Alternative für Deutschland AfD-Vize Gauland: "Regierungsverantwortung wäre für uns tödlich"

DEU Deutschland Germany Berlin 07 09 2015 Alexander Gauland AfD Landesvorsitzender in Brandenb DEU, Deutschland, Germany, Berlin, 07.09.2015: Alexander Gauland, AfD-Landesvorsitzender in Brandenburg, und Dr. Frauke Petry, Landes- und Fraktionsvorsitzende der AfD in Sachsen, bei einer Pressekonferenz der Partei Alternative für Deutschland (AfD) zum Thema Asylpapier und Herbstoffensive. AfD DEU Germany Germany Berlin 07 09 2015 Alexander Gauland AFD Land chairman in Brandenburg and Dr Frauke Petry Country and Group Chairman the AFD in Saxony at a Press conference the Party Alternative for Germany AFD to Theme and AFD

(Foto: imago/Jens Jeske)
  • Der stellvertretende AfD-Chef Alexander Gauland sagt, seine Partei sei noch nicht bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen.
  • Die Alternative für Deutschland würde an einer Koalition "zugrunde gehen", sagte Gauland der Welt.
  • Mitte März wird in drei Bundesländern gewählt, Umfragen sagen voraus, dass die AfD in allen in den Landtag einzieht.

Regierungsbeteiligung wäre "tödlich"

Am 13. März wählen die Menschen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt neue Landtagsabgeordnete. SPD und Grüne haben eine Zusammenarbeit mit der AfD bereits ausgeschlossen, auch ein Bündnis zwischen CDU und AfD gilt als äußerst unwahrscheinlich . Doch Vize-Chef Alexander Gauland fürchtet eine Koalition offenbar ohnehin so sehr, dass er seiner Partei vorab die Regierungsfähigkeit abgesprochen hat.

Für die AfD wäre es "tödlich", sich an einer Regierung zu beteiligen, sagte Gauland der Welt. Die anderen Parteien seien viel zu erfahren, als dass die AfD mithalten könnte. "Wir würden aufgesaugt werden. Wenn wir jetzt Regierungsverantwortung übernehmen, gehen wir daran zugrunde."

Der rechte Flügel in der AfD dominiert die Schlagzeilen

Gauland, selbst AfD-Fraktionsvorsitzender in Brandenburg, forderte seine Parteikollegen zur "knallharten Opposition" auf. Die Landtagsabgeordneten der AfD sollten sich nicht an die Regierenden "anbiedern", sondern "die anderen zum Jagen tragen" .Umfragen prognostizieren der AfD für alle drei anstehenden Landtagswahlen den Einzug ins Parlament. In Rheinland-Pfalz könnte sie drittstärkste Kraft werden, in Sachsen-Anhalt liegt sie mit derzeit 15 Prozent nur knapp hinter der SPD.

Was Frauke Petry nicht gesagt haben will

Auf Flüchtlinge an der Grenze schießen? Frauke Petry sagt, sie sei falsch wiedergegeben worden. Doch jetzt wird sie von einer zweiten Zeitung so zitiert. Und es gibt eine Tonbandaufnahme. mehr ...

In der AfD streiten gemäßigtere und eindeutig rechte Kräfte um die Ausrichtung der Partei. Immer wieder provoziert der Thüringische Landesvorsitzende Björn Höcke mit rassistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen. Ende Januar sagte AfD-Chefin Frauke in einem umstrittenen Interview, dass die deutschen Grenzen zur Not auch mit Schusswaffen verteidigt werden müssten, während sich Vize-Vorsitzende Beatrix von Storch in wirre Aussagen verstrickte, ob nur auf Frauen oder auch auf Kinder geschossen werden dürfe.

"Die AfD ist ein gäriger Haufen"

Politiker etablierter Parteien werfen der AfD deshalb vor, gezielt rechte und rechtsradikale Wähler zu adressieren. Gauland sagt, der Vorwurf sei abwegig. Schließlich seien alle europäischen Staaten anderer Ansicht als die Bundesregierung. "Sind wir rechtsradikal, weil wir in der Flüchtlingsfrage ähnliches wie die Schweden fordern?" Deshalb sei es erbärmlich, die AfD für Anschläge auf Flüchtlingsheime verantwortlich zu machen.

Allerdings gab auch Gauland zu, dass die Flügelkämpfe in seiner Partei noch nicht ausgefochten seien. Die AfD sei noch ein "gäriger Haufen". Sein Ziel sei, "dass wir in der Parteienlandschaft der Bundesrepublik ankommen und dort fest verankert sind." Das dürfe die AfD nicht durch "eigene Dummheiten verspielen".

Eklat bei Petry-Auftritt in Augsburger Rathaus

Pfiffe, Rufe, Handgreiflichkeiten: Die AfD-Chefin lässt sich von einem Tumult im Saal nicht abhalten. Auf dem Rathausplatz demonstrieren 2000 Menschen gegen die Politikerin. Von Stefan Mayr mehr ...