Obama als US-Präsident wiedergewählt Romney gesteht Niederlage ein

06:33 Uhr Ärmste Bezirke der USA für Obama

Die beiden ärmsten Bezirke der USA haben klar für Obama gestimmt. In Ziebach County in South Dakota, dem Kreis der USA mit der höchsten Armutsrate, wählten 58 Prozent den Demokraten. Das waren fünf Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Im nicht weit entfernten Buffalo County stimmten 74 Prozent für Obama, 26 Prozent für seinen Herausforderer Mitt Romney - fast das gleiche Ergebnis wie vier Jahre zuvor. In beiden Countys sind Indianerreservate beheimatet.

In Ziebach County lebt etwa die Hälfte der gut 2800 Einwohner unterhalb der Armutsgrenze. In Buffalo County beträgt das Durchschnittseinkommen der knapp 2000 Einwohner nur 11.400 Dollar (8900 Euro). USA-weit sind es etwas mehr als 27.300 Dollar.

06:26 Uhr Machtverhältnisse im US-Kongress bleiben unverändert

Die Machtverhältnisse im US-Kongress bleiben unverändert: Während die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus bei der Kongresswahl am Dienstag verteidigen konnten, behielten die Demokraten die Oberhand im Senat.

Mit dem Wahlausgang dürfte der politische Stillstand in Washington bei wichtigen Themen weiter fortbestehen. Für Obama wird es nicht leichter, zu regieren.

06:23 Uhr Obama wartet auf Romneys Eingeständnis der Niederlage

"We gonna get started something": Zur Musik von Michael Jackson wiegen die Obama-Unterstützer in Chicago mit den Hüften und warten auf die Hauptperson. Obama wird im Laufe der Nacht in seiner Heimatstadt mit seinen Unterstützern den Wahlsieg feiern. Doch noch zeigt er sich nicht, vermutlich wartet er doch auf Romneys Eingeständnis der Niederlage. Auf CNN erklären die Moderatoren inzwischen im Detail, warum sich der Sender so sicher ist, Ohio Obama zuzuschlagen, obwohl noch nicht fertig ausgezählt ist. Zusammengefasst liegt das daran, dass die Wahlkreise, von denen noch viele Stimmen fehlen, mehrheitlich demokratisch abgestimmt haben.

06:10 Uhr Die letzten Ergebnisse

Während in Chicago schon gefeiert und in Boston noch geschwiegen wird, trudeln die letzten Ergebnisse ein: So gewinnt Obama auch den Swing State Colorado, ein Staat, in den die Republikaner große Hoffnungen gesetzt haben. Nun ist es nicht mal mehr rechnerisch möglich, dass Romney noch gewinnt.

06:06 Uhr "Ich hatte so Angst"

Kurz nach Obama siegt die Müdigkeit. Das Berliner Gebäude der Botschaftsveranstaltung leert sich umgehend, nachdem der Sieg bekanntgegeben worden ist. Erleichtert ist Obama-Fan Jonathan, der mit einem Austauschprogramm aus Minnesota in Berlin ist. "Ich hatte so Angst. Ich habe an die Wahl 2004 gedacht, als Bush gewonnen hat. Ich bin damals sehr traurig nach Hause gegangen." Jonathan hatte seinen Anteil am Wahlausgang. Er hat gewählt, die zehn Wahlmänner seines Staates werden wohl an Obama gehen.

06:02 Uhr Was macht Romney?

Alle warten auf ein Wort von Romney. In seinem Lager wird immer noch auf die Zahlen geschaut und genau gerechnet, vor allem mit Blick auf Ohio. Die Reporter der US-Sender haben keine weiteren Informationen darüber, was der republikanische Kandidat jetzt vorhat.

05:59 Uhr "Ich muss nicht nach Kanada"

Kampf um Gesprächspartner: Die Journalisten sind in Chicago durch Zäune von den Obama-Anhängern getrennt. Mit Rufen versuchen sie, im Gedränge Interviews anzuleiern und Statements einzuholen. Das schönste Zitat stammt aber von einem jungen Afroamerikaner, der als Security-Mann arbeitet: "Gottseidank, ich muss nicht nach Kanada umziehen." Die Sorge vor einem Präsident Mitt Romney saß bei einigen sehr tief. Die Blicke richten sich auf die Bühne, hinter der ein riesiger dunkelroter Vorhang hängt. Hier wird Obama später seine Siegesrede halten - wahrscheinlich an der Seite von Ehefrau Michelle und den Töchtern Sasha und Malia.

05:55 Uhr Anhänger feiern Obama und skandieren "Four more years"

Als sich NBC als erster Sender traute, blieben viele skeptisch. Doch als CNN Barack Obama zum Sieger der Präsidentschaftswahl 2012 erklärt, explodiert die Halle, berichtet SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb aus Chicago. Aus den Boxen dröhnt "Twist and Shout" - und es wird getanzt und gesungen. Ehrengäste strömen in die Halle, klatschen die Fans hinter den Zäunen ab und geben Interviews. Helfer verteilen Stars-and-Stripes-Fähnchen, die begeistert geschwenkt werden.

Die Einzigen, die nun streiten, sind die Fotografen und Kameramänner, die um die beste Position rangeln. Ansonsten herrscht großer Jubel - und große Erleichterung unter den Tausenden Anhängern des ersten afroamerikanischen US-Präsidenten.

05:52 Uhr Romney erkennt Niederlage nicht an.

Üblicherweise gestehen die Verlierer bei US-Wahlen ihre Niederlage innerhalb kurzer Zeit ein. 2008 hatte der Verlieren John McCain dies etwa nach einer halben Stunde getan. Romney zögert noch.

05:46 Uhr Romney gibt (noch) nicht auf

Noch hat es keinen Anruf bei Obama gegeben, in dem Romney seine Niederlage eingesteht. Das republikanische Lager macht sich angeblich noch Hoffnung auf Ohio, wo noch neun Prozent der Stimmen ausgezählt werden müssen und Obamas Vorsprung hauchdünn ist. Alle TV-Sender sind sich jedoch einig, dass es für Romney nicht mehr reichen wird.

CNN erklärt hier auf Wahlkreisebene, wie die Prognosen zustande kommen.

05:35 Uhr Erleichtert: Amerikaner in Berlin

Vor vier Jahren klang es triumphierend, jetzt klingt es einfach nur erleichtert. Die Amerikaner in der Berliner Telekom-Niederlassung springen vor Freude über Obamas Wahlsieg auf, schreien und klatschen für eine Minute. Dann zerstreuen sie sich langsam. Die Anspannung ist verschwunden. Nur eine Sprachstudentin aus Virginia mit dem US-Flaggen-Pin am Blazer sitzt noch etwas verkrampft auf ihrem Stuhl. Sie deutet auf ihre Handtasche: "Ich habe einen Schal mit Stars and Stripes zum Jubeln da drin. Aber solange es noch nicht hundertprozentig sicher ist, bin ich skeptisch." CNN verkündet, dass Romney nach Zahl der abgegebenen Stimmen führt, obwohl er die Wahl verlieren dürfte.

05:31 Uhr Jubel überall

In Chicago warten derzeit zehntausende jubelnde Menschen auf den Präsidenten, der angeblich schon auf dem Weg zu seiner Wahlparty sein soll. Normalerweise ist es üblich, dass der Wahlsieger sich erst äußert, wenn der Verlierer seine Niederlage eingesteht. Doch die TV-Sender erwarten Obama früher. Möglicherweise bricht er mit dieser Tradition.

Auch halb Washington ist auf den Straßen und auf dem Weg zum Weißen Haus und jubelt "Four More Years" und "USA, USA". DC ist fest in demokratischer Hand, mehr als 90 Prozent wählten hier Obama und freuen sich entsprechend über die zweite Amtszeit.

05:24 Uhr Und die nächsten Prognosen

Auch Oregon geht mit sieben Wahlmännern an Obama. Und Ohio. Damit ist Barack Obama auch rechnerisch als Präsident wiedergewählt.

Missouris zehn Stimmen immerhin gehen an den Romney. Er kann nun mit 201 Wahlmännern sicher rechnen. Wird ihn nicht trösten.

05:20 Uhr "Four more years"

Auch Obama ist sich sicher, gewonnen zu haben: "Four more years", twittert er.  Dazu ein Bild, wie er seine Frau Michelle umarmt.

05:18 Uhr Obama hat die US-Präsidentenwahl gewonnen

Jetzt überschlagen sich die Siegesmeldungen: Obama hat nach Angaben des Fernsehsenders NBC die US-Präsidentenwahl gewonnen. Auch CNN und Fox melden: Sieg Obama. In Chicago wird schon gefeiert.

05:15 Uhr Es läuft immer mehr für Obama

Nächste Prognose für einen der Swing States: Iowa geht an Barack Obama. Der Staat schickt sechs Wahlmänner. Ebenso New Mexiko mit fünf Wahlmännern. Das führt zu einem aktuellen Zwischenergebnis von 249 Stimmen für Obama und 191 für Mitt Romney. Damit fehlen dem Präsidenten nur noch 21 Stimmen zur Wiederwahl. Es sieht ganz danach aus, als ob der alter auch der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist.

04:57 Uhr Wahllokale an der Westküste schließen

Nun schließen auch an der Westküste, darunter im größten Bundesstaat Kalifornien, die Wahllokale. Für folgende Staaten können die Ergebnisse schon jetzt vorhergesagt werden: Kalifornien und seine 55 Wahlmänner gehen an den Präsidenten, genauso wie Hawaii, Wisconsin und Washington. Romney kann Idaho und Montana für sich verbuchen. Vor allem Kalifornien macht den Unterschied. Insgesamt ist Obama nun an Romney vorbeigezogen und kann mit 228 Wahlmännern rechnen, 176 Stimmen hat Romney sicher.

04:55 Uhr Arizona an Romney, Minnesota an Obama

Zwei neue Prognosen: Minnesota und seine zehn Wahlmänner gehen an Obama, Arizona geht mit elf Stimmen an Romney. Damit ist das Rennen weiter eng und alle schauen weiter auf die Swing States, besonders auf Florida.

