Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten haben zum ersten Mal Medienvertreter zur Befragung von Häftlingen im US-Lager auf Kuba zugelassen. Zwei Afghanen bestritten vor einem Sondertribunal die Vorwürfe, Taliban-Kämpfer gewesen zu sein.

Nach Medienberichten wurden die beiden von der dreiköpfigen Militärkommission zu der Rechtmäßigkeit ihrer Inhaftierung befragt. Einer der Afghanen, ein 31 Jahre alter Mann in einem orangefarbenen Gefangenenoverall, trug bei dem Termin Handschellen und war mit Fußfesseln am Boden fest gekettet.

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Er räumte ein, 2001 den Taliban in Afghanistan angehört zu haben. Er sei jedoch "nicht so verrückt gewesen", gegen die US-Armee zu kämpfen, betonte er. Er habe sich der US-Armee gestellt, weil er davon ausgegangen sei, dass die Vereinigten Staaten für Menschenrechte einträten.

Der US-Armee zufolge wurde der Mann Ende 2001 von Kämpfern der Nordallianz in Afghanistan festgenommen. Er habe ein Gewehr bei sich getragen und sei mit einem ranghohen Taliban zusammen gewesen.

Der andere Gefangene gab an, von den Taliban zum Kämpfen gezwungen worden zu sein. Der 49-jährige Afghane forderte die Anhörung von drei Zeugen, die dies bestätigen sollten. Die Sondertribunale verweigern den Gefangenen jedoch grundsätzlich die Vorladung von Zeugen. Außerdem haben sie keine Anwälte, sondern nur so genannte "persönliche Vertreter". Die Namen der Gefangenen dürfen nicht öffentlich genannt werden.

Seit vergangener Woche laufen die Anhörungen vor den Sondergerichten. Bislang wurden zehn Fälle verhandelt; fünf Häftlinge weigerten sich jedoch vor Gericht zu erscheinen.

Die USA betrachten die etwa 600 Häftlinge auf Guantanamo Bay als feindliche Kämpfer, die anders als Kriegsgefangene nicht unter dem Schutz der Genfer Konvention stünden. Nach internationaler Kritik an dem Gefangenenlager wollen die Vereinigten Staaten alle Terrorverdächtigen vorladen und deren Status überprüfen.

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(AFP/dpa)