SPD verliert in Umfragen Verspieltes Vertrauen

Gerade einen Monat ist Peer Steinbrück Kanzlerkandidat. Als große Hoffnung der SPD gestartet, müssen er und seine Partei nun mit sinkenden Umfragewerten kämpfen. Den Sozialdemokraten setzt die Debatte um Steinbrücks üppige Vortragshonorare zu. Angela Merkel und die Union hingegen triumphieren.

Dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück hat die anhaltende Debatte über seine Vortragshonorare inzwischen auch im öffentlichen Ansehen geschadet: Im ARD-Deutschlandtrend verlieren Steinbrück und die SPD deutlich an Popularität. Die Union hingegen gewinnt an Zustimmung bei den Wählern.

Im Vergleich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel fällt Steinbrück deutlich zurück. Würde der Regierungschef in Deutschland direkt gewählt, würden sich 53 Prozent (plus vier Punkte im Vergleich zum Vormonat) für die Kanzlerin entscheiden, nur noch 36 Prozent (minus zwei Punkte) würden ihre Stimme dem SPD-Kandidaten geben.

Auch an Glaubwürdigkeit konnte Merkel gewinnen: Sie gilt nun für 47 Prozent (plus elf Punkte) als die glaubwürdigere der beiden Kanzlerkandidaten, während nur noch 25 Prozent Steinbrück als glaubwürdiger einschätzen (minus ein Punkt). Außerdem vermuten nur noch 35 Prozent, dass sich Steinbrück stärker für soziale Gerechtigkeit einsetzen würde (minus fünf Punkte), Merkel hingegen kommt auf 31 Prozent (plus sieben Punkte).

Die Rangliste der beliebtesten Parteipolitiker führt daher auch unangefochten Merkel mit 68 Prozent an. Ihr folgt Wolfgang Schäuble (CDU) mit 65 Prozent. Populärste Sozialdemokratin und Nummer drei der Rangliste ist NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft mit 58 Prozent. Ihr folgen SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mit 56 Prozent und Verteidigungsminister Thomas de Maizière mit 55 Prozent.

Steinbrück belegt mit 50 Prozent nur den sechsten Platz. Diese Position hatte er auch, bevor er zum Kanzlerkandiadten der SPD gekürt wurde. Zwischenzeitlich war ihm der Sprung auf Platz drei der beliebstesten Politiker gelungen. Vermutlich durch die Debatte um seine Honorare ist er jetzt wieder auf die alte Platzierung zurückgefallen.

Die Beliebtheit der Kanzlerkandidaten spiegelt sich auch in der Unterstützung, die ihre Parteien erhalten. CDU/CSU erreichen die symbolisch wichtige Marke von 40 Prozent (ein Punkt plus). Diesen Wert hat die Union zuletzt im Dezember 2007 erzielen können. Dabei profitiert die Union vom schwachen Koalitionspartner FDP (nur vier Prozent). Die SPD hingegen erhält nur noch 30 Prozent Zustimmung. Die Grünen hingegen klettern auf 14 Prozent (plus drei Punkte), die Linkspartei erreicht sechs Prozent und die Piraten unverändert vier Prozent.