Serbische Politiker haben die Übergriffe serbischer Nationalisten in Belgrad gerechtfertigt. "Die Ausländer haben uns den Staat zerbrochen und wir denen ein paar Fensterscheiben. Die müssen lernen, dass auch das Demokratie ist," sagte ein serbischer Minister.
Nach heftiger internationaler Kritik an den Angriffen serbischer Nationalisten auf ausländische Botschaften verteidigen serbische Politiker die Ausschreitungen in Belgrad. Der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica sagte nach Angaben der Zeitung Blic in einer Kabinettssitzung: "Diese Leute, die Hooligans, wie ihr sie nennt, haben nur auf die Verletzung des internationalen Rechts reagiert." Der Sprecher von Kostunicas DSS-Partei, Branislav Ristivojevic, sagte: "Die USA und nicht Serbien haben brutal das internationale Recht verletzt."
Der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica spricht zu den Demonstranten in Belgrad. "Diese Leute haben nur auf die Verletzung des internationalen Rechts reagiert." (© Foto: dpa)
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"Nicht schön, aber legitim"
Der serbische Infrastrukturminister Velimir Ilic erklärte am Mittwoch in Belgrad zu den weltweit kritisierten Übergriffen: "Die Ausländer haben uns den Staat zerbrochen und wir denen ein paar Fensterscheiben an den Botschaften. Die müssen lernen, dass auch das Demokratie ist." Bereits am Montag hatte der serbische Kosovo-Minister Slobodan Samardzic die Zerstörung zweier Grenzübergänge zwischen dem Kosovo und Serbien durch serbische Landsleute mit den Worten kommentiert: "Ich denke, das ist legitim. Vielleicht ist es nicht schön, aber es ist legitim."
Nach den Angriffen serbischer Nationalisten auf ausländische Botschaften, die einen der Angreifer selbst das Leben gekostet hat, wächst der internationale Druck auf die serbische Regierung. Die Vereinten Nationen verurteilten die Übergriffe.
Die EU forderte am Freitag einen besseren Schutz der Botschaften und warnte Belgrad vor Belastungen der Verhandlungen über eine Annäherung Serbiens an Brüssel. Die EU-Kommission verurteilte die Gewalt in Belgrad scharf. Erweiterungskommissar Olli Rehn sagte: "Wir respektieren das demokratische Recht des serbischen Volkes, seine Meinung zu den Entwicklungen im Kosovo zu demonstrieren, aber mit Gewalt seine Meinung zu äußern, ist nicht akzeptabel." Alle serbischen Politiker seien aufgefordert, für Ruhe zu sorgen.
Bei einem Überfall auf die US-Botschaft kam einer der Angreifer ums Leben. Seine verkohlte Leiche wurde in einem Gebäude der Vertretung gefunden. Der Sicherheitsrat verurteilte in einer in New York verlesenen Erklärung "die Angriffe eines Mobs auf Botschaften in Belgrad in schärfster Form".
Solana: "Die Botschaften müssen geschützt werden"
Zugleich wurden die Maßnahmen der serbischen Behörden begrüßt, die Ordnung wiederherzustellen und die diplomatischen Vertretungen zu schützen. Der Außenbeauftragte der Europäischen Union, Javier Solana, sagte bei der Konferenz der EU-Verteidigungsminister in Slowenien: "Die Botschaften müssen geschützt werden. Das ist die Verpflichtung eines jeden Landes."
Die Verhandlungen für das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen, das eine Vorstufe für Beitrittsverhandlungen der EU mit Serbien wäre, sollten warten, "bis sich die Dinge wieder beruhigt haben".
