Angriffe auf Militärstützpunkte Mehr als 80 Tote bei Anschlägen im Irak

Neue Gewalt im Irak: Bei einer Serie von Anschlägen und Feuergefechten sind allein am Montag Dutzende Menschen getötet worden. Bereits am Sonntag waren in mehreren irakischen Städten Bomben explodiert.

Bei Anschlägen im Irak sind am Montag Dutzende Menschen getötet worden. Nach Angaben von Sicherheitsbeamten und Ärzten gab es in Bagdad und nördlich der Hauptstadt eine Reihe von Schießereien und Bombenanschlägen.

Angriffe auf Militärstützpunkte Anschlagsserie im Irak fordert zahlreiche Opfer

Die Bombenanschläge im Irak haben Dutzende Menschen das Leben gekostet. Unter den Opfern sind viele Polizisten und Soldaten.

(Video: Agentur: zoom.in)

Die Nachrichtenagentur dapd berichtete unter Berufung auf Behördenangaben von mindestens 82 Toten, AFP bezog sich ebenfalls auf irakische Behörden und meldete mindestens 91 Tote und mehr als 160 Verletzte. Unter den Opfern seien viele Soldaten und Polizisten.

Nahe eines Büros des Innenministeriums in Bagdad riss eine Autobombe demnach mindestens 14 Menschen in den Tod. Neun weitere Menschen verloren ihr Leben, als Sprengsätze in den Städten Kirkuk und Hussainija detonierten. Auch in den Städten Dhuluijah und Tadschi gab es schwere Angriffe auf Militärstützpunkte.

Allein in Tadschi sollen 28 Menschen ums Leben gekommen sein. Dort seien Sprengsätze rund um fünf Häuser platziert worden und hätten 17 Menschen in den Tod gerissen, teilte die Polizei mit. Als Rettungskräfte an den Einsatzort geeilt seien, habe ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel gezündet und elf Polizisten getötet, hieß es weiter. Ein Mitarbeiter des Kasimijah-Krankenhauses in Bagdad bestätigte die Angaben zu den Opfern. Tadschi liegt rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Weitere Anschläge gab es in Saadijah, Chan Beni Saad, Tus Churmatu und Dibis.

Angriffswelle zu Beginn des Fastenmonats

Damit setzte sich die Welle von Angriffen fort, die nach einer Zeit der relativen Ruhe am Wochenende mit dem Anfang des Fastenmonats Ramadan begonnen hatte. Am Sonntag waren bei einer Serie von Autobombenanschlägen in mehreren irakischen Städten bis zu 25 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Zunächst waren am Sonntagabend zwei Autos in der sunnitisch dominierten Stadt Mahmudija, etwa 30 Kilometer südlich von Bagdad, explodiert. Zehn Minuten später explodierten zwei Sprengsätze in der nahegelegenen Stadt Maidan. Weitere Anschläge gab es in den Städten Ramadi, Mossul und Nadschaf. CNN zufolge richteten sich die Angriffe vor allem gegen hauptsächlich von Schiiten bewohnte Gegenden.

Zu den Anschlägen bekannte sich bislang niemand. Irakische Sicherheitskreise machen die Terrororganisation al-Qaida verantwortlich. Die Angriffe zeigten, dass die Gruppe einen Glaubenskrieg auslösen wolle. "Al-Qaida versucht, den Irak an den Rand eines Krieges zwischen Schiiten und Sunniten zu treiben", hieß es. "Sie wollen, dass die Lage so schlimm wird wie in Syrien."

Der Fastenmonat Ramadan hatte im Irak am Samstag begonnen. Die zwei Wochen zuvor waren vergleichsweise friedlich verlaufen, während im Juni 237 Menschen bei Anschlägen starben. Damit hat die Gewalt im Irak im Vergleich zum Höhepunkt der Kämpfe zwischen den verschiedenen Volksgruppen 2006 bis 2007 zwar abgenommen. Seit dem Abzug der US-Kampftruppen im Dezember blieben die Spannung jedoch hoch. Dazu kommt der anhaltende politische Streit zwischen den schiitischen, sunnitischen und kurdischen Gruppen im Land.