Vielleicht können die Unterschiede zwischen Amerika und Europa ja auch eine Quelle der Stärke sein. US-Firmen legen weniger Wert auf staatliche Anreize, umweltfreundlich zu produzieren (das ist eher der europäische Ansatz) - dafür aber umso mehr auf Anreize des Marktes, saubere Technologien einzuführen. Daran arbeiten sie, jede Firma für sich.
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Ein Netz von Aufladestationen
Ein schönes Beispiel dafür ist das Unternehmen "Better Place" des früheren SAP-Managers Shai Agassi: Seine Batterie-Innovationen tragen dazu bei, Elektroautos in Kalifornien populär zu machen (einem Bundesstaat, der, für sich genommen, zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt gehört). Eine solche Firma hat natürlich ein wachsendes Interesse daran, entlang der Autobahnen ein Netz von Aufladestationen hochzuziehen.
Darüber hinaus gibt es gemeinnützige Organisationen wie die "Joint US-China Cooperation on Clean Energy" - eine Initiative, bei der mehr passiert, als es in Kopenhagen je der Fall sein wird. Jeden Monat bringt sie Dutzende amerikanische Firmen nach China, wo deren Manager dann Bezirks-Gouverneure und Bürgermeister treffen. Mit denen arbeiten sie daran, Chinas Ausstoß an Kohlendioxid zu reduzieren, und dies jeweils um die Emissionsmengen einer Mega-Stadt.
Und US-Firmen wie Cisco und IBM sind weltweit an Stadtplanungen beteiligt, von Hamburg bis Bangalore.
Blick auf die Substanz von Innovationen
Letztlich werden diese Innovationen ihren Weg zurück auf den US-Markt finden. Auf diese Weise leisten sie einen großen Beitrag dazu, auch den US-Ausstoß zu reduzieren. Die Schlüsselerkenntnis sowohl für Amerikaner wie für Europäer wird dann sein, dass Klimawandel von unten mindestens genauso effizient bekämpft werden kann wie von oben.
Kopenhagen wird kommen und gehen, wie Kyoto. Wir sollten den Blick viel stärker auf die Substanz von Innovationen richten, anstatt auf die Rhetorik irgendwelcher Deklarationen. Diese Lektion sollten sich alle Diplomaten und alle Unterhändler zu Herzen nehmen, ganz gleich, ob sie es mit dem Klimawandel, den Finanzmärkten, der Armut in Afrika oder irgendeiner anderen Herausforderung zu tun bekommen.
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