Gewerkschafter Horst Winter, Mitbegründer der Initiative "wir-lassen-uns-nicht-linken.de" über sein liebstes Wahlergebnis und warum es mit der Linken nicht geht.
Horst Winter ist einer der Initiatoren von "wir-lassen-uns-nicht-linken.de", Rentner, und außerdem Mitglied der IG BCE.
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Wir-lassen-uns-nicht linken-Webseite: Die "Inititative für Arbeitsplätze statt Wirtschaftshetze" hat es sich zum Programm gemacht, die Linkspartei attackieren. (© Foto: Screenshot)
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sueddeutsche.de: Herr Winter, warum gibt es die Plattform "www.wir-lassen-uns-nicht-LINKEn.de"?
Horst Winter: Unsere Frage war: Was können wir tun, damit es in Hessen wieder klare Mehrheiten jenseits der Linkspartei gibt? Da kam bei uns die Idee auf, diese Seite zu schalten.
sueddeutsche.de: Wer ist "uns"?
Winter: Wir sind eine Gruppe von zufälligerweise zusammengekommen Gewerkschaftern. Wir haben uns gesagt, na gut, sie haben den Landtag aufgelöst. Was können wir denn jetzt am besten tun, um dem Anspruch der Linken, die Gewerkschaften zu vertreten, entgegenzutreten.
sueddeutsche.de: Was spricht gegen diesen Anspruch?
Winter: Die Parteiprogrammatik der Linken und ihre handelnden Personen. Sie haben einfach nicht im Sinn, die Arbeitsplätze in Hessen sicher zu machen.
sueddeutsche.de: Dann wollen Sie die Linkspartei loswerden?
Winter: Das Ziel von "wir-lassen-uns-nicht-LINKEn" ist, die Linken hier in Hessen aus dem Landtag zu vertreiben.
sueddeutsche.de: Aber Sie sind doch Gewerkschafter. Da müsste es doch Berührungspunkte mit der Linkspartei geben?
Winter: Mit dem derzeitigen Parteiprogramm sicherlich nicht. Das hängt immer von dem Parteiprogramm und den jeweiligen Personen ab. Die linken Kandidaten für den Landtag in Hessen sind ehemalige KPD-Mitglieder, die eine ganz andere Republik wollen. Das kann nicht in unserem Interesse sein.
sueddeutsche.de: Wen sollen die Linkswähler denn dann wählen?
Winter: Eine der demokratischen Parteien. CDU, FDP, SPD oder die Grünen. Alle, aber eben nur nicht die Linken. Deshalb ist unser Aufruf vollkommen neutral und nicht parteipolitisch gefärbt. Auch die Aussage der Linken, wir wären CDU-gesteuert, ist vollkommener Quatsch. Wir kriegen kein Geld von irgendeiner politischen Organisation. Wir bezahlen das aus eigener Tasche, aus privaten Mitteln. Es kostet praktisch nur Freizeit und die Web-Site.
sueddeutsche.de: Haben Sie nicht auch Gegner in den Gewerkschaften?
Winter: Es gibt auch Gewerkschafter, die bei den Linken sind. Es gibt aber eben auch Gewerkschafter, die die Situation komplett anders sehen. Es ist ja üblich, dass in einer Gewerkschaft sowohl CDU- und SPD-Mitglieder wie auch Grüne mit dabei sind - und das ist ja auch gut so.
sueddeutsche.de: Welches Wahlergebnis würden Sie sich denn wünschen?
Winter: Mein persönlicher Wunsch wäre eine rot-grüne Koalition - das Ziel "Koch muss weg" gilt immer noch.
sueddeutsche.de: Wie sind die Reaktionen auf Ihre Initiative?
Winter: Sehr positiv. Heute Morgen waren 70.000 Besucher auf der Seite. Das sind schon stolze Zahlen für diese kurze Laufzeit - die Seite gibt es ja erst seit Dezember. Also können wir schon optimistisch sein, dass es uns vielleicht gelingen wird, genug Leute zu erreichen, die eventuell links gewählt hätten und es nun doch nicht tun werden.
