Das Verteidigungsministerium fordert einen Strafgerichtshof für Piraten. Der Einsatz von Bundeswehrsoldaten vor Somalias Küste bleibt unterdessen rechtlich umstritten.
Das Verteidigungsministerium hat zur Bekämpfung der Piraterie auf hoher See die Einrichtung eines eigenen internationalen Strafgerichtshofes gefordert. Da die Zuständigkeit der bestehenden Gerichte nicht ausreiche, müsse man "einen neuen UN-Gerichtshof schaffen", sagte der parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) der Berliner Zeitung.
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Die Fregatten "Hamburg" und "Köln" machten sich bereits im Januar auf den Weg zum Horn von Afrika. (© Foto: AP (Archiv))
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Auch Unions-Verteidigungsexperte Andreas Schockenhoff forderte die schnelle Einrichtung eines Strafgerichtshofes gegen Piraterie. "Es ist eine Lücke im internationalen Recht, dass es keine Zuständigkeit für solche Fälle gibt", sagte Schmidt.
Die internationalen Gerichte in Rom und Den Haag seien für diese Fälle genauso wenig zuständig wie der Internationale Seegerichtshof in Hamburg, der keinem Straf-, sondern einem Verwaltungs- und Zivilgericht entspreche.
Herkunftsland Somalia scheidet für Gerichtsverfahren aus
Schockenhoff sagte der Saarbrücker Zeitung, die Union wolle nicht, dass von der Marine am Horn von Afrika festgenommene Täter nach Deutschland kämen. Auch das Herkunftsland Somalia scheide für ein Gerichtsverfahren aus, da sich dort der Staat aufgelöst habe.
Der Vorschlag folge dem Vorbild des internationalen Strafgerichtshofes zur Aufklärung der Kriegsgräuel auf dem Balkan. Auch darüber sei seinerzeit schnell entschieden worden, sagte Schockenhoff mit Blick auf den wahrscheinlich schon im Dezember beginnenden EU-Marineeinsatz vor Somalia.
"Mit einem solchen Gerichtshof wäre für alle beteiligten Staaten klar, nach welchem Recht und an welchem Ort die Verfahren durchgeführt werden."
Aufgaben von Soldaten und Polizisten im Grundgesetz getrennt
Im Rahmen des europäischen Mandats will sich die Bundesregierung mit einer Fregatte am Kampf gegen die Piraten beteiligen. Verteidigungsminister Jung sagte in New York, "wo deutsche Interessen betroffen sind, werden wir dafür sorgen, dass auch eine Verurteilung (der Piraten) stattfindet". Für diese Mission benötige man noch die Zustimmung des Bundestages.
Die Bundesregierung wird sich wohl noch in dieser Woche über den Einsatz vor der somalischen Küste im Rahmen der EU-Mission einigen. Davon war Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Donnerstag ausgegangen. Ein Termin für einen Kabinettsbeschluss wurde offiziell bisher nicht genannt.
Geklärt werden muss aus Sicht der Regierung allerdings, ob Soldaten im Kampf gegen Piraten Polizeiaufgaben wie Verhaftungen übernehmen dürften. Nach dem Grundgesetz sind Aufgaben von Soldaten und Polizisten prinzipiell getrennt.
Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Andreas Schockenhoff (CDU) forderte in der Saarbrücker Zeitung die Abgrenzung zwischen Polizei- und Militär-Aufgaben im Inland wie im Ausland "jetzt schnell den neuen Herausforderungen anzupassen". Die jetzige strikte Trennung sei "immer weniger durchzuhalten".
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(sueddeutsche.de/AP/akh/gba)
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Sehr gute Idee.
Und noch mehr Bürokraten die beschäftigt werden wollen.
Und danach die Einführung des "Fachanwalts für Piraterie"
Zuerst werden den Menschen die Lebebnsgrundlagen entzogen ! wenn er sich dann neue sucht um zu überleben wird er zum Feind der Welt erklärt !
Wenn aus Fischern Piraten werden
oder Angst vor der zivilen Courage, ist die Frage. Immer wenn es um Deutsche geht, bekommt das Parlament das Bibbern. Warum eigentlich. Fahren nicht auch deutsche Seefrachter über die Oceane? Wenn es ums Verhaften geht, bitte schoen, anfangs Matrosen der Küstenwache oder ein halbes Dutzend Polizisten mitsegeln lassen, und schon könnt ihr verhaften. Aber es ist den Gesichtern anzusehen: die Halbherzigkeit.
Oder Frankreich und Deutschland machen das zusammen, sollte die Merkel Ärger bekommen, kann sie dann immer noch sagen, ich wollte ja nicht, der Nicolas hat mich überrumpelt in dem er mir den coup " Küss die Hand , schönen Frau " gemacht hat
Römischer Oberbefehlshaber und
Consul
arius quintus
Aha, sobald es um wirtschaftliche Interessen geht - ein ganzer Tanker entführt!! - wird Afrika plötzlich auf die Tagesordnung geschrieben. Interessant, was plötzlich in der Regierung alles mobil gemacht wird.
Dass im Kongo jeden Tag Menschen gequält und getötet werden, dafür hat niemand bisher auch nur eine Spitze des kleinen Fingers gerührt.
Paging