04:45 Uhr Angespannte Stimmung in Romneys Wahlkampfzentrale

CNN-Reporter berichten von sehr angespannter Stimmung in der Wahlkampfzentrale von Mitt Romney. Im Moment spielt sich die Geschichte in Florida ab. Noch immer führt Obama bei der Auszählung der Stimmen, der Unterschied zwischen beiden Kandidaten liegt derzeit etwa bei 60.000 Stimmen. Weil sonst nichts passiert, brechen die CNN-Moderatoren Floridas Ergebnisse auf Wahlbezirke herunter und erklären genau, welche Stimmen der Präsident schon hat, mit welchen er noch rechnen kann und warum es unwahrscheinlich ist, dass Romney noch an Obama vorbei ziehen kann. Sollte Obama Florida gewinnen, hat Romney rechnerisch fast keine Chance mehr.

04:39 Uhr Republikaner gratulieren schon

Einige Republikaner gegen das Rennen schon verloren. Ein Berater Romneys, wenn auch keiner aus dessen innern Zirkel, gratuliert den Demokraten per Twitter. Avik S.A. Roy, der Romney beim Thema Gesundheitsvorsorge zur Seite stand, schreibt: "Congrats to my Dem friends. Best wishes for the new administration. Will continue to provide the loyal opposition."

04:28 Uhr 147 zu 158

In vielen Staaten wird noch immer ausgezählt, hier die aktuellen Zwischenstände: In Arizona, Wisconsin, Virginia, Montana und North Carolina liegt Romney vorne. Obama hat bislang die höhere Stimmenzahl in Colorado, New Mexiko, Ohio, Iowa und Florida. In Florida konnte er seinen Vorsprung etwas ausbauen und liegt derzeit 46.000 Stimmen vor dem Herausforderer.

Rechnet man die Stimmen landesweit zusammen, führt Romney - doch darauf kommt es nicht an, sondern auf die Wahlmänner. Der Zwischenstand hier: 147 Stimmen für Obama, 158 gehen nach derzeitigem Stand an Mitt Romney

04:26 Uhr Immer mehr schlechte Nachrichten für die Republikaner

Die Liste der schlechten Nachrichten für die Republikaner wird länger und länger: Die Demokratin Claire McCaskill, die als schwächste Senatorin galt, behält ihren Sitz. Warum? Die Wähler in Missouri wollten nicht von Todd Akin vertreten werden - jenem Tea-Party-Liebling, der über "legitime Vergewaltigung" redete. Damit, so sagt die Expertin von CNN, ist es für die Konservativen unmöglich, die Mehrheit im Senat zu bekommen. Dies gilt auch für den Fall, dass Romney doch Präsident wird und Paul Ryan als Vize bei Gleichstand den Ausschlag geben könnte. Eine herbe Schlappe, wie nicht nur Sarah Palin auf Fox News beklagt.

04:20 Uhr "Gewisse Grundgelassenheit"

Ruprecht Polenz trägt die Insignien des international denkenden Politikers: am Revers eine deutsch-europäische Doppelfahne, am Handgelenk Stars and Stripes als Bändchen. Der profilierteste Amerika-Freund der CDU sitzt vor dem CNN-Bildschirm und liest auf Facebook die Kommentare zu seinem letzten Post. Gerade verkündet John King Gleichstand in Florida. Polenz sagt: "Auf der einen Seite ist es spannend, auf der anderen können wir Deutschen es mit einer gewissen Grundgelassenheit angehen." Denn dass es im transatlantischen Verhältnis Probleme geben könnte, wenn Romney die Wahl gewinnt, glaubt er nicht. "Abgesehen von einem kleinen Teil der Bevölkerung wünschen sich auch die Amerikaner nicht, dass der Präsident einen schärferen Ton in der internationalen Politik anschlägt." Dass das Wahlsystem mit seinen Wahlmännern und Sonderregeln unübersichtlich sei, gesteht er zu: "Es gibt genügend Stoff, für den schon Anwälte Laptop bei Fuß bereitstehen." Aber das seien nun mal die gewachsenen Strukturen: "Wir müssen auch verstehen, dass die Demokratie in den USA einfach 250 Jahre alt ist."

04:17 Uhr "Es ist ganz eng"

Auf der Party im Amerikahaus tippen viele Gäste wie wild auf ihre Smartphones ein. "Ich muss twittern", sagt Marc, ein 22-jähriger Student. Bei Twitter könne er besser verfolgen, was los sei. Sein Kumpel Jordi postet ein Foto für seine Freunde daheim in Miamia auf Facebook. "Damit sie wissen, dass ich auch dabei bin", scherzt er. Andere Gäste telefonieren mit Familie oder Freunden in den USA. Man tauscht Meinungen aus, fachsimpelt, macht Prognosen. "Es ist ganz eng", sagt Marc. Das mache das Ganze so nervenaufreibend.

04:14 Uhr Futures an der Wall Street mit Kursverlusten

Die Börsen zeigen sich unzufrieden. Futures auf den Aktienindex S&P 500 jedenfalls bauen ihre Kursverluste aus und notierten nun 0,8 Prozent schwächer. Börsenexperten verweisen darauf, dass der Kongress wie es im Moment aussieht gespalten bleibt - ganz egal wer die Präsidentenwahl gewinnt. Damit würde es weiterhin sehr schwer sein, den Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern beizulegen und die sogenannte "Fiskalklippe" zu umschiffen.

04:09 Uhr New Hampshire an Obama

Neue Prognosen um vier Uhr: Utah geht (wenig überraschend) an den Republikaner. In allen anderen Staaten, in denen nun die die Wahllokale schließen, kann noch nichts vorhergesagt werden. New Hampshire geht definitiv an Barack Obama. Der Staat darf zwar nur vier Wahlmänner stellen, bei einer so knappen Wahl können die jedoch entscheidend sein.

04:02 Uhr Ausgerechnet Michigan

Romney könnte Michigan verlieren, ausgerechnet den Bundesstaat, in dem sein verstorbener Vater einst Gouverneur war. Viele hatten erwarten, dass der Republikaner hier einen Sieg davon trägt. Noch ist aber nichts entschieden. Verliert Romney, verliert er seinen zweiten Heimatstaat: In Massachusetts, wo er seit mehr als 30 Jahren lebt, kassierte er eine krachende Niederlage.

03:57 Uhr Wenn Romney Florida verliert…

....dann hat er nach derzeitiger Lage fast keine Chance mehr, die Wahl für sich zu entscheiden. Denn er müsste dann nach Berechnungen der New York Times mindestens acht weitere Swing States für sich entscheiden: Ohio, North Carolina, Virginia, Wisconsin, Colorado, Iowa, Nevada und New Hampshire.  Zumindest Wisconsion geht aber nach den Hochrechnung mehrerer TV-Sender sicher an Obama. Auch New Hampshire hat Obama wohl gewonnen. Und auch in Florida muss Romney zittern: Möglicherweise geht es am Ende nicht um Tausende, sondern vielleicht sogar nur um Hunderte Stimmen. Wird es extrem knapp, muss nachgezählt werden, nämlich dann wenn der Abstand zwischen beiden Kandidaten weniger als 0,5 Prozent beträgt.

03:56 Uhr Hin und her in Florida

Auch der Swing State Colorado könnte sich am Ende als wahlentscheidend herausstellen. Nachdem fast die Hälfte der Stimmen ausgezählt sind, liegt der Präsident bislang vorne. In Florida hat Obama inzwischen wieder ein wenig mehr Vorsprung. Er hat 20.000 Stimmen mehr als sein Herausforderer, 84 Prozent der Stimmen sind ausgezählt.

03:53 Uhr Die Halle füllt sich

In Chicago füllt sich die Halle mit Obama-Fans, berichtet SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb. Es ist die typisch bunte Mischung, die auch beim Parteitag und bei den Wahlkampfevents zu sehen waren: Viele Schwarze und Latinos sowie junge und ältere Weiße, die mit ihren Stickern und T-Shirts zeigen, dass sie liberal denken. Die Musik ist fröhlich, es werden Promi-Videos gezeigt, auf denen Barack und Michelle durchs Land reisen, Reden halten und Menschen herzen. Auf großen Leinwänden werden in sechs Kacheln die verschiedenen TV-Sender gezeigt - und oft brandet Jubel auf, etwa als die guten Vorhersagen aus Pennsylvania durchgegeben werden.

03:43 Uhr Trend zu Obama

Michigan, Pennsylvania und Wisconsin. Diese drei Swing States hat Obama gewonnen. Laut CBS und Fox kann er auch New Hampshire für sich verbuchen. Die Zuversicht im Lager der Demokraten dürfte dadurch deutlich steigen. Ob sich aber hier schon ein Trend erkennen lässt. In Florida liegen die beiden Präsidentschaftsbewerber Kopf-an-Kopf. 

03:30 Uhr Jede Stimme zählt in Florida

In Florida wird es noch knapper. Es steht immer noch 50:50, sieben Millionen der Stimmen sind ausgezählt - Mitt Romney liegt gerade mal 600 Stimmen vorne. In Florida könnte die Wahl entschieden werden - wenn es so knapp bleibt, womöglich von ein paar hundert Wählern. Selten ist es so deutlich, dass wirklich jede Stimme zählt.

Im Moment können Barack Obama 123 Wahlmänner zugeschlagen werden. 152 Wahlmänner hat Romney CNN zufolge sicher.

03:17 Uhr Obama holt Pennsylvania

Obama hat nach Hochrechnung der TV-Sender NBC und Fox News die Wahl im umkämpften Pennsylvania gewonnen. Das Rennen war dort zuletzt laut Umfragen knapp geworden. Der Republikaner Mitt Romney hatte sich Chancen auf die 20 Wahlmännerstimmen ausgerechnet. Für Obama ist das ein extrem wichtiger Sieg.

03:14 Uhr Nervosität im Amerikahaus steigt

(Foto: Beate Wild)

Gebannt verfolgen die Gäste im Münchner Amerikahaus die ersten Ergebnisse an den Bildschirmen und Leinwänden. Als durchgegeben wird, dass Romney in West Virginia führt, geht ein Aufschrei durch das Publikum. Die Nervosität steigt.