Mit ungewöhnlicher Schärfe reagierte das Weiße Haus auf die Ereignisse in Belgrad. "Unsere Botschaft wurde von Verbrechern angegriffen", sagte Sprecherin Dana Perino. "Wir haben der serbischen Regierung unser Missfallen wissen lassen, dass ihre Polizei diesen Vorfall nicht verhindert hat." Das US-Außenministerium machte die Mitglieder der serbischen Regierung persönlich für weitere Schäden an der Botschaft verantwortlich. Staatssekretär Nicholas Burns rief deswegen den serbischen Ministerpräsidenten Vojislav Kostunica und Außenminister Vuk Jeremic an.
Polizei greift erst spät ein
Im Anschluss an eine Demonstration von 150.000 Menschen gegen die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo griff am Donnerstag eine Gruppe von serbischen Nationalisten das Gelände der US-Botschaft in Belgrad an. Sie setzten ein Gebäude in Brand. Es dauerte etwa 45 Minuten, bis Polizei und Feuerwehr eintrafen und das Feuer gelöscht wurde. Polizisten riegelten das Gelände ab, es kam zu Zusammenstößen mit Demonstranten.
Auch vor den Vertretungen Deutschlands, Kroatiens, Großbritanniens und der Türkei kam es zu Übergriffen. In einem McDonalds-Restaurant zerstörten Demonstranten die Einrichtung. Eine Reihe von Geschäften wurde ebenfalls angegriffen, Augenzeugen berichteten von Plünderungen.
Mehr als 30 Personen wurden nach Angaben von Klinikärzten verletzt, die Hälfte von ihnen Polizisten. Der stellvertretende Klinikleiter Dusan Jovanovic sagte, dass die meisten verletzten Demonstranten sehr betrunken gewesen seien.
Der serbische Präsident Boris Tadic, der sich zur Zeit zu einem Besuch in Rumänien aufhält, rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Gewalt schade nur den Bemühungen Serbiens, den Kosovo zu verteidigen, sagte Tadic. Nach der Ausrufung der Unabhängigkeit am vergangenen Sonntag haben mehr als zwölf Staaten den Kosovo als eigenen Staat anerkannt, darunter die USA und Deutschland.
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(AP/dpa/jkr)
ICE-Strecke
@bruxx: ("Lieber Zack", 22.02.2008 16:23:49)
Entweder verstehen Sie meine Worte nicht, oder sie wollen sie nicht verstehen.
Ergo ich habe auf Ihre Wortwahl reagiert und sie aufgegriffen. Wenn sie diese
weiterhin benützen wollen, ist mir herzlich egal, nur zu.
Daher im übertragenen Sinne:
Jeder hat das Recht auf seinen eigenen schlechten Geschmack.
MfG
Zack
ps.
Den Spruch mit "Serbien ist überall da, wo Serben leben" habe ich auch hier
von Kosovo-Albanern geschrieben gelesen, die mitkommentiert haben.
Da stand allerdings "Albaner" statt "Serben", sonst der gleiche Wortlaut.
Und erwähnt wurde auch folgendes:
Albanien: 3,4 Millionen Albaner
Kosovo: ca. 1,8 Millionen A.
Griechenland: 800.000 A.
Republik Mazedonien : 470.000 A.
Süd-Italien: 220.000 A.
Südserbisches Preevo-Tal 70.000 A.
Montenegro 47.000 A.
Wenn ich mich nicht täusche, so erlebte Serbien in der Provinz eine
demographische Explosion der dortigen albanisch-stämmigen Bevölkerung,
die auch nach dem Ende des 2.WK in Scharen hinzog, im Rahmen der
"brüderlichen" Zusammenarbeit zweier kommunistischen Diktaturen.
Wenn so etwas innerhaöb von viell. 40 Jahren passiert, dann sind die
Probleme vorprogrammiert, s. dazu auch SZ-Onlinedoku "Krieg im 21. ..."
http://www.friedensnetz.de/Archiv%20Webseiten/Kosovo/nato-kosovo-studie.htm
"Stellt man die demographische Entwicklung vor allem der albanischen
Bevölkerung in Rechnung,..."
