Nach der Anklage wegen versuchter Vergewaltigung gegen ihren populärsten Politiker Dominique Strauss-Kahn stehen Frankreichs Sozialisten unter Schock. Für seine politischen Gegner ist er bereits erledigt. Strauss-Kahns Ehefrau allerdings ist von der Unschuld ihres Mannes überzeugt.
Die Szene passt in jeden US-Polizeifilm: Ein wichtiger Politiker bedrängt im Hotel nackt eine Angestellte, die Belästigung fliegt auf, der Mann wird zehn Minuten vor dem Abflug aus dem Flugzeug geholt und festgenommen. Doch die Geschichte soll nicht im Film, sondern in Wirklichkeit passiert sein. Bei dem Mann handelt es sich laut der New Yorker Polizei um Dominique Strauss-Kahn, Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) und bis Samstag aussichtsreichster möglicher Bewerber um die französische Präsidentschaft 2012.
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Ein Polizeiwagen steht vor dem Sofitel in Manhatten, in dem Dominique Strauss-Kahn versucht haben soll, ein Zimmermädchen zu vergewaltigen. (© dpa)
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Seit Monaten liegt Dominique Strauss-Kahn in Umfragen vorn. Erst am Samstag bescheinigte das Meinungsforschungsinstitut Ifop dem 62-Jährigen wieder einen satten Vorsprung vor der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen und dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Das dürfte sich nun ändern, denn die Franzosen sind durch die Vorwurf der versuchten Vergewaltigung gegen "DSK" erschüttert. Er sitzt in einer New Yorker Zelle, weil er in einem Hotel nackt ein Zimmermädchen bedrängt haben soll.
Dass er für die französische Präsidentschaft kandidieren würde, war unter seinen Anhängern klar. Die Frage war nur noch, wann er seine Kandidatur bekanntgeben würde. Diese Frage dürfte sich nun erledigt haben, denn selbst die toleranten Franzosen sind durch die Vorwürfe gegen DSK erschüttert.
Jetzt ist völlig offen, wer die Sozialisten in den Wahlkampf 2012 führen wird. Kein Sozialist ist auch nur annähernd so populär wie der 62-jährige Strauss-Kahn, weder Parteichefin Martine Aubry noch Vorgänger François Hollande oder die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal. Denn DSK hat auch in der Finanzkrise eine gute Figur gemacht und als Chef des IWF gar die Welt gerettet, wie die Franzosen finden.
Auch wenn Royal sagte, der Zeitpunkt sei noch nicht gekommen, aus der Verhaftung Schlüsse für die französische Innenpolitik zu ziehen, gab sie doch zu: "Das ist ein Schock." Aber es sei nichts bewiesen, sagte sie dem Radiosender Europe 1. "DSK hat wie jeder Bürger Anspruch auf die Unschuldsvermutung, solange die Fakten nicht bewiesen sind", sagte Royal. Ihre Gedanken seien bei seiner Familie und bei dem Mann, der diese Prüfung durchstehen müsse.
Unterdessen hat sich die Ehefrau von Strauss-Kahn zu Wort gemeldet - sie hält es für ausgeschlossen, dass ihr Gatte in New York ein Zimmermädchen vergewaltigen wollte. "Ich glaube nicht eine einzige Sekunde an die Anschuldigungen, die gegen meinen Mann erhoben werden", schrieb Anne Sinclair in einer kurzen Stellungnahme an die französische Nachrichtenagentur AFP. Alle Beteiligten sollten Anstand und Zurückhaltung wahren. Sie sei überzeugt, dass die Unschuld ihres Mannes bewiesen werde.
Einer von Strauss-Kahns Gefolgsleuten in der Sozialistischen Partei, Jean-Christophe Cambadélis, erklärte laut der Zeitung Le Parisien in seinem Blog: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt will und kann ich nicht vorschnelle Schlüsse ziehen." Er erinnere sich noch zu gut an die angebliche Spionage-Affäre Renault vor kurzem, als die Beschuldigten sich als unschuldig herausstellten. "Diese ganze Geschichte sieht nicht nach Strauss-Kahn aus", der bald sprechen und sich verteidigen werde.
Für Strauss-Kahns politische Gegner ist der Fall dagegen klar. Für sie ist der Sozialist erledigt. Der Pariser Abgeordnete von Sarkozys Partei UMP, Bernard Debré, erklärte im Radiosender Europe 1, Strauss-Kahn sei ein "wenig empfehlenswerter Mann". Er habe durch sein Verhalten Frankreich "erniedrigt". Der frühere liberale Präsidentschaftskandidat François Bayrou bezeichnete die Affäre als "verwirrend und beunruhigend". Auch die Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Nationalen Front, Marine Le Pen, erklärte, damit seien Strauss-Kahns Ambitionen auf das Präsidentenamt wohl erledigt.
Sarkozys Regierung warnte dennoch vor Vorverurteilungen. Strauss-Kahn müsse solange als unschuldig gelten, bis eine eventuelle Schuld bewiesen sei, sagte Regierungsprecher François Baroin. Frankreich respektiere aber das laufende juristische Verfahren in den USA.
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(dpa/AFP/jab/lala)
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ist nicht nur bei Hamlet die Frage.
Unbeschadet der Möglichkeit, dass sich auch in der Geistigkeit des Dominick Strauß-Kahn die heute ja durchaus übliche Neofeudalherrschaftsallüren als Weltbild etabliert hat, die es einfach ausschließt, dass sich so ein Mitglied des niederen Volkes und Angehörige der Dienstboten-, Domestiken-, Lakaien- und Gesindeschicht sich einer Samenspende eines der Neuen Herrschaften verweigern könnte, bleibt doch die relative Vermutung einer politischen Machenschaft von Seiten der Sarkozy-Prätorianer.
Sollten sich allerding Kopfhaare des guten DSK im Höschen der Hotelmitarbeiterin finden, dann dürfte sich die Vermutung anbieten, dass da einer im Bad von DSK aus dessen Haarbürste einiges an Indiziensubstrat zusammen gesammelt hat und es es Beleg für eine Vergewaltigung ins Höschen manupuliert hat. Andere Varianten solcher "schlagenden Argumente" finden sich ja in der modernen Welt der wiederauferstandenen Medici nicht nur in Frankreich.
Eigentlich kann man dazu nur das Lied: "So dumm kann doch kein Mann sein" anstimmen und hoffen, dass die geistig-moralische Verelendung und Verwahrlosung nicht auch schon in diesen Kreisen angekommen ist.
Schauen wir also einmal, wie sich dieser "Staatsakt" weiterentwickelt.
Waren es Sarkozy-Parteigänger, Sozialistenfresser, amerikanische Franzosenhasser, Antisemiten - oder doch nur die überschäumenden Hormone, die DSK so in die Bredouille brachten?
In letzterem Fall stellt sich allerdings auch die Frage, wieso auf dem Spesenkonto des IWF nicht einmal mehr genug Geld ist für einen anständigen Abstecher in den Puff…?
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