03:10 Uhr Jahrmarktsatmosphäre auf der Wahlparty in Berlin

Die US-Botschaft hat zur Wahlparty in die Berliner Niederlassung der Telekom geladen. Es herrscht entspannte Jahrmarktsatmosphäre. Rot-weiß-blaue Deko hängt an den Wänden. Es gibt einen Hot-Dog-Stand und einen Wagen auf dem "Diner" steht, der aber kein Essen, sondern Wein und Bier ausschenkt. Das ZDF ist auch da - mit einer weißen Couch. Darauf sitzt Obamas Halbschwester. Ein Karikaturist zeichnet Mitt Romney auf ein Flipchart und erklärt der Moderatorin Bettina Schausten, er habe mit dem Mund dessen Vorliebe für "Propaganda" darstellen wollen. Irgendwo blitzt ein roter Irokese - Sascha Lobo tippt in sein Laptop.  Die jüngeren Gäste sehen auf einer Leinwand im Nebenraum lieber dem CNN Graphikgott John King dabei zu, wie er mit den Fingern South Carolina großzoomt. Wer gewinnen wird, weiß auch er nicht.

03:05 Uhr Neue Prognosen

Um drei Uhr deutscher Zeit schließen die Wahllokale in zahlreichen Bundesstaaten und eine neue Welle von Prognosen trifft ein. Darunter sind die Staaten Arizona, Colorado, Michigan. Nebraska, New Mexiko, Colorado, North Dakota und South Dakota. 156 Wahlmännerstimmen werden in diesen Staaten verteilt.

Hier die Prognosen im Einzelnen:

[] North Dakota - Romney

[] South Dakota - Romney

[] Kansas - Romney

[] Louisiana - Romney

[] Texas - Romney (38 Stimmen)

[] Wyoming - Romney

[] Mississippi - Romney

[] Michigan - Obama (16 Stimmen)

[] New York  - Obama (29 Stimmen)

[] New Jersey - Obama

Für Arizona, Colorado, Nebraska, New Mexico, Wisconsin und Minnesota können noch keine Prognosen abgegeben werden.

03:00 Uhr Es sieht gut aus für die Demokraten im Senat

Ein Update in Sachen US-Senat. Bisher hatten die 51 Demokraten hier die Mehrheit und konnten sich auf die Unterstützung von zwei unabhängigen Abgeordneten verlassen. Die Republikaner stellen 47 Senatoren - doch sie müssen nur ein Drittel der 33 offenen Sitze verteidigen. Eigentlich eine gute Ausgangslage, doch es sieht nicht gut aus für die Konservativen: In Florida verteidigt Demokrat Bill Nelson seinen Sitz, in Maine übernimmt der Unabhängige Angus King den Sitz der vom Politbetrieb genervten Republikanerin Olympia Snowe. Und in Connecticut tritt der Unabhängige Joe Lieberman, einst Vize von Al Gore, nicht mehr an - sein Nachfolger wird ebenfalls ein Demokrat. 

In Massachusetts liegt die Demokratin Elizabeth Warren derzeit knapp vor dem Republikaner Scott Brown - dieser Senatssitz ist besonders umkämpft; er wurde nach dem Tod des demokratischen Senators Ted Kennedy neu besetzt und ging dann überraschend an Brown.

Wie sieht es aus für Richard Mourdock und Todd Akin, die beiden ultrakonservativen Republikaner, die mit ihren Bemerkungen über Vergewaltigungen für Trubel sorgten? Mourdock liegt nach Auszählung von knapp der Hälfte der Stimmen in Indiana hinten. Wenn diese beiden Sitze auch an die Demokraten gehen, dann wäre die Mehrheit sogar sicher, wenn George Allen in Virginia siegt. Akin liegt mit 40 Prozent gegen 54 Prozent gegen Claire McCaskill zurück.

Dagegen zeichnet sich wie erwartet ab, dass die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen werden. Bisher gewannen republikanische Kandidaten schon 63 Sitze, demokratische Kandidaten nur 38.

02:52 Uhr Wahlkarte

Einen Überblick über den aktuellen Stand der Auszählung finden Sie in unserer Wahlkarte. Sie wird ständig aktualisiert.

02:47 Uhr Auch in München wird mitgefiebert

(Foto: Robert Haas)

Die Gäste im Münchner Amerikahaus sitzen vor den Bildschirmen und Leinwänden. "Ich halte die Nervosität nicht mehr aus", stöhnt eine Dame. Schon seit vier Stunden wartet sie mit ihrem Mann und Freunden darauf, dass die Auszählung endlich losgeht. Sie kommt ursprünglich aus Ohio und hat für Obama gestimmt. "Ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird es", prophezeit sie.

02:46 Uhr 82 zu 64 für Romney

Tennessee und seine elf Wahlmänner gehen an den Herausforderer Romney. Der Republikaner liegt hier mit 59 Prozent deutlich vor dem Präsidenten. Auch Alabama gewinnt Romnney deutlich.

Insgesamt steht es nach CNN-Berechnungen derzeit 82 zu 64 Stimmen für den Republikaner. Doch noch fehlen zahlreiche große Swing States, das Rennen ist weiter offen.

02:42 Uhr Keine Spur von Optimismus auf Fox News

Bisher keine Triumphstimmung in den konservativen Kanälen, eher im Gegenteil: Aufschlussreich ist, wie der sonst eher ziemlich aggressive Kommentator Bill O'Reilly die Zuschauer von Fox News vorsichtshalber schon mit der Melancholie des moralisch überlegenen Verlierers kam: Wirbelsturm Sandy habe auf den letzten Metern Romneys Kampagnenstrategie durchkreuzt. Außerdem sei Amerika nun einmal ein sich änderndes Land. Die Bevölkerung sei nicht mehr dieselbe. "Das weiße Establishment ist heute eine Minderheit."  "Schwarze, Latinos und Frauen" seien nun einmal für Obama. "Die Leute meinen ein Anrecht auf Dinge zu haben. Und wer gibt ihnen Dinge? Präsident Obama!" Das Land ändere sich, werde "immer mehr wie Westeuropa", was für die amerikanischen Werte nichts Gutes bedeute: "Das ist nicht mehr wie bei Kennedy: Frage, was Du für Dein Land tun kannst..." Das erweitert nicht nur Romneys Satz von den "47 Prozent", die sich Daseinsfürsorge vom Staat erwarteten, auf die Mehrheit der Amerikaner - das ist auch eine Argumentationsstrategie, wie sie schon nach dem verlorenen Bürgerkrieg die unterlegenen Südstaaten pflegten. Optimismus klingt anders.

02:36 Uhr Ergebnisse aus dem Westen Virginias

Aus Virginia liegen bislang vor allem Ergebnisse aus den ländlichen Gegenden im Westen des Bundesstaates vor. Romney liegt deshalb mit fast acht Prozent in Führung. Doch in den urbaneren Gegenden im Osten wird Obama mehr Stimmen sammeln können als sein Gegner. Deshalb auch hier noch: "Too close to call".

02:32 Uhr Georgia an Romney

Georgia geht - wenig überraschend - an Mitt Romney. Gerade mal elf Prozent der Stimmen sind ausgezählt, doch da Romney mit 67 Prozent vorne liegt, legt sich CNN auf den Republikaner als Sieger fest. Ähnlich sieht es in Arkansas aus, die sechs Wahlmänner dieses Staates gehen ebenfalls an Romney.

02:24 Uhr Vorsprung für Obama in Ohio

20 Prozent der Stimmen sind in Ohio ausgezählt. Obama liegt laut CNN weit vorne. 59 Prozent zu 40 Prozent. So wird es aber nicht bis zum Ende bleiben. Bislang wurden vor allem Obama-Hochburgen ausgezählt.

02:21 Uhr "Too close to call" in Florida

Neue Zahlen aus Florida: 55 Prozent der abgegebenen Stimmen sind mittlerweile ausgezählt, davon gehen 49 Prozent an Romney und 50 Prozent an Obama. Also noch: "Too close to call" - zu eng, um schon eine Vorhersage zu wagen.

02:17 Uhr Ergebnisse aus 14 von 50 Bundesstaaten

Zwischenstand nach Auszählung von 14 der 50 US-Staaten:

[] Barack Obama: 64 Wahlmännerstimmen

[] Mitt Romney: 40 Wahlmännerstimmen

Noch nicht ausgezählt sind 36 US-Staaten. Als entschieden gelten: Connecticut, Delaware, Illinois, Indiana, Kentucky, Maine, Maryland, Massachusetts, Oklahoma, Rhode Island, South Carolina, Vermont, Washington DC,  West Virginia.

02:15 Uhr Obama gewinnt Romneys Heimatstaat Massachusetts

Obama hat den Heimatstaat seines Herausforderers gewonnen. In Massachusetts liegt der Demokrat uneinholbar in Führung. Romney war von 2003 bis 2007 Gouverneur des Neuenglandstaates, der bei Präsidentschaftswahlen aber seit fast einem Jahrhundert fast immer die Demokraten wählt. Zugleich verteidigte Obama seinen eigenen Heimatstaat Illinois. Der Präsident wurde zwar auf Hawaii geboren, Chicago ist aber seit Jahrzehnten seine politische Heimat. Beide Ergebnisse waren erwartet worden: Auch Illinois wählt seit 20 Jahren demokratisch. Massachusetts ist mit elf Wahlmännerstimmen mittelgroß, Illinois muss mit 20 Stimmen schon zu den größeren Staaten gerechnet werden.

02:11 Uhr Warum Ohio so wichtig ist

Ohio war der am heißesten umkämpfte Bundesstaat während des Wahlkampfes: Barack Obama und Mitt Romney machten mehrmals hier Station. Insgesamt 118 Millionen Dollar haben die Strategen der Republikaner und Demokraten seit Beginn des Wahlkampfes für TV-Spots ausgegeben. "Ohio wird den Kurs der Nation bestimmten", sagte Mitt Romney. Damit hat er nicht ganz unrecht: Noch nie ist ein Republikaner ohne einen Sieg in dem Bundesstaat in das Weiße Haus eingezogen. 2004 gewann George W. Bush Ohio und somit seine Wiederwahl. Aber auch Barack Obama verdankte 2008 seinen Einzug in das Weiße Haus dem Sieg in Ohio.

