Deutschlands Kirchen haben die Menschen aufgefordert, mehr Verantwortung beim Schutz der Kinder zu übernehmen. Die gesamte Gesellschaft trage eine Verantwortung.
Die Spitzenvertreter der großen Kirchen in Deutschland haben zum Weihnachtsfest zu mehr Verantwortung und Mitleid aufgerufen.
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Kardinal Lehmann: "Im Großen wie im Kleinen muss der Frieden Maßstab des Handelns sein." (© Foto: ddp)
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Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, betonte die Verantwortung der gesamten Gesellschaft für Kinder. Nicht nur Erzieher oder Lehrer seien gefordert, sondern auch Menschen, die in der eigenen Nachbarschaft mit der Vernachlässigung von Kindern konfrontiert seien, erklärte der Bischof in seiner Weihnachtsbotschaft.
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, kritisierte einen erbarmungslosen Umgang mit Schwächeren. Huber forderte: "Um der Kinder willen bedarf es gemeinsamer Anstrengungen über die Zuständigkeit von Ämtern und Einrichtungen hinaus. Im Zentrum unseres Handelns muss das Wohl und die Würde der Kinder stehen." Der Bischof bezog sich dabei auch auf die Geburt Jesu. In diesem, unter ärmlichen Verhältnissen geborenen Kind sei Gott selbst in die Welt gekommen. "Dass wir diesem Wunder Raum geben, ist der tiefste Sinn des Weihnachtsfestes."
Der Frieden müsse im Großen wie im Kleinen Maßstab des Handelns sein, betonte Huber. "Weihnachten fordert dazu heraus, den Frieden zu schützen und für einen gerechten Frieden zu sorgen." Gerade für Betlehem, Jerusalem und den ganzen Nahen Osten sei es notwendig, Wege für ein friedliches Nebeneinander für Menschen aus unterschiedlichen Nationen und Religionen zu finden.
Der EKD-Vorsitzende dankte besonders den deutschen Soldaten im Kosovo, die er in der Adventszeit besuchte. Sie leisteten einen beeindruckenden Beitrag zur Sicherung des Friedens. "Ihnen, die ohne ihre Familien Weihnachten feiern müssen, gelten meine Segenswünsche zu Weihnachten genauso wie ihren Familien zu Hause."
Lehmann bedauerte, dass Mitleid oft verschüttet sei. "Wir sind im Alltag unseres Lebens in vielen Strukturen weit weg von solchem Erbarmen. Oft stoßen wir das, was schwach ist und unsere Hilfe braucht, eher noch weg, geben ihm einen Tritt, erledigen den Konkurrenten gar", schrieb der Kardinal in einem von der Rhein-Neckar-Zeitung veröffentlichten Beitrag. "Wir brauchen ein Gegengewicht zu solch unbarmherzigem Tun."
Das Erbarmen gehöre zu den Grundworten der Botschaft von Weihnachten ebenso wie Friede, Freude, Treue und Gerechtigkeit. Zwar könne man die Welt nicht allein nur nach freigebender Barmherzigkeit regieren. "Aber es braucht die Barmherzigkeit auch als einen Stachel, als einen Antrieb für alle Gerechtigkeit, damit wir überhaupt in unserem Herzen gerührt werden; damit wir wahrnehmen können, dass ein anderer leidet, damit wir in und durch Solidarität mit ihm sehen, was ist", schrieb Lehmann. Die Barmherzigkeit Gottes könne Dinge verändern und kalte Herzen erwärmen.
Im Sinne christlicher Barmherzigkeit gebe es kein "Oben" und "Unten". "Wir alle brauchen das Erbarmen Gottes und sind alle in diesem Sinne gleich." Jesus komme in der Weihnachtsbotschaft auf die Menschen zu. "Er möchte nicht, dass wir bei allen Errungenschaften und Segnungen unserer Zivilisation forsch und rücksichtslos vorangehen, uns alleine alles zutrauen, glauben, dass wir alles schon recht machen, sondern er warnt uns gerade auch dadurch, dass er uns den Menschen in einem Kind schickt."
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(AP/gba)
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