Anschlag in Istanbul Türkische Zeitungen trauern auf Deutsch

"Im Herzen bei euch", ist an Kiosken zu lesen. Viele Titelseiten bringen das Beileid der Türken zum Ausdruck.

Von Benedikt Peters

Ein Mann ist zu sehen, der wild zu gestikulieren scheint, und ein türkischer Rettungssanitäter, der sich über einen reglosen, menschlichen Körper beugt. Darüber die Schlagzeile: "Wir trauern." Die türkische Tageszeitung Meydan erscheint heute mit einer deutschen Titelzeile.

Es ist eine Botschaft der Solidarität: Die meisten Opfer des Anschlags vom Dienstag im Istanbuler Touristenviertel Sultanahmet waren Deutsche. Mindestens acht von ihnen riss der Selbstmordattentäter mit in den Tod, sie stammen etwa aus Rheinland-Pfalz, Berlin, Hessen und Brandenburg.

Dies nahm auch die Zeitung Habertürk zum Anlass für eine deutsche Schlagzeile. "Im Herzen bei Euch" steht auf ihrer Titelseite. Die Zeile verbreitet sich als Zeichen der Anteilnahme auch über Twitter.

Die drittgrößte türkische Tageszeitung, Hürriyet, zeigt ihre Anteilnahme im Internet. "Unser tiefstes Beileid" schreibt die Zeitung auf einer Banderole oben auf ihrer Nachrichtenseite. Daneben ist eine Hand abgebildet, die eine deutsche und eine türkische Fahne hält. Die Zeitung Sözcü wiederum bringt einen kurzen Text auf ihrer gedruckten Titelseite, überschrieben ist er mit "Wir trauern um unsere Freunde".

Dem Anschlag in Istanbul fielen zehn Menschen zum Opfer, möglicherweise waren sie alle Deutsche. Bei dem Selbstmordattentäter soll es sich um einen Mann mit syrischem Pass handeln. Inzwischen wurden außerdem drei russische Staatsbürger festgenommen. Die türkische Regierung macht die Terrormiliz Islamischer Staat für die Tat verantwortlich.

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