02:05 Uhr Die nächsten Wahlmänner sind vergeben

Der nächste Schwung an Wahlmännerstimmen geht vorwiegend an den amtierenden Präsidenten. Er gewinnt laut Umfragen die Staaten Connecticut, Delaware, Washington D.C., Illinois, Maryland, Massachusetts, Maine, Rhode Island. Der republikanische Herausforderer Romney siegt demnach in Oklahoma.

02:03 Uhr Beifall im Pressezentrum

In Chicago beobachten Journalisten aus aller Welt, wie CNN-Moderator Wolf Blitzer herunter rattert, welche Staaten an Romney und Obama gehen. Die Mehrheit geht an Obama - und als dem Präsidenten die 20 Stimmen aus seinem Heimatstaat Illinois zugesprochen werden, brandet Applaus auf.

01:58 Uhr Romney zittert um Florida

Alle Augen richteten sich in den letzten Tagen auf Ohio, die Mutter aller Swing States mit seinen 18 Wahlmännerstimmen. Doch im Rennen um das Weiße Haus sind Virginia (13) und Florida ebenso wichtig - im Südzipfel Amerikas werden 29 Stimmen für das electoral college vergeben. In der letzten CNN-Umfrage, für die ein Drittel der Stimmen ausgezählt wurden, liegt Obama knapp vorn. In Boston, wo Mitt Romney sein Hauptquartier hat, wird nun gezittert. Denn wenn Präsident Obama in Florida gewinnt, dann sinken Romneys Siegchancen: gegen Null.

01:47 Uhr Zwischenergebnis

Kurze Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse: Nach Auszählung von fünf der 50 US-Staaten ergibt sich folgendes Zwischenergebnis:

Barack Obama: 3 Wahlmännerstimmen

Mitt Romney: 33 Wahlmännerstimmen

Für den Wahlsieg sind mindestens 270 der 538 Wahlmännerstimmen erforderlich. Noch nicht ausgezählt sind 45 US-Staaten.

Als entschieden gelten: Vermont, Kentucky, Indiana, West Virginia, South Carolina

01:45 Uhr Ein Blick nach Berlin zur Botschaftsparty

Auf der Botschaftsparty in Berlin sind so viele Obama-Fans, dass ein Romney-Ansteckbutton der beste Gesprächseinstieg ist. Das findet auch Ahmet - der Student aus der Türkei fragt: "Bist du wirklich Romney-Fan?" So kommt ein Gespräch in Gang. Er ist mit einer Gruppe von der New York University hier, die in Berlin einen Ableger hat. Seine 21-jährige Kommilitonin, die ihren Namen nicht nennen will, findet, dass Obamas Sieg lediglich der "Schadensbegrenzung" dienen würde. Denn das Geld beider Kandidaten käme sowieso von denselben reichen Spendern, die Unterschiede seien nur gering. "Ich wünschte, wir hätten die Wahl zwischen mehr als zwei Parteien." Ahmet widerspricht: "In der Türkei haben wir mehr als 25 Parteien! Das funktioniert nicht." Dann verschwindet er und mischt sich unter die Menschen, von denen sich hier bisher mehr fürs Netzwerken und die offene Bar interessieren als für Wahlergebnisse aus Kentucky.

01:43 Uhr Probleme bei der Stimmabgabe in Florida

Aus Florida kommen zahlreiche Berichte über Probleme bei der Stimmabgabe. Dort sind die Schlangen an einigen Wahllokalen so lang, dass bereits Wähler entnervt aufgeben. Die Website Mother Jones berichtet zum Beispiel über eine junge Mutter aus Cape Coral, die es zweimal versucht hat. Wegen der langen Schlange organisierte sie erst einen Babysitter und kam dann wieder. Weil sie aber keine fünf Stunden warten wollte, machte sie abermals kehrt - ohne gewählt zu haben.

Auch im Bezirk Miami-Dade mussten Wähler dem Miami Herald zufolge fünf bis sechs Stunden anstehen. Die Gründe: zu wenig Helfer, schlechte Organisation. In einem Wahllokal funktionierten nur zwei von acht Scannern. Ähnliche Schwierigkeiten gab es in einigen Wahllokalen im Bezirk Hillsborough. Im Bezirk Pinella hatten außerdem am Morgen mehrere Tausend Wähler automatische Anrufe mit der Aufforderung bekommen, bis spätestens Mittwoch Abend gewählt zu haben - dabei schließen die Wahllokale am Dienstag Abend.

01:42 Uhr Selten war Statistik so sexy

In den landesweiten Umfragen lagen Obama und Romney kurz vor dem Wahltermin nahezu gleichauf, doch in den meisten der wahlentscheidenden Swing States führte der Präsident knapp. Über kaum etwas wurde so viel gestritten, debattiert und diskutiert wie über die Aussagekraft von Umfragen. Und oft drehte es sich dabei um Nate Silver, den Statistik-Freak, der für die New York Times den FiveThirtyEight-Blog betreibt und berechnet, wie wahrscheinlich ein Sieg für Obama oder Romney ist. Das Magazin The New Republic hat eine interessante Story zu Nate Silver: Je näher die Wahl rückte, umso größer wurde das Interesse. Am Montag sorgte Silvers Unterseite für 20 Prozent aller Klicks auf nytimes.com - selten war Statistik so gefragt.

01:34 Uhr Obama liegt in Florida vorne

in Florida lag Obama nach Auszählung von einem Viertel der Stimmen leicht vorne. In North Carolina sehen die Nachwahlbefragungen die beiden ebenfalls gleichauf. Die Wahllokale schlossen zudem in Vermont, wo Obama wie erwartet einen Sieg einfuhr.

Noch einmal zusammengefasst: Das Rennen um das Weiße Haus wird in neun Staaten entschieden, bei denen der Ausgang ungewiss ist. Als wichtigste der swing states gelten Ohio und Florida.

Wer zuerst auf 270 Wahlmännerstimmen kommt, gewinnt die Wahl. In Ohio geht es um 18 Wahlmänner, in Florida um 29. North Carolina, ebenfalls ein wichtiger Swing State, hat 15 Stimmen zu vergeben.

01:17 Uhr Wahllokale in Ohio

In Ohio könnte sich diese Wahl entscheiden. Auch dort haben jetzt die Wahllokale geschlossen. Obama liegt in Nachwahlbefragungen 51 Prozent zu 48 Prozent in Führung. In North Carolina sagen die exit polls 49 Prozent zu 49 Prozent.

01:01 Uhr Ergebnisse aus Virginia

Auch im ersten swing state sind die Wahllokale geschlossen. In Virginia. Die exit polls zeigen, was man erwarten konnte: Es wird ein knappes Rennen. Obama liegt demnach bei den Frauen 52 Prozent zu 47 Prozent vorne. Bei jungen Wählern sogar 59 Prozent zu 37 Prozent. Romney führt bei denen, denen die Wirtschaft am wichtigsten ist.

00:55 Uhr Obama-Töchter dürfen auch heute nicht die Schule schwänzen

Obamas Töchter Malia und Sasha waren tagsüber noch in Washington. Erst am Nachmittag sind sie mit ihrer Großmutter Marian Robinson nach Chicago geflogen. Der Grund: Sie mussten noch in die Schule. Auch an diesem für ihren Vater enorm wichtigen Tag durften sie nicht die Schule schwänzen. Am Abend werde die First Family gemeinsam dinieren, ließ das Weiße Haus verlauten, und anschließend die Wahlergebnisse am Fernsehen verfolgen.

00:43 Uhr Die ersten Ergebnisse

Die ersten Wahllokale sind geschlossen. In Kentucky und Indiana. Nur einige wenige Wahllokale in diesen beiden Bundesstaaten sind noch geöffnet. Die ersten Ergebnisse sind auch schon da. Keine Überraschung. Beide Bundesstaaten sind Romney-Land. In beiden könnte er wohl über 60 Prozent der Stimmen bekommen. Damit wird Romney die acht Wahlmänner in Kentucky und die elf aus Indiana gewinnen. 2008 hatte Obama in Indiana noch eine kleine Sensation geschafft. Er lag damals 0,9 Prozent vorne.

00:29 Uhr Wahlparty mit Tiefgaragen-Atmosphäre

Aus Chicago meldet sich SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb:

"Bis 19 Uhr sind die Wahllokale in Illinois noch geöffnet und die Arbeiter im Lakeside Center haben noch viel Arbeit vor sich. Mobile Bühnen sind bereits aufgebaut, doch bei der Tonprobe fiept es ständig. Der Weg ins Medienzentrum und in die Halle erinnert an eine Wanderung durch eine riesige Tiefgarage: Überall Beton, lange Gänge, handgeschriebene Schilder.

In der Halle selbst sieht es nicht besser aus: Man blickt auf Betonwände, Stahlgerüste und in die gebeugten Rücken der tippenden Kollegen. Über die Leinwand flimmern die Sondersendungen der verschiedenen Kabelsender - noch ohne Ton. Es gibt das typisch fettige Junk Food, aber immerhin kostenloses Wifi. Es herrscht angespannte Ruhe und obwohl in unzähligen Sprachen telefoniert wird und TV-Leute ihre Aufsager machen, ist es nicht wirklich laut. Und manch einer macht noch mal ein Nickerchen - wie ein umgedrehter Käfer auf einem Koffer liegend."

00:26 Uhr Was Romney als Präsident zuerst machen würde

Von Boston aus beschreibt SZ-Korrespondent Moritz Koch, welche Pläne Romney für den Beginn seiner Präsidentschaft hat - sollte er die Wahl gewinnen.

