Die Bundesregierung hat Recht, wenn sie die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung nächstes Jahr senkt. Eine weitere Kürzung der Beiträge ginge allerdings zu weit.
Es ist noch nicht lange her, da gehörte der Etat der Bundesagentur für Arbeit(BA) zu den größten Problemfeldern der Politik. Jahr um Jahr musste der Bund Milliardenbeträge nach Nürnberg überweisen, damit die BA zahlungsfähig blieb. Einen Konjunkturaufschwung später schwimmt die Behörde plötzlich im Geld - und vor allem Politiker aus den Reihen der Union überbieten sich mit Forderungen nach Beitragssenkungen.
Müssen künftig mit weniger Geld auskommen: Die Agenturen für Arbeit. (© Foto: ddp)
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Grundsätzlich sind CDU und CSU damit auf dem richtigen Weg. Das Tempo aber, das sie anschlagen, ist zu hoch: Ginge es nach der Union, könnte der Beitrag von heute 4,2 auf 3,2 Prozent des Bruttolohns sinken. Dann hätte er sich binnen eines Jahres halbiert. Kurzfristig könnte die BA einen solchen Schritt sicher verkraften. Langfristig aber wären neue Probleme programmiert: Bricht die Konjunktur ein - und das wird irgendwann passieren -, klafft in der Kasse der Agentur sofort wieder ein riesiges Loch.
Das kann nicht das Ziel sein. Vielmehr muss die Politik die günstigen Rahmenbedingungen für eine strukturelle Reform nutzen: Die BA sollte in angemessenem Umfang Rücklagen für künftige Pensionszahlungen sowie für wirtschaftlich schlechtere Zeiten bilden. Ist das Konjunkturpolster im Abschwung aufgebraucht, erhält die Behörde keinen Zuschuss mehr, sondern muss Kredite aufnehmen. Damit könnte sie ein für allemal vom Bundeshaushalt entkoppelt werden. Erst wenn nach dieser Reform Geld übrig bleibt, muss der Bund dieses an die Versicherten und ihre Arbeitgeber zurückgeben.
Unter den derzeitigen Gegebenheiten wäre für das kommende Jahr ein Beitrag von etwa 3,9 Prozent realistisch. Genau diesen Satz aber hat die Koalition längst beschlossen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 25.7.2007)
...ein gewisser Claus H. sagt doch allen ernstes, der Einnahmeüberschuss
sollte in angemessenem Umfang für Rücklagen für künftige Pensionszahlungen Verwendung finden... eine weitere Senkung des Beitrages wäre nicht nötig. Weiß er denn, dass dieses ´"Senkung" durch gleichzeitige Erhöhung des Beitrages zur Pflegeversicherung nur Makulatur ist?
Klar, es ist alleine Aufgabe des Beitragszahlers den Beamten die Pensionen zu bezahlen... noch nie etwas vom Steuerzahler gehört? Dort finanziert nämlich auch der Beamte wenigstens einen geringen Teil seiner sehr üppigen Altersversorgung mit, aber das ist ja nicht zumutbar. Der Beitragszahler wird es schon richten.
Wie es fast alleinige Aufgabe der Sozialversicherungen war, die Deutsche Einheit mit ihrer Portokasse zu finanzieren, wie es Aufgabe der Rentenversicherung war, hunderttausenden Aussiedleromis eine "angemessene" Rente aus dieser Kasse zu zahlen... man schaue sich nur die vielen dunklen Mercedes an, die auf Omas Rente laufen... während die Oma hier leider keine "Maschinistin" war und uns "nur" groß gezogen hat, damit wir diesen Wahn finanzieren...
Oh Herr wirf Hirn vom Himmel...
Beitrag stark senken,
wenn die Konjunktur einbricht: wieder erhöhen.
Wo ist das Problem?
Zudem: Es könnte ja sein, dass die Konjunktur dieses mal nicht so stark und früh einbricht und sich die Einnahmeverluste dann in Grenzen halten. Andere Länder (Frankreich, USA,...) hatten in der Vergangenheit auch relative milde Konjunkturtiefs. Und dann kam der nächste Boom..... Hoffe, dass es dieses Mal auch für uns so gut kommt :)