Die Geschichte vom Tellerwäscher, der es zum Millionär bringt, gehört ins kapitalistische Märchenland. Fakt ist: Sind die Eltern arm, bleiben es ihre Kinder häufig auch - ihr Leben lang.
Nicht nur Vermögen lässt sich vererben, auch Armut wird häufig von einer Generation an die nächste durchgereicht. Die Fachwelt spricht mittlerweile schon von "Sozialhilfe-Dynastien". Gemeint sind Familien, in denen Armut auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken kann. "Trotz des Wirtschaftsaufschwungs steigt die Zahl dieser Familien schnell an", erklärt Jürgen Borchert, Richter am hessischen Landessozialgericht und Mitautor des "Kinderreports 2007".
Schlechte Chancen: Kinder von armen Familien bleiben zunehmend häufig auch im Erwachsenenalter arm (© Foto: iStock)
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Borchert erklärt das Phänomen wie folgt: Familien, in denen der größte Teil des Einkommens aus eigener Erwerbstätigkeit stammt, sind grundsätzlich aufstiegsorientiert und begrüßen Werte wie Fleiß, Pünktlichkeit und Bildung. In Familien, die vor allem von staatlicher Hilfe leben, geht Borchert zufolge diese Grundhaltung irgendwann verloren und wird infolgedessen auch dem eigenen Nachwuchs nicht übermittelt. "An diesem Punkt wird Armut erblich", sagt Borchert.
Jeder Sechste in Deutschland lebt in Armut
Allerdings ist Armut nicht gleich Armut. Fachleute unterteilen das Phänomen in subjektive Armut (der Betroffene fühlt sich arm, ist es aber nicht wirklich), absolute Armut (wenn es ums nackte Überleben geht) und relative Armut (das Leben ist gesichert, das soziokulturelle Existenzminimum hingegen nicht).
In Entwicklungsländern interessiert der Grad an absoluter Armut: Einer Definition der Vereinten Nationen zählt demnach derjenige als arm, der weniger als einen US-Dollar am Tag zum (Über-)Leben hat. In vollentwickelten Industriestaaten wie der Bundesrepublik ist hingegen die relative Armut entscheidend. Gemäß EU-Definition lebt in relativer Armut, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verdient.
Konkret ist nach einer Studie des Statistischen Bundesamtes vom Dezember vergangenen Jahres relativ arm, wer im Jahr 2004 in Deutschland als Single nicht über 856 Euro verfügbares Einkommen im Monat hinauskam. Bei einer Familie mit zwei Kindern liegt die Grenze bei 1798 Euro im Monat. Insgesamt waren laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Jahr 2005 etwa 17 Prozent der Menschen in Deutschland armutsgefährdet, vier Prozentpunkte mehr als im Jahr 2000.
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- Weltkindertag Müntefering fordert Umdenken 20.09.2007
Frauen in Saudi-Arabien
und es war mit ein Grund warum der Hartzmurks einen radikalen Schnitt gezogen und Akademiker, Facharbeiter, Spezialisten auf das Niveau von Sozialfällen heruntergedrückt hat.
Die altbewährte Verknüpfung von Arbeitslosengeld/hilfe an das letzte Gehalt barg einfach die Gefahr dass zigmillionen Arbeitslose die Kaufkraft haben um sich selbst zu bilden oder sich gar bundesweit mobil zu bewerben. So wie heute ist aber garantiert, daß niemand den Arbeitsmarkt durch seine Anwesenheit belastet. Den menschlichen Ausschuß will niemand, und Gebildete oder Fleißige sind nicht mehr von menschlichem Ausschuß zu unterscheiden. Und falls dann doch jemand unbelehrbar an Bildung interessiert ist, dann verweigert sich das Hartzamt und setzt eine Köpenickiade in die Welt: ohne Arbeitsvertrag kein Bildungsschein - ohne Bildungsschein kein Arbeitsvertrag. Und falls doch jemand unbelehrbar an Arbeitsaufnahme selbst in weiter Ferne interessiert ist, dann versteckt sich das Hartzamt hinter dem fehlenden Etat. Dann kann der Arbeitslose nicht reisen, weil das Reisegeld nicht in der Grundversorgung enthalten ist sondern als Sonderleistung beantragt werden muß... während die Sonderleistung 'leider' eine Kann-Doch-Nicht-Leistung ist und unterbleibt.
Und da selbst arbeitslosen Akademikern das Geld für eine lernbegierige Erziehung ihrer Kinder fehlt, ist garantiert das die Kinder zu Sozialfällen heranwachsen. Nicht nur die Eltern sind von Gesetzes wegen zur Erwerbslosigkeit verdammt. Sogar die Kinder werden zur Erwerbslosigkeit verurteilt.
Das Ergebnis könnten brasilianische Verhältnisse werden. Aber, verwundert das jemanden wenn die vermurkste Reform von einem alkoholkranken Prostituiertenhörigen in einem brasilianischen Bordell konzipiert wurde?
