Die Wende, der falsche Mann, Hartz IV - schnell schnappt die Armutsfalle zu. Eine alleinerziehende Mutter berichtet über ihren Kampf, endlich schuldenfrei zu sein.
Frau Schulz (Name von der Red. geändert) sieht man ihre finanzielle Misere nicht an. Das kurze Haar ist präzise geschnitten, blonde Strähnen leuchten auf. Die Karos der Bluse wiederholen sorgfältig den Ton der Hose, das weiße Portemonnaie passt zur Handtasche. Sie wirkt aufgeräumt, überlegt, wenn sie erzählt.
Schulden und Armut gehen oft mit Scham einher. Es dauert lange, bis sich Betroffene ihre Probleme eingestehen. (© Foto: iStockphotos)
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Die 52-Jährige sortiert Briefe bei der Post, morgens geht sie aus dem Haus, mittags kehrt sie heim, manchmal arbeitet sie nachts. Seit fast 18 Jahren; die Post honoriert diesen Einsatz von Zeit zu Zeit mit Prämien. Der Sohn geht in die achte Klasse einer Münchner Hauptschule, sie achtet penibel darauf, dass er nachmittags in den Sportverein und zu den Pfadpfindern geht. "Der Junge soll mir nicht auf der Straße rumlungern", sagt sie. "Meine Große steht zum Glück schon auf eigenen Beinen."
Trotz geregelter Einkünfte gibt Frau Schulz ein gutes Lehrbuch-Beispiel ab: In welche Schuldenfallen sollte man besser nicht tappen? Sie scheint kaum eine ausgelassen zu haben. Und so verlief ihr Leben von "gut situiert" zu "verarmt".
Keiner ist dagegen gefeit, dass das Leben einem einen Strich durch die Rechnung machen kann. Auch Frau Schulz nicht. Die Wende, der falsche Mann, Hartz IV. So knapp ließen sich die Fallstricke der Alleinerziehenden resümieren.
Die Wende im Leben
Alleinerziehende sind laut dem dritten Armutsbericht der Bundesregierung - neben Arbeitslosen und Migranten - am stärksten vom Armutsrisiko betroffen. Zudem zählt Frau Schulz zu den 30 Prozent der Deutschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten und für die ein Sparbuch für Notfälle ein Wunschtraum bleiben.
Als arm gilt in Deutschland, wer monatlich 781 Euro netto zur Verfügung hat. Jeder achte Deutsche lebt an dieser Grenze. Kommen zu dem geringen Einkommen Schulden hinzu, wird es kritisch.
Frau Schulz verdient rund 650 Euro im Monat, dafür muss sie 18 Stunden pro Woche Briefe sortieren. Mit Nachtzuschlägen und Leistungsprämien kommt sie manchmal auf knapp 700 Euro. Sie gehört zu den sogenannten Aufstockern: Wie rund 1,25 Millionen Deutsche bezieht sie vom Staat zusätzliche Transferleistungen, um den Lebensunterhalt zu sichern. 740 Euro im Monat stehen ihr zu. Abzüglich Miete, Nebenkosten und Telefon bleiben Frau Schulz und ihrem Sohn 590 Euro zum Leben.
"Mein Maxi ist gewöhnt, dass das Geld knapp ist. In den Urlaub oder mit dem Auto fahren, das kann ich ihm nicht bieten", erzählt Frau Schulz. "Und bei 'Sonderwünschen' - neue Turnschuhe oder Jeans, ein Kinobesuch oder ein Spiel der 'Löwen' - springen die Großeltern oder der Onkel ein." Doch eines weiß Maxi nicht: Seine Mutter hat Schulden. 27.000 Euro will eine Bank von ihr. 1100 Euro verlangt der Staat zurück.
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Stockender Kita-Ausbau
Frau Schulz - sie sagt es ja selbst - hat einige Dummheiten hinter sich und nun die bittere Erkenntnis. Was hat dies mit "staats- oder systemisch" zu verantwortender Armut zu tun?
Verlangt das bundesrepublikanische Volk eine vollkasköse Versicherung gegen alle Fährnisse des Lebens von seinem Staat? Dann in der Tat wäre ein Steuersatz von 100% das Richtige.
... wie viele persoenlichkeiten verstecken sich eigentlich hinter ihrem synonym?
Aber vielleicht ist es ja auch der Zeitgeist, der eine Mahnung nach sozialer Verantwortung als interessant und nicht als selbstverständlich nimmt. Ich finde es interessant, wie man gleichzeitig 2 völlig entgegengesetzte Meinungen vertreten kann - aber sicher ist sicher, oder.
