer zurücknehmen werde.

US-Präsident George Bush erklärte am Wahltag, er wolle mit Schwarzenegger "unbedingt" zusammenarbeiten. Der Schauspieler habe "einen interessanten Wahlkampf geführt und die Aufmerksamkeit von vielen Menschen geweckt".

Der bisherige Amtsinhaber Davis ist der erste Gouverneur in der Geschichte der USA seit 1921, der von den Wählern vorzeitig abgesetzt wurde. Erst vor elf Monaten war er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden. Für seine Absetzung sprachen sich nun nach Angaben der Wahlbehörden fast 55 Prozent der Wähler aus. Die Kalifornier machten ihn vor allem für die dramatische Haushaltskrise in dem Bundesstaat verantwortlich.

Davis verlor bei Hispanics und Gewerkschaftlern

Davis war durch eine Unterschriftensammlung zu den vorgezogenen Neuwahlen gezwungen worden. Nach ersten Analysen wandten sich bei der Abstimmung am Dienstag insbesondere mexikanische Einwanderer und Mitglieder der Gewerkschaften von Davis ab.

Kalifornien ist politisch von großer Bedeutung in den USA. Der Staat stellt 55 Wahlmänner-fast ein Fünftel der notwendigen Stimmen, um die Präsidentenwahl im kommenden Jahr zu gewinnen.

Das Ergebnis der Abstimmung in dem Westküsten-Staat war mit Spannung erwartet worden, nachdem Schwarzenegger in den letzten Tagen vor der Wahl bei den Umfragewerten eingebüßt hatte. Grund waren offensichtlich die in der Schlussphase des Wahlkampfs verstärkten Vorwürfe wegen sexueller Belästigung. Schwarzenegger sprach von einer "Schmutzkampagne" der Demokraten, räumte zugleich aber ein, sich "manchmal schlecht benommen" zu haben.

Österreich stolz auf Schwarzenegger

Schwarzeneggers Wahlsieg in Kalifornien wurde in seinem Heimatland Österreich mit großer Freude aufgenommen. Bundespräsident Thomas Klestil gratulierte dem neuen Gouverneur mit den Worten: "Wir sind alle stolz auf dich." Klestil dankte Schwarzenegger dafür, dass er sich stets zu seiner alten Heimat bekannt habe. Glückwünsche kamen auch von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

Außenministerin Benita Ferrero-Waldner sagte, "der Erfolg führt Amerika und der Welt vor Augen, wie tüchtig Österreicher weltweit sind". Weil Schwarzenegger in Österreich geboren wurde, bleibt ihm allerdings das US Präsidentenamt trotz seines Wahlsieges versperrt.

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