Zu den vielen Übeltätern, die von den Amerikanern im Irak ausgemacht werden, zählt zuvörderst die islamistische Terrorgruppe Ansar al-Islam, die offenbar auch in Deutschland aktiv ist.
(SZ vom 04.12.2003) - Sowohl bei aktuellen Anschlägen in Bagdad als auch schon vor dem Krieg wurde diese Organisation als Bindeglied zwischen den Getreuen Saddam Husseins und der al-Qaida von Osama bin Laden bezeichnet. Konkrete Beweise dafür liegen öffentlich allerdings bislang nicht vor.
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Ins Rampenlicht gerückt wurde Ansar al-Islam kurz vor dem Krieg von US-Außenminister Colin Powell bei einem Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat. Er beschuldigte die Gruppe, Al-Qaida-Terroristen aus Afghanistan aufgenommen zu haben, darunter bin Ladens Experten für biologische und chemische Waffen, Abu Mussab el-Sarkawi.
Mini-Staat im Nordirak
Mit schätzungsweise 600 bis 800 Kämpfern, vornehmlich Kurden und Arabern, hatte die Gruppe im autonomen Kurdengebiet des Nordirak - außerhalb des Einflussbereichs der Bagdader Führung - eine Basis errichtet, die einem Mini-Staat nach Vorbild der afghanischen Taliban glich. Geführt wurde die Organisation von dem im norwegischen Exil lebenden Mullah Krekar, der zugleich als spiritueller Führer und Warlord galt. Zumindest eine frühere Verbindung Krekars zu bin Laden ist belegt.
Das nordirakische Rückzugsgebiet der Ansar al-Islam wurde schon in den ersten Kriegstagen im März von den USA mit Marschflugkörpern und massiven Luftangriffen sturmreif gebombt und dann von verbündeten kurdischen Truppen eingenommen.
Kämpfer in den Iran geflohen
Viele der Kämpfer konnten jedoch offenbar über die nahe gelegene Grenze nach Iran entkommen. Von dort aus sollen sie laut US-Berichten in der Nachkriegszeit wieder in den Irak eingesickert sein.
Sowohl beim Anschlag auf die jordanische Botschaft als auch auf das UN-Hauptquartier in Bagdad zählten sie zum Kreis der Beschuldigten. Im Guerilla-Krieg gegen die Besatzungstruppen sollen die Kämpfer von Ansar al-Islam mit Issat Ibrahim al-Duri zusammenarbeiten. Der eng mit Saddam Hussein verbundene General wird derzeit von den US-Truppen als Drahtzieher des Widerstands betrachtet und gejagt.
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