US-Regierungsbeamte rechtfertigen den Luftschlag, Syrien bricht den diplomatischen Kontakt zu Washington ab. Helfer von McCain wollen den Vorfall für sich nutzen.
US-Regierungsbeamte haben den amerikanischen Militärschlag in Syrien als Mahnung an die Regierung in Damaskus bezeichnet, das Eindringen von ausländischen Kämpfern in den Irak zu unterbinden.
Bild vergrößern
Angehörige trauern um die Opfer des US-Angriffes (© Foto: AP)
Anzeige
Amerikanischen Medienberichten vom Dienstag zufolge bestätigten die Beamten, dass der mutmaßliche Anführer eines Terroristenrings Ziel der Operation am Sonntag gewesen sei.
Er soll neben Kämpfern auch Geld und Waffen in den Irak geschmuggelt haben. Der Mann mit dem Spitznamen Abu Ghadija sei getötet oder verletzt worden. Mehrere andere bewaffnete Männer seien ums Leben gekommen.
Die USA hatten sich in der Vergangenheit wiederholt darüber beklagt, dass die syrische Regierung arabischen Kämpfern die Durchreise durch ihr Land erlaube.
US-Militärs haben jedoch seit 2007 hervorgehoben, dass der Zustrom nachgelassen habe. Der Washington Post zufolge sind zuletzt etwa 20 Kämpfer pro Monat über die syrische Grenze in den Irak gelangt, während es 2006 noch mehr 100 waren.
"Du musst die globale Bedrohung in deinem Hinterhof beseitigen, und wenn du das nicht tust, dann haben wir keine andere Wahl, als die Angelegenheit in unsere eigenen Hände zu nehmen", zitierte die Zeitung einen Regierungsbeamten, der nicht namentlich genannt werden wollte.
Der Beamte verglich das Kommandounternehmen zugleich mit jüngsten ähnlichen Operationen in Pakistan gegen mutmaßliche Taliban- Rebellen. "Wenn sich Ziele anbieten und identifiziert werden (...), dann wird das Risiko für sie größer und größer. Genau wie in Pakistan werden Schritte unternommen, mit der Sache fertig zu werden." Die Regierung in Washington und das US-Militärkommando in Bagdad nahmen weiterhin nicht offiziell Stellung zu der Kommandoaktion.
Als Reaktion auf den US-Hubschraubereinsatz hat Syrien indes mehrere amerikanische Einrichtungen in Damaskus. Betroffen sind eine Schule und ein Kulturzentrum, wie die amtliche Nachrichtenagentur Sana am Dienstag berichtete.
Das Kabinett von Ministerpräsident Nadschi Otari habe eine entsprechende Entscheidung getroffen und den Bildungsminister mit der Umsetzung beauftragt. Damaskus hat mit Empörung auf den US-Angriff vom Sonntag reagiert, bei dem nach syrischen Angaben acht Menschen getötet wurden.
Irakische Regierung verurteilt US-Luftschlag
Die von mehreren Staaten scharf kritisierte Militäraktion wurde in den USA auch zum Wahlkampfthema. Ein Sprecher des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain, Michael Goldfarb, veröffentlichte inzwischen eine Erklärung, in der es hieß: "Wenn es nach dem Demokraten Barack Obama gegangen wäre, hätten die US-Streitkräfte diesen Schlag nicht ausführen können."
Goldfarb wies zugleich darauf hin, dass sich Obama für den Fall seines Wahlsiegs zu einem Treffen mit Führern feindlich gesonnener Länder bereiterklärt habe. Dazu zähle auch die syrische Regierung.
Derweil berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabija, dass die irakische Polizei der US-Armee auf die Spur der mutmaßlichen Terroristen gebracht haben soll.
Die irakische Regierung verurteilte inzwischen den Luftangriff auf syrisches Gebiet verurteilt. Die jüngste Kritik am Vorgehen der USA könnte politische Nachwirkungen haben: Derzeit versuchen die Regierungen in Bagdad und Washington einen im Irak umstrittenen Pakt zur weiteren Stationierung von US-Truppen im Land zu retten.
Schiitischen-Führer kritisieren unter anderem, dass die Vereinbarung die US-Armee nicht davon abhält, den Irak als Stützpunkt für Angriffe gegen Nachbarländer zu benutzen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- US-Militäreinsatz Frankreich ist besorgt 27.10.2008
- US-Angriff in Syrien Klare Botschaft an Damaskus 27.10.2008
- Militäreinsatz in Syrien USA bestätigen Angriff 27.10.2008
(dpa/AP/odg/cag)
ICE-Strecke
die Demokratiekrise kommen.... eigentlich diese kritische Äußerung und Kommentare der Leser sollten Politiker und Medien zu denken geben....
Aber sie sind so blind und unterbeleuchtet....., dass sie irgendwann gar nicht zu melden haben....
denn dann ist jemand an der Macht, den wir alle hassen werden.....
aber dann ist es wie immer ... wieder zu spät!
Amerikaner verstoßen gegen alle Rechte anderer Völker.Es wird von den "Demokratischen Staaten" auch nicht kritisiert,die Bushhöhrigkeit ist überall zu sehen.
Aber das waren doch unsere amerikanischen Freunde und die machen bekanntlich alles richtig!!!
Wir sehen erst wieder Reaktionen der Bestürzung aller deutscher Politiker, wenn in Israel jemand stolpert und sich ein Bein bricht.
in diesem Zusammenhang gelesen oder gehört? Was sagt die deutsche Politik? Irgendeine Reaktion? Fehlanzeige! Von einem Rechtsstaat und unabhängigen Medien wäre mehr zu erwarten gewesen - wenn wir sie denn hätten.
Warum können Sie meinen Kommentar nicht veröffentlichchen?
Angst vorm Big Brother vermute ich!
Paging