Sudans Präsident hat den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs scharf zurückgewiesen. Im Darfur-Konflikt kommen massiv deutsche Waffen zum Einsatz.
Der sudanesische Präsident Omar al-Baschir hat den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) mit scharfen Worten zurückgewiesen.
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Der Internationale Strafgerichtshof hat Haftbefehl gegen Sudans Präsidenten Omar al-Baschir erlassen. (© Foto: dpa (Archivbild))
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Al-Baschir bezeichnete den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag als "Instrument des Neo-Kolonialismus". Der Sudan werde seit 20 Jahren von einem neuen Kolonialismus und "dessen Instrumenten wie dem IStGH" unterdrückt, rief Baschir am Donnerstag Tausenden Demonstranten in der sudanesischen Hauptstadt Khartum zu. "Die Kriminellen sind die Führer der USA und Europas", sagte der Staatschef einen Tag nach der Ausstellung des Haftbefehls gegen ihn durch den IStGH.
Baschir warf den USA vor, Völkermorde begangen zu haben, und berief sich dabei auf die indianischen Ureinwohner des Landes, den US-Atombombenabwurf auf Hiroshima und den Vietnam-Krieg. Auf dem Platz der Märtyrer im Zentrum Karthums hatten sich am Morgen mehr als 5000 Menschen versammelt, um gegen den Haftbefehl zu protestieren. Sie zeigten Bilder Baschirs und wetterten in Sprechchören gegen die USA, Großbritannien, die Juden und den Chefankläger des Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo.
Der Internationale Strafgerichtshof hatte am Mittwoch Haftbefehl gegen al-Baschir wegen des Darfur-Konflikts erlassen. Der 65-Jährige ist unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, Mord und Vertreibung in der Provinz angeklagt. Er soll für die Tötung von 35.000 Menschen verantwortlich sein, zudem sollen mindestens 100.000 durch Hunger und Krankheit ums Leben gekommen sein.
Am Donnerstag forderte auch China den IStGH auf, das Verfahren gegen al-Baschir auszusetzen. China bedauere die Ausstellung des Haftbefehls und sei besorgt, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Qin Gang, in einer Mitteilung.
Wichtigste Aufgabe der internationalen Gemeinschaft sei es, für Stabilität in der sudanesischen Krisenregion Darfur zu sorgen und den politischen Prozess sowie die Stationierung der gemeinsamen Truppe von UN und Afrikanischer Union (AU) voranzubringen.
China ist der Hauptabnehmer sudanesischen Erdöls und für die Wirtschaft des Landes ein wichtiger Investor. Der Führung in Peking wird vorgeworfen, nicht genügend Druck auf Khartum auszuüben, damit diese die Kämpfe in Darfur beendet.
Auch Südafrikas Regierung kritisierte den Haftbefehl gegen Sudans Präsidenten wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Außenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma bezeichnete die Entscheidung als "bedauerlich", weil sie den aktuellen Friedensprozess im Sudan "negativ beeinflussen wird."
Die Afrikanische Union (AU) habe den früheren südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki nominiert, um zwischen dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag und dem Sudan zu vermitteln. Die Arabische Liga, zu der auch der Sudan gehört, kündigte an, beim UN-Sicherheitsrat die Aussetzung des Haftbefehls zu beantragen.
Unterdessen berichtete das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC), dass im Sudan und in der der dortigen Krisenregion Darfur offenbar massiv deutsche Waffen eingesetzt werden. Verbrechen würden vielfach von Milizen verübt, die mit dem deutschen Sturmgewehr G-3 ausgerüstet seien, behauptete das BICC am Donnerstag in Bonn.
Hier stehe auch die Bundesregierung in der Verantwortung, erklärte das unabhängige Forschungs- und Politikberatungs-Institut zu internationalen Sicherheitsfragen. Die Verbreitung deutscher Waffen in Darfur sei ein deutlicher Hinweis "auf eklatante Mängel in der Ausfuhrkontrolle und der Lizenzvergabe der Bundesregierung", sagte BICC-Forscher Marc von Boemcken. Es habe zwar keine direkte Lieferungen von G-3 Gewehren aus Deutschland in den Sudan gegeben. Gleichwohl habe die Bundesregierung in der Vergangenheit an viele Staaten Herstellungslizenzen vergeben.
Die G-3 Gewehre im Sudan stammten mit großer Wahrscheinlichkeit aus iranischer Lizenzproduktion. In Darfur würden diese Waffen nicht nur gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt, sondern bedrohten auch Entwicklungshelfer und Friedenssoldaten, kritisierte das BICC.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(AFP/dpa/Reuters/akh/bosw)
Russland unter Putin
rennen inzwischen zu Tausenden durch die Gassen, um für diesen Menschenschinder aus dem Sudan zu demonstrieren. Das kennen wir ja von diesen Leuten. Sadham Hussein war ja auch einer von denen, die bei den Palästinensern hoch im Kurs stehen.
Wie können Sie noch immer derart abwegige, weil moralisch-begründete Vergleiche anstellen?
Schliesslich wird vom sakrosankten Westen linzwischen weltweit praktiziert, was in früheren Zeiten wie folgt umschrieben wurde:
Die Kleinen hängt man, die Grossen lässt man laufen!
Und der Bischof bei Filbingers Totenmesse im Freiburger Münster "passt" doch wie angegossen zu PiusXII bis dem derzeitigen Benedikt!
Und hätte der "hölzerne" Öttinger sich verweigert, er wäre nie MP in Baden-Würtemberg geworden!
Wann endlich werden auch Sie sich mit diesem WANDEL abfinden und den tatsächlichen Zusammenhang bei allen Meldungen und Politiken, d.h. die wirklichen Mächte dahinter, durchschauen - und sich damit abfinden?
wahrscheinlich ist eine verschaerfte Form des Neo-Kolonialismus doch die richtige Loesung fuer Laender mit Regierungen wie im Sudan. Sonst kriegen wir da nie Ruhe...
Folgende Zeitgenossen sollten in Den Haag vorstellig werden:
GW Bush: Tötung von mindestens 100000 irakischen Zivilisten
Tony Blair: dito
Herr Olmert, Frau Livni: 1300 ermordete Palästinenser
Herr Putin: n getötete Tschetschenen
Wurde NS-Richter Filbinger vor Gericht gebracht? Im Gegenteil, 2007 wird die Totenmesse im Freiburger Münster vom Erzbischof mit Begleitung von CDU-Oettinger gelesen. Mir wird übel.
Ja sischer A. Hauss, wenn nicht gleichzeitig Bush und Toni B-Liar angeklagt werden, ist das ganze völlig einsseitig und ungerecht *kopfschüttel
Und vielleicht sollte man genauso mit bestimmten Repräsentanten umgehen. Nur mal so, als Anregung. Spart u.U 'ne Menge Kriege, wenn es einen internationalen Gerichtshof gibt.
Paging