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(sueddeutsche.de/gba)
ICE-Strecke
In Hessen sollte man eigentlich aus Erfahrung klug geworden sein. Die mit der Dachlatte Börners bekämpften Grünen haben es mittlerweile sogar dazu gebracht, von einer traditionell sozialpartnerschaftlich ausgerichteten Gewerkschaft akzeptiert zu werden. Ein Körnchen, das zum Erfolg der Partei beigetragen hat, war die kategorische Bekämpfung.
Das gleiche in Rot könnte sich wiederholen - nichts wäre mir angenehmer - mit der Linken. Es ist beinahe schon schizophren, welche Verrenkungen rechte Gewerkschafter veranstalten, um die Tröge in Reichweite zu behalten. Das Schlaglicht auf die Grünen und ihre aktuelle Entwicklung ist allerdings auch bemerkenswert.
Als alten Materialisten mit idealistischem Hintergrund würde es mich schon auch interessieren, in welchen Unternehmensvorständen Winter vertreten ist.
siehe auch:
Hessen drehen wieder auf
CDU-Hilfstruppe will Einzug der Linkspartei in den Landtag in Wiesbaden verhindern. Funktionäre der IG BCE in der ersten Reihe der Kalten Krieger
jungewelt.de/2009/01-03/037.php
Wenn Gewerkschafter Wahlkampf gegen die Linke machen
Sollte es also überhaupt noch eine kleine Möglichkeit des Machtwechsels geben, dann müsste die Linke unbedingt den Wiedereinzug in den hessischen Landtag schaffen. Dass dies einige verhindern wollen, zeigt das Beispiel der Internetseite www.wir-lassen-uns-nicht-linken.de, ein undurchsichtiges Projekt einiger angeblicher Gewerkschafter.
Doch dazu gehört eben mehr als nur ein Mitgliedsausweis, wenn die Moral nicht stimmt und man gegen die eigenen Freunde zu Felde zieht. Die Linke hat dagegen noch nie einen Hehl aus der Unterstützung der Gewerkschaften gemacht, wie die mittlerweile unzähligen gemeinsammen Aktionen zu Themen wie Mindestlohn oder Rechtsextremismus beweisen.
Doch der Haufen verrückter Hessen hat sich nichts anderes zum Ziel gesetzt, als die Linke öffentlich zu demontieren und sie damit unter die magische fünf Prozent Hürde zu drängen. Dabei ist den vermeintlichen Gutmenschen scheinbar kein noch so absurdes Argument zu anrüchig, noch zu weit hergeholt. Schon die Überschrift der Webpräsenz Die Wählerinitiative für Arbeitsplätze statt Wirtschaftshetze in Hessen lässt kaum Seriösität erahnen. Und so stützt man sich auf u.a. auf dreierlei Art von Zitaten, welche entweder aus dem Zusammenhang gerissen werden, aus unseriösen Quellen hervorgehen oder schlicht und ergreifend bereits 17 Jahre alt sind, als sich die damalige PDS noch im Kampf mit sich selbst befand.
ganzer artikel unter : dummer-weiser-deutscher.de/?p=449
"CDU-nahe Hilfstruppe mit Vokabular aus der Mottenkiste"
Manches auf der Seite mutet merkwürdig an: Bei der Landtagsabgeordneten Marjana Schott reicht der Initiative offenbar ein Verweis auf ihre Frisur, damit sie in einem zweifelhaften Licht erscheinen soll: "Die Multifunktionärin mit undurchsichtiger Vergangenheit posiert auf ihrer Homepage ausgiebig mit 'Rosa-Luxemburg-Frisur'", heißt es in dem Aufruf der Wählerinitiative.
Zudem werden Linken-Mitglieder aufgerufen, sich an die Wählerinitiative zu wenden, wenn sie über einen Ausstieg aus der Partei nachdenken würden oder über kritische Vorgänge in der Partei berichten wollen. Wir-lassen-uns-nicht-linken.de biete für solche Fälle die Vermittlung psychologischer Beratung an: Sie unterliege in "jedem Fall der ärztlichen Schweigepflicht", heißt es auf der Seite.
quelle :spiegel.de
Horst Winter ist einer der Initiatoren von "wir-lassen-uns-nicht-linken.de", Rentner
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jaja..die rüstigen rentner...
Paging