"Romney hat sich viel vorgenommen für seinen ersten Tag im Weißen Haus. Er will Obamas Gesundheitsreform außer Kraft setzen, illegale Einwanderer aus dem Land werfen, China als Währungsmanipulator brandmarken und neue Pipelineprojekte absegnen. Eine Agenda, die die Demokraten im Kongress als Kriegserklärung auffassen dürften. Aber geschenkt. Romney hat ja noch ein anderes großes Vorhaben an seinem ersten Amtstag: Er will seinen Gegnern die Hand reichen und in den zerstrittenen Staaten von Amerika eine große Versöhnungsgeste inszenieren. So wie Obama vor vier Jahren hat sich Romney in den letzten Wochen des Wahlkampfs als Mann der Mitte ausgegeben. Und er behauptet, die Fähigkeiten als Brückenbauer schon als Gouverneur im demokratisch dominierten Massachusetts bewiesen zu haben."  

Romney gesteht Niederlage ein.

00:22 Uhr "Auch wenn Romney die Wahl gewinnt, geht die Welt nicht unter"

Kurz vor Mitternacht trifft im Münchner Amerikahaus US-Generalkonsul Bill Moeller ein. Er ist bestens gelaunt, kommt gerade von einer Obama-Party in Regensburg. Dass sich die Deutschen so für die Wahl in den USA interessieren, schmeichle ihm, sagt er. Und dann sagt er den wohl wahrsten Satz des Abends: "Auch wenn  Romney die Wahl gewinnt, geht die Welt nicht unter."

Er warnt die Deutschen davor, Obama schon als klaren Sieger zu sehen. "Romney ist immer noch im Rennen, er hat noch alle Chancen, vor allem in den Swing States", sagt Moeller. Moeller ist erst seit September 2012 Generalkonsul in München. Obama kennt er persönlich - aus seiner Zeit im Weißen Haus. "Obama ist im echten Leben genau so, wie man ihn aus dem Fernsehen kennt. Er ist immer gut gelaunt, immer freundlich", sagt er. Dass sich die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA ändern könnten, wenn Romney Präsident werden würde, glaubt Moeller nicht. "Romney ist genauso an guten Beziehungen zu Deutschland und zur Kanzlerin interessiert."

00:16 Uhr New Jersey verlängert E-Mail-Voting

Im US-Bundesstaat New Jersey dürfen die Wähler noch deutlich länger abstimmen - zumindest per E-Mail. Grund sind die Probleme, die Hurrikan Sandy den Einwohnern hier bereitet. In den verwüsteten Gebieten wurde die Frist für die Wahl per E-Mail bis Freitagabend verlängert. Das geht aus einer Anordnung des Stellvertretenden Gouverneurs Kim Guadagno  hervor, über die US-Medien berichteten. Demnach haben Menschen, die aus zerstörten Gebieten fliehen mussten, und Ersthelfer die Möglichkeit, ihre Stimme bis Freitag 20 Uhr abzugeben - wenn sie zuvor einen entsprechenden Antrag einreichen.

00:02 Uhr Erste Wahllokale in Indiana und Kentucky schließen

An einigen Orten in den USA endet die US-Präsidentschaftswahl bereits: Zur Stunde schließen erste Wahllokale in den Bundesstaaten Indiana und Kentucky. In den alles entscheidendenden Swing States wird allerdings noch gewählt.

23:55 Uhr Romney gratuliert Obama zu "starker Kampagne"

Romney zieht nach - und lobt Obama für dessen Wahlkampf. "Dieser Präsident hat eine wirklich starke Kampagne gefahren. Ich glaube, dass er ein guter Mensch ist, und wünsche ihm und seiner Familie alles Gute. Er ist ein guter Vater und war ein gutes Vorbild eines guten Vaters. Aber es ist Zeit für eine neue Richtung", sagt Romney bei einem Halt in einem Wahlkampfbüro in der Nähe von Pittsburgh. Vor einigen Stunden hatte Obama Romney zu dessen "schwungvollem Wahlkampf" gratuliert.

23:52 Uhr Wahl-Mode - von Romney bis Big Bird

(Foto: AP)

Aus New York meldet sich SZ-Korrespondent Peter Richter mit einem interessanten Analyse-Aspekt:

"Die Wahllokale haben noch geöffnet, Ergebnisse liegen noch lange nicht vor. Das zieht die Aufmerksamkeit erst einmal auf das, was die Leute anhaben beim Wählengehen, denn das ist ja auch von großer politischer Symbolik und Aussagekraft.

Mitt Romney zum Beispiel wählt ohne Sakko, in Hemdsärmeln also, die vorsichtshalber hochgekrempelt sind, damit er sie sich bei der harten Arbeit des Urnengangs nicht schmutzig macht. Was er gewählt hat, ist vielleicht weniger die Frage als wo sein Sakko abgeblieben ist. Trägt ihm das den ganzen Tag einer hinterher?

Ein gewisses Aufsehen erregt auch John Boehner, der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses. Er wählt in einem Pullover, der aussieht wie ein paar sehr gewagte Socken - riesige Rautenmuster in grün, schwarz und weiß. Das sieht so aus, wie Obama ihn in Erinnerung behalten dürfte: angsteinflößend.

Und in Texas wählt ein Komiker in Big-Bird-Kostüm. Dreimal darf man raten, wen nicht."

23:37 Uhr Im Amerikahaus wird für Obama gezittert

SZ.de-Korrespondentin Beate Wild berichtet noch einmal aus dem Münchner Amerikahaus:

"Die Nervosität im Amerikahaus ist mit Händen zu greifen. Auch Dorothea Böhm ist sichtlich aufgeregt. 'Vor vier Jahren haben wir gebrannt für Obama, heute zittern wir für ihn', sagt sie. Zur Wahlparty ist sie ins Amerikahaus gekommen, weil sie die Atmosphäre so liebt, wie sie sagt. 'Unter lauter Gleichgesinnten feiern, das ist wunderbar', sagt sie. Dann lacht sie kurz und fügt hinzu: 'Sie sehen ja selbst, dass hier fast nur Obama-Fans sind.'"

23:30 Uhr Rassistische Schmierereien vor Büro der Obama-Kampagne

Nur wenige Stunden vor dem Wahltag haben im Norden des Bundesstaats Virginia Unbekannte ihrem Rassenhass freien Lauf gelassen. Vor dem örtlichen Büro der Obama-Wahlkampagne in Sterling sprayten die Täter rassistische Zeichen, darunter ein Hakenkreuz.

Der 80.000-Einwohner-Ort, der unweit der Bundeshauptstadt Washington D.C. liegt, ist berüchtigt für solchen Vandalismus. In der jüngeren Vergangenheit wurde immer wieder Wahlwerbung gestohlen oder beschädigt. Einmal wurde ein großes Romney-Schild angezündet.

23:08 Uhr Wählen im Wohnzimmer

Wahlkabinen zwischen Billardtischen oder Katzenfutterregalen: Die Stimmabgabe ist in den USA zum Teil an Orten möglich, wo man sie als deutscher Wähler nicht vermuten würde, zum Beispiel in Spielcasinos, Tierhandlungen, aber auch kleinen ländlichen Museen oder sogar privaten Wohnzimmern (einige Beispiele finden sich im SZ.de-Fotoblog).

23:03 Uhr Der beliebteste Pappkamerad im Münchner Amerikahaus

(Foto: Beate Wild)

SZ.de-Redakteurin Beate Wild meldet sich von der Wahlparty im Münchner Amerikahaus:

"Amerikabegeisterte Münchner und in München lebende Amerikaner: Sie alle stehen seit zwei Stunden am Karolinenplatz und warten auf Einlass. Das Amerikahaus füllt sich nur langsam, denn die Sicherheitsvorkehrungen am Eingang sind fast so streng wie am Flughafen. Drinnen im Foyer begrüßt eine Freiheitsstatue auf Stelzen die Gäste.

Die Obama-Anhänger sind hier klar in der Überzahl. Das sieht man auch an den beiden Pappfiguren der Kandidaten, die im Foyer stehen. Während sich um Obama ganze Cliquen für Gruppenfotos scharen, steht Romney ziemlich alleine daneben. Alle Obama-Sticker sind längst vergriffen. Und auch die Münchnerin Margaretha Böger, deren amerikanische Freunde mehrheitlich auf Romney setzen, spricht aus, was hier die meisten denken: "Ich bin für Obama, ganz klar."

22:57 Uhr Welche Zeichen die Börsen setzen

Der SZ-Korrespondent Peter Richter meldet sich aus New York. Dort sprudelten am Wahltag die Gewinne an der Wall Street - was sich auch in den Medien niederschlägt.

"Auf Fox Business rätseln Sie, ob die guten Börsen heute ein Zeichen der Vorfreude auf Romney sind. Gleichzeitig wird in den Reklameblöcken auf Fox News dauernd dafür geworben, sein Vermögen in Gold oder Silber anzulegen und so vor Abwertung zu schützen. Das klingt nun wiederum so, als würden Amerikas Konservative sich Sorgen vor heute Abend machen."

22:33 Uhr US-Botschafter in Berlin ergreift Partei für Obama

Nochmal SZ.de-Korrespondent Jannis Brühl von der US-Wahlparty in Berlin:

"In so einer Nacht ist es schwer, Diplomat zu bleiben. Botschafter Philip Murphy sagt auf dem Podium in der Telekom-Niederlassung: 'Mein Herz schlägt für Obama.' In den Wahlkampf durfte er als Repräsentant der US-Regierung allerdings nicht eingreifen, erklärt er Süddeutsche.de in einer Sitzecke etwas abseits von der Party. Aus den Lautsprechern klingt - passend zu den knappen Wahlvorhersagen - 'Thriller' von Michael Jackson, und Murphy sagt: 'Man kann nicht zu parteiisch sein. Auch wenn Romney gewinnt, will ich, dass das deutsch-amerikanische Verhältnis blüht.' Obama berief seinen Finanzchef Murphy nach seinem Sieg 2008. Im Normalfall wechseln Botschafter, wenn ein neuer Präsident ins Weiße Haus einzieht."

22:30 Uhr Ryan ist einziger Spitzenkandidat mit Plan B

Paul Ryan hat für den Fall vorgesorgt, dass er und Mitt Romney die Wahl nicht gewinenn sollten - und der hagere Mann aus Wisconsin ist der einzige der vier Männer, die sich um Präsidentschaft und Vize-Posten bewerben.

