Bei dem Sonderparteitag der Republikaner wird Hollywood-Star und US-Gouverneur Arnold Schwarzenegger als Hauptredner der so genannten Nacht des "Mitgefühls" auftreten.
Man fragt sich schon, wie man 350.000 Dollar Spesen in nur drei Tagen ausgeben kann, und zwar selbst dann, wenn man Arnold Schwarzenegger heißt und mit großer Entourage zum republikanischen Nominierungsparteitag nach New York reist.
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Aber das Büro des Gouverneurs von Kalifornien teilt lediglich mit, dass jeder Cent für diese Reise von Privatfirmen bezahlt werde, dass ein paar Ölfirmen, Pharmakonzerne und Hollywood-Unternehmen gespendet hätten, damit Gouverneur Schwarzenegger standesgemäß nach New York reisen konnte.
In der Nacht zum Mittwoch wird er dort eine 20-minütige Rede halten. "Prime Time", wie es in seinem Programm dazu knapp heißt, Auftritt zur wichtigsten Sendezeit.
Arnold Schwarzenegger hat um diesen Auftritt niemals betteln müssen. Er sagte nur einmal: "Wenn die Partei klug ist, lässt sie mich während der Prime Time reden." Und nun wird er auf der Bühne im Madison Square Garden stehen, in derselben Nacht, in der auch die First Lady Laura Bush reden soll.
Schwarzenegger soll der Hauptredner der so genannten Nacht des "Mitgefühls" werden, er ist der Rockstar unter den Gemäßigten, denen diesmal die Bühne des Parteitags fast alleine gehört.
Schwarzenegger soll also eine Partei präsentieren, die nicht spaltet, sondern eint, die für die Schwarzen da ist, für die Schwachen, die Arbeitslosen, die Immigranten, die Schwulen, Lesben und Abtreibungsbefürworter, die eigentlich zum klassischen Klientel der demokratischen Partei gehören.
Der kalifornische Gouverneur wird dabei vor allem über sein Leben reden, seine schwere Jugend in Österreich und seine märchenhafte Karriere in den Vereinigten Staaten. Er wird sagen, wie er als kleines Kind in Europa um seine Individualität fürchten musste, und wie er dann endlich nach Amerika kam mit einem Namen, der für Amerikaner eigentlich unaussprechlich ist.
Er wird erzählen, wie er Englisch lernte, wie er an den Stahlstangen von Venice Beach seinen Körper formte, wie er Mr. Universum und Mr. Olympia wurde, ins Filmgeschäft einstieg und der teuerste Schauspieler aller Zeiten wurde.
Seit fast einem Jahr ist er nun Gouverneur von Kalifornien, und wenn Kalifornien der Superlativ des amerikanischen Traums ist, dann ist Schwarzenegger der ultimative Kalifornier. Mit seiner Geschichte, das weiß auch Bush, lässt sich dieses riesige Land zusammenhalten.
Eine besondere Nähe zwischen Bush und Schwarzenegger hat sich dennoch nie entwickelt. Einmal hieß es sogar, George Bush senior habe zwischen beiden Männern vermitteln müssen. Schwarzenegger hat Bush zwar Unterstützung für den Wahlkampf zugesagt.
Auftritte außerhalb Kaliforniens lehnte er allerdings ab. Seine Berater verweisen in anonymen Interviews darauf, dass sich Bush während der Wahl vor einem Jahr selbst nur zögerlich hinter Schwarzenegger gestellt habe.
Und so kommt es vielleicht, dass am Donnerstag, wenn Bush seine Nominierungsrede vor dem Parteitag hält, Schwarzenegger schon wieder in Kalifornien sein will. Sein letzter Prime-Time-Auftritt im Namen der Partei wird das indes wohl nicht gewesen sein.
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(SZ vom 31. August 2004)