SPD-Chef Beck setzt im parteiinternen Streit um das Arbeitslosengeld I weiter auf eine harte Linie zu Vizekanzler Müntefering. Derweil meldete sich auch der FDP-Vorsitzende Westerwelle in der Causa zu Wort - und attackierte Kanzlerin Merkel als "vom linken Virus infiziert".
In einem Interview mit der Zeit sagte der SPD-Vorsitzende Kurt Beck: "Man kann in der Sache streiten und unterschiedlicher Meinung sein, aber am Ende steht eine Entscheidung des Parteitages, die dann auch gilt. Das galt damals, als wir die Agenda 2010 beschlossen haben, und das ist auch heute so."
Bild vergrößern
Franz Müntefering (li.) und SPD-Chef Kurt Beck (© Foto: dpa)
Anzeige
Vizekanzler Franz Müntefering hatte am Dienstag Kompromissbereitschaft signalisiert und vor der SPD-Bundestagsfraktion angekündigt, mit Beck bis zum Parteitag nach einer einvernehmlichen Lösung suchen zu wollen.
Beck schloss eine Einigung mit der Union auf Grundlage der bisherigen CDU-Positionen in der Frage einer verlängerten Arbeitslosengeldzahlung aus. Wenn die CDU bereit zu einer Einigung sei, "werden wir darüber reden". "Aber auf das Rüttgers-Modell, bei dem den Jüngeren im Familienalter Geld weggenommen wird, werden wir uns nicht einlassen", sagte er der Zeit.
Nach einem Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers ist die Führung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bereit, eine längere Auszahlung des Arbeitslosengeldes an ältere Arbeitslose mitzutragen. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) habe im Fraktionsvorstand erklärt, wenn der Hamburger SPD-Parteitag Ende Oktober eine entsprechende Forderung beschließe, "wird die Unions-Fraktion mitmachen", berichtet das Blatt unter Berufung auf Sitzungsteilnehmer.
Die Union wolle allerdings nicht das SPD-Modell, sondern den Beschluss des CDU-Parteitags vom November 2006 zugrunde legen. Er sieht vor, die Dauer der Auszahlung von Arbeitslosengeld (ALG) I an die Beitragsjahre zu koppeln. Die Mehrausgaben sollen bei Älteren durch Kürzungen bei jüngeren Arbeitslosen ausgeglichen werden. Im Gespräch sei bei der Union, jüngeren Arbeitslosen das ALG I nicht über volle zwölf Monate zu zahlen oder erst dann, wenn sie länger als bisher eingezahlt hätten, berichtet das Blatt.
Wirtschaftsforscher warnt vor Änderung beim ALG I
Beck möchte die Dauer der ALG-I-Zahlung an das Lebensalter binden und die Mehrkosten aus den Milliarden- Überschüssen der Bundesagentur für Arbeit bestreiten.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) lehnte in der Welt eine zusätzliche Belastung der Arbeitslosenversicherung ab. "Wenn man die Zahlung des Arbeitslosengeldes für länger Versicherte ausweitet, sollte dies im vorhandenen Budget geschehen." Zugleich forderte er, die Beiträge "auf 3,5 Prozent oder gar 3,2 Prozent" zu senken. Für eine Senkung des Beitragssatzes auf 3,5 Prozent sprach sich auch die CSU-Vize Barbara Stamm in der Passauer Neuen Presse aus.
Linke-Fraktionschef Gregor Gysi forderte von der großen Koalition Klarheit über eine Reform des ALG I und kündigte in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung an: "Die Linke wird die Koalition mit einem Antrag auffordern, dem Bundestag umgehend ein Konzept für das längere Arbeitslosengeld I vorzulegen. Dann müssen CDU/CSU und SPD Farbe bekennen."
FDP-Chef Guido Westerwelle warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mangelnde politische Führung vor. Sie laviere und lasse die Dinge treiben, wie der Konflikt um das Arbeitslosengeld in der Koalition zeige, sagte er der Berliner Zeitung. "Sie weiß, dass auch die Union längst von dem linken Virus infiziert ist."
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus F. Zimmermann, warnte vor einer Änderung beim ALG I. Damit würde ein Herzstück der Arbeitsmarktreformen preisgegeben, sagte er den Ruhr Nachrichten.
