Al-Qaida-Anschlag vereitelt Wenn im Wahlkampf die Bombe einschlägt
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Barack Obama soll schon seit April über den angeblich vom CIA vereitelten Al-Qaida-Anschlag informiert gewesen sein. Dass die Details erst jetzt bekannt werden, kommt Obama durchaus gelegen. Fest steht auch: Jemen ist das Land, von dem nach wie vor größte Gefahr ausgeht.
Keine Hinweise auf Anschlagspläne von al-Qaida - das hatte das Weiße Haus Ende April, kurz vor dem Jahrestag der Tötung von Osama bin Laden, erklärt. Die al-Qaida sei nach Tötung Bin Ladens "quasi verschwunden", sagte ein nicht namentlich genannter Sicherheitsexperte des Weißen Hauses am 28. April vor Journalisten.
Barack Obama reiste vor dem offiziellen Beginn seines Wahlkampfes nach Afghanistan. Den kriegsmüden Amerikanern versprach er den entgültigen Truppenabzug bis 2014.
(Foto: AP)Eineinhalb Wochen später hat sich die Lage verändert: Wie die New York Times und andere Medien unter Berufung auf US-Beamte berichtet, wollte das islamistische Terrornetzwerk eine Bombe an Bord eines in die USA fliegenden Passagierflugzeugs schmuggeln. Nach Angaben eines hochrangigen US-Beamten sei Präsident Obama bereits im April über den geplanten Anschlag informiert gewesen, heißt es. Ob Obama auch schon Bescheid wusste, als sein Umfeld von der marginalisierten Qaida sprach, bleibt unklar.
Die Details wurden erst jetzt öffentlich: Der Sprengkörper sei eine Weiterentwicklung der sogenannten "Unterhosenbombe", mit der Weihnachten 2009 ein Passagierflugzeug über der US-Stadt Detroit in die Luft gesprengt werden sollte. Der Anschlag soll nach Berichten von US-Medien zeitlich um den Todestag von Osama bin Laden, den 2. Mai, geplant gewesen sein. Die CIA sei aber eingeschritten, bevor der mutmaßliche Selbstmordattentäter ein Ticket gekauft habe.
Die Spur führe in den Jemen zu AQAP, dem Ableger von al-Qaida auf der arabischen Halbinsel. Bisher ist unklar, wer die Bombe gebaut hat, doch Anti-Terror-Experten halten es für möglich, dass der Saudi Ibrahim Hassan-Asri, der bereits für den Bau der ersten in einer Unterhose versteckten Bombe verantwortlich war, hinter der Konstruktion steckt.
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Es dürfte Zufall sein, aber der Zeitpunkt für das Bekanntwerden des versuchten Bombenanschlags kommt dem Präsidenten entgegen: Denn am Wochenende startete Barack Obama offiziell in den Präsidentschaftswahlkampf.
Bereits davor wurde klar, dass Obama politisch maximalen Profit aus dem Thema Terrorabwehr, besonders aber aus dem Tod von Osama bin Laden, ziehen will: In einem Fernsehinterview, das am 2. Mai ausgestrahlt wurde, erinnerte sich der US-Präsident gemeinsam mit seinen nationalen Sicherheits- und Militärberatern an die Schlüsselmomente der Nacht, in der der Al-Qaida-Chef getötet wurde.
Gleichzeitig ließ Obama von seinem Wahlkampfstab verbreiten, dass sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney damals sicher nicht den nötigen Mut gehabt hätte, den Einsatzbefehl an die Spezialeinheit der Kriegsmarine zu geben.
Große Symbolkraft hatten auch die Bilder von der vergangenen Reise nach Afghanistan: In einer Rede vor US-Streitkräften erklärte Barack Obama, dass das von ihm gesetzte Ziel al-Qaida zu schlagen und ihr keine Chance zur Erneuerung zu geben, jetzt in Reichweite sei. Den kriegsmüden Amerikanern versicherte er den endgültigen Truppenabzug aus Afghanistan bis 2014.
Mit der Veröffentlichung ausgesuchter Briefe bin Ladens präsentierte die US-Regierung einen weiteren Beweis, dass der Kampf gegen den Terror unter der Führung Obamas erfolgreich war. Die Auszüge zeigen, dass sich der Al-Qaida-Chef in den letzten Jahren seines Lebens große Sorgen über die Zukunft des Terrornetzwerks machte.
Auch die aktuelle Meldung über den Bombenanschlag wird ihre Wirkung nicht verfehlen. Sie beweist, dass der Terror immer noch eine akute Bedrohung für die USA darstellt. Doch Präsident Obama, so die Botschaft, ist in der Lage diese erfolgreich abzuwehren.
Inzwischen ist klar, dass einige Journalisten von dem geplanten Attentat wussten. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press nun erklärt, hatte sie schon in der vergangenen Woche die Information. Allerdings kam sie der Bitte des Weißen Hauses und der CIA nach, vorerst nicht darüber zu berichten - denn die Operation sei damals noch in Gange gewesen.
Die Ermittler vereitelten eine Explosion - doch das Thema dürfte im Wahlkampf wie eine Bombe einschlagen.