Wie viel hat es der Geistig-Armen in Deutschland?
Ist der Reiche reich im Geist?
Wie viele Gierige hat es im Land? Wie viele Egomanen hat es zu ertragen?
Worauf könnte Deutschland denn noch blicken, wenn es kulturlos, einfallslos, skrupellos?
Ich denke, es ist bereits ein Wesenszug von uns Deutschen, daß wir immer ganz schnell zu Verallgemeinerungen neigen, die so nicht gerechtfertigt sind. Und ich meine auch, was Jürgen Borchert da erklärt, greift zu kurz. Armut wird nicht vererbt, aber wenn Kinder in einer armen Familie aufwachsen, wird ihr Leben natürlich von der Armut der Eltern geprägt. Ob sich dadurch jedoch Wesenszüge des Menschen wie Fleiß und Pünktlichkeit mit negativen Vorzeichen manifestieren, muß doch wohl be-zweifelt werden, weil eine solche Entwicklung ja nicht nur vom Faktor arm oder reich abhängt. Was die Bildung angeht, ist leider das westdeutsche Schulsystem gerade diesbezüglioch bestens geeignet, Kinder aus armen Familien von der Bildung fern zu halten. Ich kenne zahlreiche Beispiele dafür, wo die Schule/die Lehrer der Ausein-andersetzung mit den Eltern aus dem Wege gehen, wenn es um den Besuch des Gymnasiums geht, obwohl so manches Kind einer angesehen Familie dafür keine Voraussetzungen mitbringt. Da fällt dann oftmals die Entscheidung auf Grund des sozialen Status, den die Eltern verkörpern, und das nicht selten zum Schaden des Heranwachsenden, nämlich immere dann, wenn er außerstande ist, den Anforderun-gen zu genügen.
Die Frage, die Sie aufwerfen, ob sich nicht auch bei den Kindern der Superreichen bestimmte Wesenszüge und Wertevorstellungen verfestigen, finde ich sehr berechtigt und interessant. In bestimmten Fernsehsendungen, insbesondere auch in den ewigen Quasselrunden, speziell für unsere Selbstdarsteller erdacht und praktiziert, kann man das allenfalls sogar am Bildschirm verfolgen und studieren, welchen Stand wir da schon erreicht haben. Auch bei öffentlichen Preiverleihungen u.dgl.m . läßt sich beobachten, wohin da die Reise geht. Der alte Fontane würde sagen: Das ist ein weites Feld.
Sie sprechen von:
Einparteiendiktatur CDUSPDGRüNE
Monopolisierung der Macht und des Kapitals
Solange Sie dies derart extrem verzehrt sehen, haben wir leider keine gemeinsame Diskussionsbasis.
Denn ich bin der überzeugung, dass wir hier weder eine Diktatur haben noch dass die besagten Parteien gleichgeschaltet sind.
Schließlich kann ich z.B. auch nicht mit jemandem, der schon das Kommutativgesetz ablehnt, über höhere Mathematik sprechen.
Zu folgender Passage hätte ich eine Frage:
Zitat: "Borchert erklärt das Phänomen wie folgt: Familien, in denen der größte Teil des Einkommens aus eigener Erwerbstätigkeit stammt, sind grundsätzlich aufstiegsorientiert und begrüßen Werte wie Fleiß, Pünktlichkeit und Bildung. In Familien, die vor allem von staatlicher Hilfe leben, geht Borchert zufolge diese Grundhaltung irgendwann verloren und wird infolgedessen auch dem eigenen Nachwuchs nicht übermittelt. "An diesem Punkt wird Armut erblich", sagt Borchert."
Wie steht es eigentlich mit Familien, in denen der größte Teil des Einkommen nicht aus eigener Erwerbstätigkeit, sondern aus Zins, Miete, Erbschaft oder der Erwerbstätigkeit andere besteht?
Ich vermute, da kann man auch sagen: Sie begrüßen Werte wie Fleiß, Pünktlichkeit und Bildung (notfalls bei anderen). Aber auch: An diesem Punkt wird Reichtum erblich.
Und mit ihm manches mehr. Denn diese Familien zählen zu den sogenannten "Leistungsträgern" unserer Gesellschaft, der "Elite".
Kontinuierlicher Reichtum zerrüttet die Moral ebenso wie kontinuierliche Armut. Wäre meine These. Welche Konsequenzen hat das bzw. müsste das haben für Staat und Gesellschaft? Für das bürgerschaftliche Engagement des Einzelnen, der sich noch nicht zur einen wie zur anderen Gruppe zählt? (Und beide Gruppen wachsen, wie wir wissen - nach Adam Riese geht damit folglich fortlaufend ein Stück Staatssubstanz - moralisch handelnde Bürger - verloren. Zugespitzt könnte man behaupten: Die aktuelle Gesellschaftsentwicklung ist verfassungsfeindlich ... ?!?)
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