Ryans Blan B ist solide, wenn auch nicht besonders originell. Er bewirbt sich wieder um einen Sitz im Repräsentantenhaus, den er schon sieben Mal in Folge mit großem Vorsprung gewinnen konnte. Seine beiden Rivalen sind der demokratische Geschäftsmann Rob Zerban und Keith Deschler von der Libertären Partei. Beide hatten aber nur Außenseiterchancen gegen Ryan.

Als Vorsitzender des mächtigen Haushaltsausschusses des Repräsentantenhauses macht Ryan über Washington hinaus von sich reden und prägt entscheidend die Politik der Republikaner mit. Ryan gilt als der kommende Mann bei den Republikanern - und sogar als möglicher künftiger Kandidat fürs Weiße Haus.

22:22 Uhr Deutsche Hauptstadtelite reißt sich um Obama-Anstecker

SZ.de-Korrespondent Jannis Brühl meldet sich aus Berlin. Er befindet sich in der Telekom-Niederlassung, wohin die US-Botschaft zur Wahlparty geladen hat. Dort trifft sich die Hauptstadtelite.

"Anzüge, Kostüme, Macht. Die Sympathien hier sind klar. Als der Botschafter in seiner Begrüßung im Lichthof sagt 'In Deutschland sind 90 Prozent für Obama' brandet kurz Jubel auf. Der Neutralität halber haben die Veranstalter Ansteck-Buttons beider Kandidaten auf den Tischen  ausgelegt, zwischen Sektgläsern und rot-weiß-blauen Fähnchen. Die von Obama sind alle weg. Die von Romney sind noch alle da. Vielleicht gehen sie noch weg, wenn mehr FDP-Politiker kommen."

22:18 Uhr "Sandy" macht's möglich: Wählen per Fax und E-Mail

Der Wirbelsturm Sandy hat die US-Wahl in Teilen der Ostküste völlig durcheinandergebracht. Wahllokale besonders in den Bundesstaaten New York und New Jersey sind zerstört oder haben keinen Strom, öffentliche Verkehrsmittel - und damit der Transport zu den Wahllokalen - fahren vielerorts nur eingeschränkt, viele Katastrophenhelfer sind zu Zwölf-Stunden-Schichten eingeteilt und wissen nicht, wann sie wählen gehen sollen.

Etwa 100 Wahllokale mussten allein im Bundesstaat New York verlegt werden. In letzter Minute hatte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Montagabend einen Erlass unterschrieben, der die Bindung an ein bestimmtes Wahllokal aussetzt: New Yorker durften am Dienstag nun wählen, wo sie wollten - oder wo sie hinkamen. Spezielle Shuttle-Busse wurden eingesetzt, die die Menschen aus besonders hart getroffenen Gegenden zu Wahllokalen bringen sollten. In New Jersey gilt die Sonderregelung ebenfalls.

Gouverneur Chris Christie erlaubte zudem das Wählen per Fax und E-Mail. Alle möglichen Maßnahmen, die den betroffenen Menschen das Wählen erleichtern sollten, seien getroffen worden, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. "Die einzige Frage ist: Werden sie es auch tun?" Die Wahlbeteiligung werde wahrscheinlich deutlich geringer ausfallen als vor vier Jahren, sagte der Politikwissenschaftler Ben Dworkin. "Nicht jeder wird es ins Wahllokal schaffen." Am Ausgang der Wahl in New York und New Jersey sollte das nichts ändern: Beide Bundesstaaten gelten als sichere Bastionen der Demokraten.

22:03 Uhr Obama-Anhängerinnen hinter Masken

SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb zwischen den beiden Obama-Anhängerinnen

SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb zwischen den beiden Obama-Anhängerinnen

(Foto: Matthias Kolb)

SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb berichtet aus Chicago:

"Viele Anhänger mögen von Barack Obama enttäuscht sein, Teri McClain ist es nicht. Die 45-Jährige wohnt eigentlich in Seattle, doch den Wahlabend verbringt sie in Chicago - hinter einer Maske von Mitt Romney. Einer Japanerin, die sie in der Jugendherberge kennengelernt hat, hat Teri die Barack-Obama-Maske gegeben. Nun laufen sie durch Downtown Chicago und halten Schilder in den Händen: Auf Obamas Zettel steht 'Wählt!', während Romney verkündet: 'Den anderen Typen.'

Plötzlich sind sie umringt von ausländischen Journalisten und vom Lokalfernsehen und erzählen ihre Geschichten. Die Japanerin ist schüchtern und sagt nur, dass sie den Präsidenten gut findet und ihr die Idee gefallen habe. Teri ist gesprächiger: 'Obama hat viel erreicht. Er kämpft für die Rechte von Frauen, hat Millionen Menschen in die Krankenversicherung aufgenommen und Kriege beendet.' Sie kämpfe jeden Tag für Obama und mit der Masken-Aktion habe sie einfach ihre Unterstützung für den Demokraten zeigen wollen.

Bevor sie nach Chicago kam, war sie nach Columbus in Ohio geflogen, um ihr Idol zu sehen - Obama hielt dort am Vorabend ein Riesenevent ab, bei dem Bruce Springsteen und Jay-Z auftraten. So begeistert wie Teri erzählt, müssen ihre Augen hinter dem Sehschlitz der Maske richtig leuchten."

21:52 Uhr Anchormen startklar für die Wahlnacht

Die Sprecher der wichtigsten US-Nachrichtensender stehen bereit. Wolf Blitzer, der die Wahlnacht auf CNN moderieren wird, verkündet auf Twitter, daß er jetzt schon dauernd gefragt werde, wie oft er heute abend "WOW" oder "Bleiben Sie dran" oder "Oh My God!" sagen wird - bleibt aber eine Antwort auf die Frage vorsichtshalber erst mal schuldig.

21:50 Uhr New Yorker Wähler müssen sich gedulden

SZ-Korrespondent Peter Richter meldet sich aus New York. Auch dort ist das Interesse der Bürger an den Wahlen groß.

"Vizepräsident Joe Biden twittert: 'Es ist noch jede Menge Zeit, um wählen zu gehen.' Allerdings sind die Schlangen vor den Wahllokalen in einigen Gegenden New Yorks inzwischen fast länger als die vor den Tankstellen. Und dort wartet man einige Stunden, bis man dran ist."

21:36 Uhr Übersicht über Pannen, Pech und rabiate Aktivisten

Wahlaufrufe für den falschen Tag, unauffindbare Wahllokale, Tea-Party-Anhänger, die Wähler einschüchtern: Die Washington Post bietet eine ausführliche Liste, über das, was vor und während der Wahl schief lief. Es werden wohl noch einige Beispiele dazu kommen.

21:18 Uhr Romney grüßt Pittsburgh

(Foto: AFP)

Der Wahlkampf ist noch nicht vorbei: Mitt Romney landet in Pittsburgh, Pennsylvania - und damit am Wahlkampf nach Massachusetts und Ohio im dritten US-Bundesstaat. Der Obama-Herausforderer "steht unter Dampf", sagt running mate Paul Ryan mit Blick auf den vollgepackten Terminkalender Romneys.

Noch vom Rollfeld winkt der republikanische Präsidentschaftskandidat seinen Unterstützern zu, die sich zu Hunderten dort versammelt haben. "Nun, das ist so ein Moment, in dem man weiß, dass man gewinnen wird", sagte Romney CNN zufolge zu umstehenden Journalisten.

21:07 Uhr Romney-Wähler wird belagert

SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb ist in Chicago bei einem weiteren Wahllokal angekommen - in der Vorhalle der Old St. Mary Church an der Michigan Avenue. Auch hier keine langen Schlangen, alles läuft zügig ab. Um Nick Barcelona, einen 25-jährigen Studenten, bildet sich schnell eine Traube von ausländischen Journalisten - es spricht ein Romney-Wähler.

"2008 hatte Nick für Obama gestimmt: 'Es war eine tolle Kampagne, wir waren alle voller Hoffnung und so optimistisch.' Einige Monate später machte er seinen Uni-Abschluss und suchte lange nach einem guten Job. Schließlich entschied er sich, noch mal Jura zu studieren. 2012 hat Nick für die Republikaner gestimmt, weil er hofft, dass der Multimillionär mit seiner Wirtschaftskompetenz für mehr Jobs sorgen kann. Er weiß natürlich, dass Obama in Illinois alle Wahlmänner gewinnen wird und kennt die Umfragen, in denen der Präsident vorn liegt: 'Er hat einen Vorteil als Amtsinhaber, aber ich denke, Romney hat dennoch gute Chancen.'

Sollte Obama eine zweite Amtszeit gewinnen, wäre dies für Nick nicht tragisch. Ihn stört die allgemeine Tendenz der Politiker, keine detaillierten Pläne vorzulegen und viel zu viel zu versprechen: 'Ich sage nicht, dass Obama ein schlechter Präsident war, aber er hat Erwartungen geweckt, die nicht zu erfüllen waren.' Und noch etwas hat den 25-Jährigen beeinflusst: In den Fersehdebatten seien sowohl Obama als auch sein Vize Biden sehr arrogant aufgetreten. Dies sei alles andere als präsidial gewesen."

20:30 Uhr Wo Obama seinen Konkurrenten wohl nicht fürchten muss

(Foto: Matthias Kolb)

SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb schickt Eindrücke aus dem Wahllokal in der Beulah Shoesmith Elementary School. Hier stimmten Barack und Michelle Obama 2008 ab. Ihr Haus im Chicagoer Viertel Hyde Park ist nur eine Querstraße entfernt, doch alles ist weiträumig von Polizei und Secret Service abgesperrt. 2012 entschied sich der Präsident fürs early voting, um seine Anhänger zu motivieren, ebenfalls vorab ihre Stimme abzugeben.

