Der iranische Präsident Ahmadinedschad hat den Westen erneut verbal provoziert: Er verteidigte sein Atomprogramm und prophezeite den USA und Israel den Untergang.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung einmal mehr starker Rhetorik bedient und den USA und Israel den nahen Untergang prophezeit. Gleichzeitig verteidigte er das iranische Atomprogramm.

Bild vergrößern

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor der UN-Vollversammlung. (© Foto: dpa)

Anzeige

Teheran werde daran festhalten, auch wenn einige Mächte versuchten, das Recht auf eine friedliche Nutzung der Kernenergie mit wirtschaftlichem und politischem Druck zu untergraben, sagte Ahmadinedschad in New York.

Das "amerikanische Imperium" stehe vor dem Ende und sollte seine militärische Einmischung in andere Ländern einstellen, sagte Ahmadinedschad. Die Kriege im Irak und in Afghanistan seien nur angezettelt worden, um in den USA Wahlen zu gewinnen.

Zudem machte Ahmadinedschad die westlichen Mächte für den zunehmenden Terrorismus und den florierenden Opiumhandel in Afghanistan verantwortlich. Bislang sei noch jede Macht, die in Afghanistan einmarschiert ist, unterlegen und schließlich wieder abgezogen, sagte er.

Auch gegen Israel fand der iranische Präsident erneut scharfe Worte. "Das zionistische Regime ist auf dem klaren Weg zum Kollaps. Es gibt keinen Ausweg aus der Kloake, die es selbst und seine Unterstützer geschaffen haben", sagte Ahmadinedschad.

Eine kleine und einflussreiche Gruppe Zionisten kontrolliere Finanzzentren sowie die politischen Entscheidungen in Europa und den USA, meinte er weiter.

Der Westen hat wegen des iranischen Atomprogramms bereits mehrfach UN-Sanktionen gegen Teheran erwirkt. Der Iran hält aber weiter an der Urananreicherung fest und behauptet, die Technologie nur für friedliche Zwecke nutzen zu wollen.

Hochangereichertes Uran ist der Ausgangsstoff für Atombomben. Ahmadinedschad hat bereits in der Vergangenheit häufiger den Untergang der USA und Israels vorhergesagt.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Pflicht zur Kür

Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...

(AP/ssc/hai)