Nach der Eskalation der Gewalt im Irak hat der Ministerpräsident angekündigt, entschlossen gegen die Aufständischen im Land vorzugehen.

Vor der Machtübergabe an die irakische Regierung am kommenden Mittwoch sei mit einer Zunahme der Gewalt zu rechnen gewesen, sagte Ijad Allawi. In dem kommenden Tagen werde sich die Lage voraussichtlich weiter verschärfen. "Wir werden sie stellen, wir werden sie besiegen und wir werden sie zerschlagen", sagte Allawi bezüglich der Aufständischen.

Ijad Allawi (© Foto: dpa)

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Der designierte Vizepräsident Ibrahim al-Dschaafari deutete an, dass die Regierung auch das Kriegsrecht im Irak verhängen könnte. Wenn sich die Sicherheitslage verschlechtere, könne auf diese Maßnahme zurückgegriffen oder der Notstand ausgerufen werden, sagte al-Dschaafari.

Bei einer Serie nahezu gleichzeitiger Anschläge in Mossul, Bakuba, Falludscha, Ramadi und der Hauptstadt Bagdad wurden am Donnerstag etwa 100 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Allawi machte für die Attentate eine Gruppe um Abu Mussab Sarkawi und Anhänger Saddams verantwortlich. Die Gruppe Sarkawis, die al-Qaida nahe steht, hatte sich zu den Taten bekannt.

Sadr befiehlt Kämpfern, mit der Polizei zu kooperieren

Einen Tag nach der blutigen Anschlagserie im Irak überfielen Aufständische eine Polizeistation in der Nähe von Bakuba. Drei Polizisten wurden getötet. Am Vortag kamen in der Stadt nördlich von Bagdad etwa 20 Beamte ums Leben. Einer Bombenexplosion in einem Wohnviertel von Bagdad fiel am Freitag ein irakischer Polizist zum Opfer.

Ein Kollege wurde verletzt, wie die Polizei mitteilte. Den zweiten Tag in Folge erschütterten Explosionen und Gefechtslärm die Stadt Falludscha westlich von Bagdad. Augenzeugen berichteten von Schüssen der US-Truppen von deren Positionen außerhalb der Stadt.

Bewaffnete Kämpfer in einem östlichen Vorort hätten zurückgeschossen. Der Kommandeur der so genannten Falludscha-Brigade, General Mohammed Latif, erklärte nach einem Gespräch mit der US-Marine-Infanterie am Mittag, die Amerikaner hätten versprochen, vorerst keine Ziele mehr in der Stadt anzugreifen. Im Gegenzug wollten die irakischen Sicherheitskräfte die Straße zwischen Ramadi und Bagdad sichern.

In einer Erklärung der Führung von Moktada al-Sadrs Mehdi-Armee, die der Fernsehsender al-Dschasira veröffentlichte, hieß es, die Milizionäre sollten in dem Bagdader Vorort Sadr City die Waffen niederlegen und stattdessen mit der Polizei zusammenarbeiten, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Dies sei ein Befehl.

Seine Missachtung führe zum Ausschluss aus der Gruppe. Die Gefechte zwischen den Kämpfern al-Sadrs und den Besatzungstruppen hatten sich in den vergangenen Wochen auf Sadr City und die Schiiten-Städte Nadschaf, Kufa und Kerbela konzentriert.

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(SZ vom 26.06.2004)