Arbeitsministerin von der Leyen im Interview "Wenn man alles persönlich nimmt, geht man kaputt"

Von der Leyen verlangt die Einführung der gesetzlich festgelegten Frauenquote für Aufsichtsräte, obwohl für dieses Thema eigentlich Schröder zuständig ist. "So etwas als Brüskierung abzutun, finde ich verächtlich politischen Prozessen und anderen Meinungen gegenüber", sagte von der Leyen. "Unsere gemeinsame Aufgabe ist es jetzt aber, eine Lösung zu finden. Daran arbeiten wir."

Von der Leyen beschrieb in dem SZ-Interview auch, wie sie aus vergleichbar schlechten Lagen wie der von Frau Schröder wieder herausgefunden habe. Die Arbeitsministerin sagte: "Dabei habe ich gelernt: Als Ressortminister musst du für deine Themen aufstehen."  Außerdem müsse man sich "bevor man in ein Thema reingeht, gut überlegen, was man machen will - und dann auch bei heftigem Gegenwind stehen bleiben".

Von der Leyen äußerte sich auch zu ihren eigenen Schwächen und Stärken. "Ich weiß, dass ich bei Themen, die mich selbst emotional berühren, durchsetzungsstark bin - und das strahle ich auch aus", sagte die CDU-Politikerin. Sie beziehe ihre "Positionen mit Leidenschaft, manchmal renne ich damit auch gegen die Wand." Mit diesem Politikstil polarisiere sie "natürlich auch als Person mehr als jemand, der sein Amt ausübt, ohne anzuecken". Dies liege aber auch daran, dass sie für Themen zuständig sei, die emotionalisieren.

"Die Frage, wie Männer und Frauen zusammenleben, ob sie Kinder haben und wie sie Karriere machen können oder ihr Alter verbringen, sind an jedem Frühstückstisch Gesprächsthema. In meinen Jahren als Ministerin habe ich lernen müssen, dass man manchmal nur Projektionsfläche ist. Wenn man alles persönlich nimmt, geht man unter der hohen Emotionalisierung kaputt", sagte von der Leyen.

Das vollständige Interview finden Sie in der Freitagsausgabe der Süddeutschen Zeitung und auf dem iPad.