Bundeskanzlerin Merkel wünscht sich zur Bewältigung der Wirtschaftskrise die Risikobereitschaft des Jahres 1989 zurück.

Die Aufbruchstimmung des Jahres 1989 ist für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Ansatz, um die aktuelle Wirtschaftskrise zu bewältigen. "Ab und an könnte uns ein Schuss der Improvisationsfähigkeit, der Risikobereitschaft und der Leidenschaft der Anfangsjahre auch in der heutigen Zeit nicht schaden", sagte Merkel in Weimar. Dort hatte die CDU zu einem Kongress zum Thema "20 Jahre Deutsche Einheit" eingeladen.

Angela Merkel in Weimar, Getty

Die Weichen stellen, dass Deutschland aus der Krise kommt: Kanzlerin Merkel in Weimar. (© Foto: Getty)

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Zugleich warnte die Kanzlerin vor Geschichtsvergessenheit. Vor allem junge Menschen wüssten wenig über die Zustände in der DDR. Deshalb müsse das Konzept zu Gedenkstätten der deutschen Einheit schnell umgesetzt werden. Mit der Vereinigung seien allerdings auch etliche Menschen enttäuscht worden, sagte Merkel. Viele Ostdeutsche hätten ihre Jobs verloren. "Dabei darf man jedoch Ursache und Wirkung nicht verwechseln."

Das Wirtschaftssystem der DDR sei nicht überlebensfähig gewesen. Dadurch gebe es nach wie vor strukturelle Defizite in den ostdeutschen Ländern, die mit Mitteln aus dem Solidarpakt bis 2019 ausgeglichen werden sollen. Der Prozess der Wiedervereinigung müsse bis dahin vollendet werden. "Die Menschen wollen dahin kommen, dass sie aus eigener Kraft ihr eigenes Leben gestalten können."

In der Politik gehe es jetzt darum, die Weichen so zu stellen, dass Deutschland stärker aus der Krise herauskomme, als es hineingangen sei. "Jede vernünftige Partei wird sich das Ziel setzen, dass wir Arbeit für alle schaffen", sagte Merkel und fügte hinzu: "Aber die Frage heißt doch: Wie? Traue ich den Menschen etwas zu?" Um die Wirtschaft anzukurbeln, müssten Hemmnisse abgebaut werden - auch in der Forschung. Dort dürfe der Staat eben nicht hineinregieren und festlegen, "welche Forschung uns passt oder nicht passt".

Auch für die Beibehaltung des Solidarpakts setzt sich die Kanzlerin ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nachdrücklich für die Beibehaltung des Solidarpakts bis 2019 ausgesprochen. "Der bisherige Erfolgskurs muss fortgesetzt werden", sagte Merkel auf einer Konferenz der CDU in Weimar.

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(dpa/cag)