Ich mag diese Protzerei nicht besonders, aber es ist ja so typisch deutsch, mit seinen Reisen anzugeben. Nun ja, ich war in den armen Ländern, in Afrika, beruflich, und... was sagt uns das jetzt. Aber ich habe da natürlich auch Armut erlebt, vor allem aber auch, was es bedeutet, wenn Hilfsgelder und -leistungen an die falschen Quellen geleitet werden. Wenn Fabrikhallen leer stehen, weil die Maschinen verschwunden sind, wenn Gelder, die für Bewässerungsanlagen und Saatgut gedacht sind, in dubiose Kanäle verschwindet - während die Menschen sich nicht ernähren können, hungern, krank sind, sterben.
Von daher ist es für mich erstaunlich, welche Aggressionen, Unterstellungen hier hervorgerufen werden, wenn man sich gegen sozialen Missbrauch ausspricht. Der Staat ist keine Selbstbedienungsladen - und unsere Mitmenschen schon gar. Wir müssen, schon um der Menschlichkeit willen, denen Helfen, die der Hilfe bedürfen.
Aber, wenn ich mal fragen darf: haben Sie schon mal die Armut in Deutschland gesehen, waren Sie schon mal in einem Männerheim, haben sie schonmal auf der Straße übernachtet, haben Sie schon mal entdeckt, dass ein Mensch, dem sie Hilfe leisten wollten, erfroren ist? Nein - Sie steigen lieber in den Metropolen über Leichen.
Haben Sie schon mal von 600 DM im Monat leben müssen, zu Zeiten, als Armut hier wirklich noch ein Tabu war - wenn nach Abzug von Miete noch 200 DM übrig bleiben.
Kein Spaß, wenn davon noch ein Kind leben muss. Haben Sie das schon einmal erlebt? Ich schon.
Und, hilft uns das jetzt weiter? Ihre Väterfeindlichkeit ist auffallend, das relativiert ihre Aussage schon etwas - aber nur, weil Sie und ihre Bekannten keine Therapie brauche, ist sie für andere unnötig oder kostenneutral? Oder wie jetzt?
Und dann drücken Sie auf den Gutmenschenknopf und argumentieren genau andersrum, verstehe ich nicht ... klar brauchen wir unsere sozialen Systeme, nicht nur aus Menschlichkeit, sondern aus Notwendigkeit. Nichts anderes habe ich hier vertreten. Nur werden die Mittel immer begrenzter - und deswegen sollte man sie nicht durch Missbrauch zerstören. Sie sind nicht für Sie, nicht für mich uns sicher nicht für Alleinerziehende Mütter, sondern für die wirklich Bedürf
bis ich dann heute deinen Beitrag sah. Lustig. Ein paar Chauvisprüche und das wars dann? Wen willst du jetzt beeindrucken - die Mädels?
Ewig gestrige wie du, die nicht in der Lage sind, dazuzulernen, werden immer mehr zur Last für dieses Land. Ein Relikt, dass immer noch an die archaischen Rollenmuster glaubt, für den eine Beziehung reicht, um nichts mehr wahrzunehmen von seiner Umwelt, die brav Männchen machen wie seit Jahrtausenden und jede soziale Verantwortung von sich weisen, die ihr Alphamännchenverhalten als Lebensinhalt ansehen, das sind die sozialen Auslaufmodelle.
Man muss nicht sein Gehirn abschalten, bloß weil man eine Beziehung hat - und nein: Beziehungen sagen genausowenig über den Wert eines Menschen aus wie das Scheitern derselbsen und außerdem: Frauen sind nicht nur Statussymbole, sondern sind Menschen.
Gottseidank sind heute die meisten Männer wirklich weiter.
"ich habe inzwischen die Nase voll von den Vorwürfen Männer würden immer Fremdgehen und das achso ehrbare Frauchen sitzt zu Hause und kümmert sich um die Kinder."
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wer hat das geschrieben?
bleiben wir doch bitte bei den fakten.
mein kommentar an altschneider, bei dem ich mich auf die äußerung eines scheidungsanwalts stütze, war lediglich auf dessen behauptung der fall ein ehemann betrüge seine frau mit der sekretärin wäre weder üblich noch häufig ,bezogen und seine position, die im artikel beschriebene frau wäre doch selber schuld an ihrer armut.
ich sehe keinen grund dafür , die diskussion jetzt vom tabu-thema armut auf den nebenschauplatz " geschlechterkampf" umzuleiten.
Paging