"Auf dem Bürgersteig steht Anthony Woods. Der kräftige Afroamerikaner ist bereits um vier Uhr hergekommen, um die Bürger daran zu erinnern, dass sie die Kandidaten der Demokraten für die lokalen Ämter wählen - viele Wahlzettel würden nämlich nicht komplett ausgefüllt, sagt er. Konkurrenz von den Republikanern muss er nicht fürchten: 'This is 100 % Obama territory', dröhnt Woods. Er ist überzeugt, dass der Präsident wiedergewählt wird - auch weil er selbst in den swing states Ohio, Iowa und Wisconsin an Türen geklopft hat und für den Präsidenten geworben hat.

Am späten Vormittag ist es in der Turnhalle relativ ruhig: Die Schlangen bilden sich morgens, bevor die Menschen zur Arbeit gehen und abends, wenn sie aus den Büros zurückkommen. Wer sich vor 19 Uhr unter die Wartenden eingereiht hat, darf noch abstimmen. Alle, mit denen ich spreche, stimmen für Obama. Auch Claudia Chakravorty, die 1989 von Österreich nach Amerika gezogen ist, hofft auf eine zweite Amtszeit: 'Obamacare ist eine große Errungenschaft und es war doch George W. Bush, der die Wirtschaftskrise verursacht hat.' An Romney stört sie, dass dieser kein Mitgefühl für die Armen habe und viel zu leichtfertig über einen Angriff auf Iran rede.

Auch die 61-jährige Judy Leavell dachte nie im Traum daran, für Romney zu stimmen: 'Wieso soll ich einen Mann wählen, der sein Geld im Ausland bunkert? Der fünf Söhne hat, von denen nicht ein Einziger bei der Armee war?' Die Afroamerikanerin redet sich in Fahrt: 'Er ist Multimillionär und hat kaum Steuern bezahlt, um die Kriege seines Parteifreunds Bush zu finanzieren, die niemand wollte.' Ich frage sie, weshalb sie sich so sehr für Politik interessiert: 'Mein Vater war Zeitungsredakteur und seit ich denken kann, ging es bei uns um Politik.'"

20:29 Uhr Romney liegt in Keks-Umfrage klar vorne

(Foto: AP)

Nicht repräsentativ, aber lecker Kräcker: Eine Bäckerei im US-Staat Minnesota bietet am Wahltag Obama- und Romney-Kekse an, um den Gewinner der Präsidentschaftswahl vorherzusagen. Chefin Amy Johnson sagte, sie habe schon in den vergangenen zwei Wahlen die Keks-Umfrage gemacht und jedes Mal den späteren Sieger korrekt vorhergesagt. Liegt die Erhebung aus mürbem Teig ein drittes Mal richtig, hat das Weiße Haus bald neue Bewohner: Romney liegt mit 830 zu 731 Keksen vor Obama.

20:20 Uhr Frühwähler geben Obama Last-Minute-Schub

2008 gewann Obama vier swing states, weil er seinen Kontrahenten John McCain vor allem bei den Frühwählern ausstach. Daraus hat Romney gelernt und alles dafür getan, die Amerikaner dazu zu bewegen, vorzeitig ihre Stimme für die Republikaner abzugeben. Doch Obama scheint in den letzten Tagen vor der Wahl eine Mehrheit der Frühwähler für sich gewonnen zu haben, berichtet zumindest politico.com.

20:15 Uhr Der Präsident verdutzt Wahlhelfer mit Anrufen

Während Romney noch letzte Unentschlossene mobilisieren will, greift der Präsident zum Telefonhörer und dankt seiner Basis: Obama beglückt Wahlhelfer mit Überraschungsanrufen. Der mächtigste Politiker der Welt meldet sich mit solchen Sätzen: "Hier ist Barack Obama. Sie wissen schon, der Präsident". Oder, bei einem anderen Telefonat: "Hi, ist da Annie? Hier ist Barack Obama." Manche scheint es zu überfordern, den Staatschef plötzlich an der Strippe zu haben. Nach einem Telefonat sagt Obama: "Die Frau war sehr nett, obwohl sie zuerst nicht wusste, wer ich bin." Eine andere Angerufene glaubt offenbar zuerst an einen Scherz - und gibt dann schnell den Hörer weiter.

19:55 Uhr Obama-Team vermasselt Tweet

(Foto: Screenshot: SZ.de)

Missglückter Twitter-Eintrag des Präsidenten: Obamas Helfer publizieren ein Foto, der den Wahlslogan des Amtsinhabers verändert. Ein D fehlt auf dem Bildausschnitt, deshalb ist statt "FORWARD" (Vorwärts) nun "FOR WAR" (Für Krieg) zu lesen.

19:48 Uhr Wie in Chicago gewählt wird

In Chicago macht sich SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb auf zu einigen Wahllokalen. Er schreibt:

"Eine Wahl zu organisieren, ist in der Millionenmetropole ein riesiger Aufwand: 17.000 Leute arbeiten vom frühen Morgen bis zum Abend, damit die 1,4 Millionen registrierten Wähler abstimmen können. In allen polling stations sind die Unterlagen in Englisch, Spanisch, Chinesisch und Hindi verfügbar. Die Bürger müssen nicht nur entscheiden, ob sie lieber Obama oder Romney im Weißen Haus sehen wollen, sondern sie wählen auch ihre Abgeordneten fürs Repräsentantenhaus und viele Richter.

Jim Allen, der Chef der Wahlkommission, weiß genau, weshalb die Schlangen so lange sind: 'Ich beschäftige mich nur mit Wahlen und selbst ich habe zehn Minuten gebraucht, den Zettel komplett auszufüllen.' Allen ist stolz, dass in Chicago mit einem besonders ausgeklügelten System abgestimmt wird: Jeder Bürger entscheidet, ob er auf Papier Kreuzchen machen will oder Tasten auf dem Computer drücken will. Ist der Wähler fertig, wird eine Art Back-Up erstellt: Der Papierzettel wird verschlüsselt digitalisiert - und die Wahlleiter verwahren eine Art Ausdruck von der Computer-Abstimmung."

19:45 Uhr Herausforderer essen einen Happen

Romney und Ryan studieren das Speisenangebot bei Wendy's.

Romney und Ryan studieren das Speisenangebot bei Wendy's.

(Foto: AP)

Was macht eigentlich Mitt Romney? Er hält in Richmond Heights, Ohio, eine Ansprache, in der er noch einmal seine Anhänger aufruft, andere Bürger zum Wählen zu motivieren. Dies sei ein "großer Tag für einen großen Wandel", sagt Romney und klingt dabei von der Wortwahl ein bisschen wie Barack Obama vier Jahre zuvor. Danach geht der vielleicht nächste US-Präsident mit dem vielleicht nächsten Vizepräsidenten Paul Ryan zum Hamburgerbrater Wendy's und stillt seinen Hunger.

19:41 Uhr Wahlmaschine zählte Obama-Stimmen für Romney

Ein in Pennsylvania aufgenommenes Video sorgte bei Youtube für Wirbel. Es zeigte msnbc zufolge eine Wahlmaschine mit einem kuriosen Defekt: Drückte der Wähler auf den Knopf für Obama, leuchtete die Stimme für Romney auf. Ein Wähler hatte die Fehlfunktion mit seinem Handy gefilmt und den Clip ins Internet gestellt. Inzwischen soll sich die Maschine nicht mehr im Wahlbetrieb befinden.

19:24 Uhr Instagram-Nutzer zeigen ihre Wahlfotos

(Foto: New York Ttimes)

Schöne Idee der New York Times: Die Online-Redaktion bereitet Fotos von Instagram-Usern auf. Die Auswahl kann sich sehen lassen.

19:21 Uhr Wahlkampf kostete fast sechs Milliarden Dollar

Die Kampagnen für die Präsidenten- und Kongresswahlen 2012 waren so kostspielig wie noch nie: Satte 5,8 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) soll der Wahlkampf verschlungen haben, berechnete das Center for Responsive Politics. Das ist eine Steigerung um beachtliche sieben Prozent im Vergleich zu den Urnengängen vor vier Jahren.

19:04 Uhr Mutter von getötetem Trayvon Martin ermutigt mögliche Wähler

Ihr Sohn Trayvon Martin wurde im Februar 2012 erschossen - vom Chef einer Nachbarschaftswache, dem der mit einem Kapuzenpulli bekleidete, afroamerikanische 17-Jährige verdächtig erschien. Zu Unrecht, wie später ein Polizeibericht ergab. Sabryna Fulton, Mutter des getöteten Teenagers, scheint trotzdem nicht resigniert: Im Viertel Liberty City in Miami fordert sie vor einem Wahllokal Passanten auf, ihre Stimme abzugeben, wie die britische BBC berichtet. Es sei wichtig, sein Recht zu nutzen, um gehört zu werden, sagte sie demnach.

18:57 Uhr Obamas Appell an schwarze US-Bürger

Der Präsident fischt nach letzten Stimmen: Während eines Anrufs bei einem Hip-Hop-Radiosender in Florida fordert Obama die schwarzen Amerikaner auf, ihre Stimme abzugeben. Wählen gehen sei wichtig, um "unsere Gemeinschaft nach vorne zu bringen", sagt der Staatschef. Florida ist einer der umkämpften Swing States, dort wurde die umstrittene Wahl des Jahres 2000 entschieden. Damals errang der Republikaner George W. Bush eine hauchdünne Mehrheit über den US-Demokraten Al Gore.

18:30 Uhr Aufeinandertreffen im Swing State Ohio

Im Swing State Ohio ist es am Wahltag zu einer denkwürdigen Begegnung gekommen. Auf dem Flughafen von Cleveland war am Morgen Mitt Romney mit seiner Maschine gelandet und wartete auf das Flugzeug von seinem Running Mate Paul Ryan. Dann tauchte unangekündigt ein anderer Jet auf: 22 Minuten nach Romney erschien Air Force Two von Vizepräsident Joe Biden, der ebenfalls in Ohio noch einmal Wahlkampf machte. Dass Romney den Rivalen der Demokratischen Partei erkannte, ist möglich: Der Präsidentschaftskandidat soll ganz vorne in seiner Maschine gesessen haben, mit guter Sicht auf das Flugfeld. Vielleicht war Romney aber auch zu beschäftigt, um einen Blick nach draußen zu werfen: Er soll an seiner Rede für die Wahlnacht gearbeitet haben.