Ähnlich äußerte sich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Gerd Andres (SPD). Die Verkürzung der Zahldauer an ältere Arbeitslose habe eindeutig spürbare Erfolge auf dem Arbeitsmarkt gebracht, sagte Andres der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Dies zu ändern sei völlig falsch.
In der Union regt sich derweil Widerstand gegen Korrekturwünsche der SPD zur Rente mit 67. Der CDU-Sozialpolitiker Peter Weiß wandte sich in der Frankfurter Rundschau vor allem dagegen, die Kriterien für den Bezug von Erwerbsminderungsrenten zu lockern. Die Änderungspläne würden den Drang zur Frühverrentung wieder verstärken und der Rentenversicherung höhere Kosten aufbürden.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(dpa)
Russland unter Putin
160 bewerbungen, alleine diese jahr.
bei meinen abschlüssen FIAW (2,2) und Kommunikationswirt (2,4) sprechen eine deutliche sprache in punkto aufschwung und jeder kann einen job finden!
Jetzt wo der Aufschwung da ist, kann wirklich jeder eine Arbeit finden, sofern er nur richtig will. Sogar bei den 60jährigen ist ein Anstellungsboom zu verzeichnen. Da wäre eine Erhöhung von ALG1 wahrlich das falscheste Zeichen.
übrigens! Jetzt ist Aufschwung. Der nächste Abschwung kommt bestimmt. Wer sich jetzt nicht um Aufschwungsteilhabe bemüht und sich sagt "Jetzt klotzt ich aber kräftig hinzu, damit der Aufschwung in mein Hause kommt", der braucht sich nachher nicht wundern, wenn ihn der Abschwung umso härter trifft.
Wirtschaftsforscher sind bezahlte Lobbyisten der Unternehmerseite. Sie sind generell für Lohndrückerei, da dies kurzfristig den Reichtum ihrer Auftraggeber erhöht. Sie sind dafür, den Druck auf Arbeitslose zu erhöhen, damit die zu jedem Billig-Lohn jede x-beliebige Arbeit annehmen.
Nur mit den Anspruch der Wirtschaftswissenschaften auf logisch nachvollziehbare Zusammenhangserklärungen hat das nichts mehr zu tun. Schon die Physiokraten haben erkannt, dass ökonomie eine Kreislauf ist. Die Betriebswirtschaftler wissen, dass Konkurrenzfähigkeit nur durch Qualität herzustellen ist. Qualität der Arbeit bekommt man aber nur von Mitarbeitern, die motiviert Qualität leisten. Für Schrottlöhne bekommt man Schrottprodukte.
Die Wirtschaftsforscher der Bundesrepublik sind keine Wirtschaftsfachleute, sondern bezahlte PR-Knechte und nicht ernst zu nehmen.
Die Diskussion nimmt seltsame Formen an. Die Gesetze zu ALG I orientieren sich an Wünsche von Parteien und Unternehmern aber nicht an notwendige Bedürfnisse von Arbeitnehmern und Familie. Nicht was der Arbeitnehmer bisher für die Allgemeinheit, auch für Politiker, geleistet hat oft für einen Lohn der mehr Hohn als Lohn ist.
Was ist der Mensch noch wert wenn er ins Abseits gestellt wird?
Wir wurden mit 17 mißbraucht für den Krieg. -Heute werden wir nicht mehr gebraucht, wie auch Arbeitslose, ohne eigenes Verschulden, werden wir gnädigst geduldet. Auch den Kämpfern in Afghanistan wird das Land auf diese Weise danken.
Wie konnte ich in unserer Lokalzeitung lesen( Leserbrief) ..Eine Mitarbeiterin der Tafel sprach bei der Bürgermeisterin vor - um finanzielle Hilfe . Die Antwort: Alle erhalten ihre Grundsicherung und außerdem kann man auf den Feldern Gurken sammeln gehen- so unsere Bürgermeisterin CDU .
Walter Wasilewski
was für ein streit ?!!
meint man dieses kasparletheater ?
glaubt die s p d wirklich mit solchen psychologoschen tricks wieder hochwasser bekommen könnte ?
Paging