Der Geheimdienst Pakistans soll an der Anschlagsserie in Bombay beteiligt gewesen sein, sagt zumindest die indische Polizei. Der pakistanische Präsident Musharraf verteidigte jedoch die Rolle seines Landes im Anti-Terrorkampf.
Die Anschläge seien vom pakistanischen Geheimdienst ISI gemeinsam mit der militanten Muslimorganisation Lashkar-e-Taiba mit Hilfe von Agenten vor Ort vorbereitet worden, sagte der Polizeichef von Bombay, A.N. Roy, am Samstag vor Journalisten.
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Pervez Musharraf weist die Vorwürfe der indischen Polizei zurück. (© Foto: Reuters)
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Er sprach von einer "professionellen, präzisen und wohl vorbereiteten Operation". Im Zuge der Ermittlungen nahm die indische Polizei bisher 15 Menschen fest. Drei sollten demnächst wieder freikommen. Bei zwölf Verdächtigen sei eine direkte Beteiligung sicher, sagte Roy. Viele von ihnen hätten in Pakistan eine Ausbildung erhalten.
15 bis 20 Kilogramm des bei den Anschlägen verwendeten Sprengstoffs seien von einem Pakistaner nach Indien gebracht worden. Für eine Beteiligung des Terrornetzwerks El Kaida fand die indische Polizei demnach keine Hinweise. Die pakistanische Regierung wies die Vorwürfe zurück.
"Der Westen würde ohne Pakistan auf die Knie gehen"
Das ist eine vollkommen haltlose Anschuldigung", sagte der pakistanische Innenminister Aftab Sherpao. Die Unterstellungen würden dem Friedensprozess zwischen Pakistan und Indien nicht weiterhelfen. Am 11. Juli waren in mehreren Vorortzügen und einem Bahnhof von Bombay insgesamt sieben Bomben explodiert.
186 Menschen kamen ums Leben, mehr als 800 wurden verletzt. Die indischen Sicherheitskräfte machten kurz darauf die pro-pakistanische Organisation Lashkar-e-Taiba verantwortlich, die für die Abtrennung des Bundesstaates Kaschmirs von Indien kämpft. Die Himalaya-Provinz ist seit Jahrzehnten Zankapfel zwischen Indien und Pakistan. Drei Mal führten die Atommächte deswegen gegeneinander Krieg.
Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat die Rolle seine Landes im Kampf gegen den internationalen Terrorismus verteidigt. Der Westen würde ohne Pakistan "auf die Knie gehen" und den Kampf gegen die Taliban in Afghanistan verlieren, sagte Musharraf am Samstag in einem Interview der BBC.
Dagegen erhob der afghanische Präsident Hamid Karsai erneut schwere Vorwürfe gegen Pakistan. Ein Abkommen, das die Regierung in Islamabad mit Taliban-freundlichen Rebellen im Grenzgebiet zu Pakistan geschlossen habe, bedeute für Afghanistan "mehr Anschläge", sagte Karsai am Samstag in Kabul.
"Pakistan ist der Hauptverbündete (im Kampf gegen den Terror). Wenn wir nicht bei Euch (dem Westen) wären, würdet Ihr nichts zu Stande bringen. Das muss klar sein", sagte der pakistanische Präsident in dem BBC-Interview. "Und wenn der (pakistanische Geheimdienst) ISI nicht auf Eurer Seite wäre, würdet Ihr scheitern (...) und in Afghanistan verlieren.
Musharraf reagierte damit auf einen Ende der Woche unmittelbar vor seinem Besuch in Großbritannien bekannt gewordenen Bericht eines Instituts, das dem Londoner Verteidigungsministerium nahe steht. Darin war dem pakistanischen Geheimdienst vorgeworfen worden, indirekt den Terrorismus weltweit zu unterstützen. Nach der Studie der britischen Verteidigungsakademie soll der ISI heimlich das oppositionelle islamistische Parteienbündnis MMA in Pakistan fördern.
"Indirekt hat Pakistan durch den ISI Terrorismus und Extremismus unterstützt, ob nun in London (bei den Anschlägen) am 7. Juli (2005) oder in Afghanistan oder im Irak", heißt es in dem Bericht der Verteidigungsakademie.
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