18:24 Uhr Obamas Oma glaubt an an seine Wiederwahl

Die Stiefgroßmutter von Barack Obama hält in ihrem Garten in Kenia eigens eine Pressekonferenz ab. Darin äußert sie sich zuversichtlich: Ihr Stiefenkel wird erneut zum US-Präsidenten gewählt.

18:19 Uhr Demokraten kämpfen um ihre Mehrheit im Senat

Die Präsidentenwahl absorbiert fast die ganze Aufmerksamkeit, doch die Wähler in den USA geben an diesem Dienstag noch in anderen Fragen ihre Stimme ab: Sie wählen alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses neu - hier wird damit gerechnet, dass die Republikaner ihre dominante Position behaupten.

Und die Wähler stimmen über ein Drittel der Senatssitze ab: Hier kämpfen Obamas Demokraten um den Erhalt ihrer knappen Mehrheit. Sie haben derzeit 51 Sitze im hundert Mitglieder zählenden Senat. Zudem können sie noch auf zwei unabhängige Senatoren zählen. Die Republikaner kommen auf 47 Sitze. Fraglich ist unter anderem der Wahlausgang in Massachusetts. Der Republikaner Scott Brown gewann hier 2010 überraschend den Sitz des 2009 gestorbenen Senators Edward M. Kennedy, einer Ikone der demokratischen Partei. Sollten die Republikaner nun schon früh am Wahltag Massachusetts verlieren, dürfte es schwer für sie werden, im Senat die Mehrheit zu erringen.

17:50 Uhr US-Autor John Irving warnt vor Romneys Intoleranz

(Foto: dpa)

John Irving macht sich Sorgen. Große Sorgen sogar, schließlich ist für den Bestseller-Autoren das Rennen um die Präsidentschaft noch nicht gelaufen. Er befürchtet, dass Mitt Romney und Paul Ryan es doch noch schaffen, ins Weiße Haus einzuziehen: "Sie sind zwei sehr intolerante Männer in Bezug auf die Themen, die mir als Autor und Mensch immer sehr wichtig waren. Sie stehen für extreme Intoleranz. Das steht außer Frage", sagte Irving der Nachrichtenagentur dpa.

17:33 Uhr Obama gratuliert Romney zum "schwungvollen Wahlkampf"

Während die Amerikaner ihre Stimmen abgeben, schaltet Barack Obama wieder in den präsidialen Modus. Plötzlich ist alle Schärfe aus seinen Worten, die den Wahlkampf in den vergangenen Wochen noch so geprägt hat. Obama gratuliert seinem Herausforderer zu einen "schwungvollen Wahlkampf" und sagt: "Ich weiß, dass seine Unterstützer genauso engagiert und genauso begeistert sind." 

17:09 Uhr Romneys Kraftakt in elf Stunden

Die Umfragen sehen Barack Obama vorne, doch sein Herausforderer tut alles, um den Sieg des Präsidenten doch noch zu verhindern. Dafür nimmt Mitt Romney noch einmal eine Tour von mehreren hundert Kilometern auf sich - ein Kraftakt in elf Stunden. Von Belmont im Bundesstaat Massachusetts, wo der Republikaner um 9 Uhr Ortszeit seine Stimme abgab, ging es weiter ins heiß umkämpfte Ohio. Dort wollte Romney noch einmal die Arbeiter umgarnen.

Schließlich stattet der Kandidat auch noch Pennsylvania einen Besuch ab - dort zeigten die Umfragen zuletzt, dass der Vorsprung von Obama schrumpft. Auch die Demokraten haben Pennsylvania in den letzten Tagen noch einmal besucht. Zwar trat am Montag nicht der Präsident selbst dort auf - dafür aber Bill Clinton, der Vorvorgänger Obamas.

16:47 Uhr Pizza für die Wartenden

Die Schlangen vor den Wahllokalen werden länger und länger. In Miami Gardens, einer 100.000-Einwohnerstadt im Süden Floridas, kann sich ein älterer Mann nicht mehr auf den Beinen halten und fällt in Ohnmacht, schreibt die Zeitung Miami Herald auf Twitter. In Orlando zählt der Twitternutzer Walter Pacheco 100 wartende Menschen vor dem Wahllokal - und schickt ein Foto als Beweis..

"Wir sehen lange Schlangen", berichtet eine Augenzeugin aus dem County Miami Dade. "Die Wähler sind sehr enthusiastisch." Und hungrig. Deshalb organisiert @thefoodcaptain über Twitter Pizza für die Wartenden. Und auch der ehemalige Boxweltmeister Mike Tyson meldet sich mit einem Tipp zu Wort: "Wenn Sie in Florida oder Ohio leben, stellen Sie sich besser auf lange Schlangen vor den Wahllokalen ein. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Decken Sie sich mit Essen, Wasser und einem Stuhl ein."

16:32 Uhr Paul Ryan wählt in Wisconsin

(Foto: REUTERS)

Etwa 60.000 Menschen wohnen in Janesville, einer Stadt im Süden des Bundesstaats Wisconsin. Einer der berühmtesten Einwohner ist Paul Ryan, der unter dem Republikaner Mitt Romney Vizepräsident werden soll. Der 42 Jahre alte Politiker ging mit seiner Familie wählen. Seine Frau Janna begleitete ihn, ebenso die Kinder Charlie, Sam und Liza.

16:11 Uhr Der Präsident wirft Körbe

Während sich Mitt Romney mutmaßlich selbst gewählt hat, spielt Barack Obama Basketball. Der amtierende Präsident verbringt den Tag in seiner Heimatstadt Chicago - und begeht sein gewohntes Wahltagsritual: Körbe werfen mit Freunden und engen Mitarbeitern. Diese Tradition hat Obama nur ein einziges Mal aufgegeben: 2008 am Tag der Vorwahl in New Hampshire. Und prompt verlor er gegen seine damalige Rivalin Hillary Clinton. "Diesen Fehler machen wir nicht noch einmal", sagt sein Berater Robert Gibbs.

15:53 Uhr Romney gibt seine Stimme ab

(Foto: AFP)

Er tut was für die Wahlbeteiligung: Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat in seinem Heimatort Belmont, Massachusetts seine Stimme abgegeben. Der Republikaner erschien gemeinsam mit seiner Frau Ann im Wahllokal und übte sich in Optimismus: Er habe ein "sehr, sehr gutes Gefühl", sagte Romney. Präsident Obama hatte vom early voting Gebrauch gemacht und seine Stimme bereits am 25. Oktober in seiner Heimatstadt Chicago abgegeben.

15:40 Uhr "Er hat viel geleistet als Präsident"

Weitere Impressionen aus Chicago, wo SZ.de-Korrespondent Matthias Kolb die Demokraten begleitet:

"Im Stadtbezirk Roseland sieht man den Stillstand in den Arbeitervierteln der früheren Industriemetropole Chicago. Die Arbeitslosigkeit in Roseland liegt bei 35 bis 40 Prozent, jeder zweite männliche Teenager verlässt die High School ohne Abschluss und die meisten Läden sind Schönheitssalons, Second-Hand-Geschäfte, Discount-Supermärkte oder liquor stores. Restaurants gibt es kaum - wer etwas zu feiern hat, fährt in die Innenstadt.

Bei McDonald's treffen wir Chris, der als Lehrer arbeitet. Er sagt, die Euphorie für Obama sei verflogen - jedoch nicht die Unterstützung. 'Er hat viel geleistet als Präsident, die Republikaner haben so viel blockiert. Er verdient eine zweite Amtszeit.' Die Leute würden nicht wie vor vier Jahren dauernd über die Wahl reden, sondern einfach an die Urne gehen.

Die Zahl der vorab abgegebenen Stimmen sei hoch, sagt Chris: Die Politikverdrossenheit sei nicht gestiegen. Was er machen würde, wenn Romney gewinnen würde? 'Ich würde zu Gott beten. Wenn es so kommt, dann ist es so und dann akzeptiere ich es. Aber in einem Amerika, wie es sich Romney vorstellt, möchte ich nicht leben.'"

15:04 Uhr Lange Schlangen vor Wahllokalen in Florida und New Jersey

Jede Stimme zählt - das haben die beiden Bewerber immer wieder betont. Und so strömen die Amerikaner zu den Wahllokalen. Der TV-Sender CNN zeigt Aufnahmen langer Warteschlangen in Miami, Florida. Die Menschenreihe zieht sich quer über eine Straße bis zum nächsten Häuserblock.

Das gleiche Bild in Hoboken im Bundesstaat New Jersey. Dabei müssen nicht einmal alle Wähler der knapp 40.000 Einwohner zählenden Stadt ins Wahllokal, um ihre Stimme abzugeben. Menschen, die wegen der Schäden von Wirbelsturm Sandy ihr Haus verlassen mussten, dürfen auf Anweisung von Gouverneur Chris Christie auch per E-Mail oder Fax abstimmen.

14:51 Uhr Buchmacher setzen auf Obama - Axelrod verwettet seinen Schnauzer

Obama-Berater David Axelrod verwettet seinen Oberlippenbart.

Obama-Berater David Axelrod verwettet seinen Oberlippenbart.

(Foto: AFP)

Wer gewinnt am Ende die Wahl? Diese Frage beschäftigt auch die Buchmacher. In den USA ist es zwar gesetzlich verboten, auf den Ausgang der Präsidentschaftswahl zu wetten. Doch die Glücksritter weichen einfach ins Internet aus.

Wirklich lukrativ ist das allerdings nicht, zumindest für alle, die an einen Sieg Obamas glauben. Wer in einem Online-Wettbüro vier Dollar auf den amtierenden Präsidenten setzt, bekommt im Falle eines Sieges von Obama gerade einmal fünf Dollar zurück. Die Quote von Romney ist da mit 11:4 schon deutlich ergiebiger.

Obama-Berater David Axelrod verwettet sogar seinen Oberlippenbart. Sollte der Präsident die Staaten Michigan, Minnesota oder Pennsylvania verlieren, werde er sich vor laufender Kamera rasieren, versprach er dem konservativen Nachrichtenmonderator Joe Scarborough.