Ähnliches auch unter:
http://www.cap-lmu.de/aktuell/positionen/2008/kosovo.php
Maximum - Das Kosovo hat die höchste Geburtenrate Europas
http://www.esiweb.org/pdf/esi_kosovoslifeline_reactions_id_1.pdf
... dass die hier ganz gerne bei uns und mit uns leben...
Grüsse
@Srpska Crnogorka
ahh, so langsam glaube ich verstehe ich das problem...
viele serben sehen das kosovo als ihre heimat. aber ist das kosovo unabhängig dann haben sie dort keine zukunft mehr.
kann man das so zusammenfassen?
Die Wortwahl müssen Sie schon mir überlassen. Ich mach' hier keinen Normsprech.
Wo die Österreicher und die Briten ihre spirituelle Heimat verorten, müssen Sie diese selbst fragen. Bei den Österreichern finden sich sicherlich einige, die Prag, Budapest, Preßburg, oder Lemberg nennen würden. Und als Segler sind mir schon britische Boote mit dem Namen "Spirit of Rhodesia" begegnet.
Thilog liegt schon ganz richtig, wenn er sagt, dass wir von den heutigen Verhältnissen ausgehen müssen. Milosevic behauptete einst, dass Serbien überall da ist, wo Serben leben. Dann ist eben Serbien gerade da nicht, wo keine Serben leben. Scheint mir stringent....
Im Münchner Westend leben ca. 40 % Ausländer. Holen wir den Rest aus den anderen Ortsteilen dazu und bilden die Mehrheit, um dann das Westend zum unabhängigen Staat zu machen.
Vielleicht betrifft Euch das dann, auch wenn ihr vielleicht in einer völlig anderen Gegend von München lebt.
Im Kosovo leben womöglich 140.000 Serben, weil 250.000 in Serbien weilen aus Angst ins Kosovo zurückzukehren, da ihnen dort die Häuser niedergebrannt, Gräber geschändet und Frauen vergewaltigt (das nutzt die "Gegenseite" ja auch als Argument gegen die Serben) und ihre Kirchen und Klöster zerstört wurden.
Mir ist es wichtig, dass diese Menschen zurückkehren können, um normal und sicher zu leben und mit Thaci, dem UCK Anführer an der Macht wird es dazu nicht kommen.
Die einzige Sicherheit für diese Menschen ist Kosovo als Teil Serbiens zu belassen.
Ich lese ständig was von den armen Albanern, die analphabetisch sind, kein Geld zum Leben haben etc.
Habt ihr schon mal davon gehört, dass im ehemaligen Jugoslawien jeder Arbeitnehmer einen Teil seines Gehalts für die Entwicklung des Kosovo geben musste? Wieso haben die Albaner trotzdem nichts zu essen? Vielleicht zu viele Kinder (zwischen 5 und 10) ohne geregeltes Einkommen??? Habt ihr euch schon mal gefragt, wieviele Serben es im Kosovo noch vor 50 Jahren im Vergleich zu den Albanern gab und warum das heute nicht mehr der Fall ist (Titos Politik)?
Das Kosovo ist mit Universitäten ausgestattet, in denen auch viele Albaner ihren Abschluss gemacht haben. Doch dann kam die Zeit als die Albaner kein serbisch mehr lernen wollten und aus Protest die Kinder nicht mehr in die Schulen geschickt haben. Ich sage jetzt als Ausländer auch, ich verlange in der Schule, dem Bundestag und sonst wo meine eigene Sprache zu sprechen und deutsch möchte ich auch nicht lernen. In Deutschland würde ich damit nicht durchkommen, oder???
Man muss die gesamte Geschichte eines Landes kennen, um zu verstehen und nicht nur den Teil, der einem am Besten gefällt.
Und übrigens, wenn man sich Sachsen ansieht, dann ist Deutschland wohl noch heute nicht vollends demokratisch???!!!
Paging