Kriege und Dürre bestimmen das Bild Afrikas in den Medien. Dabei gibt es auch gut regierte Staaten. Hier einige positive und negative Beispiele des Kontinents.
Ghana
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Im März feierte Ghana Geburtstag: Als erstes Land südlich der Sahara streifte es vor 50 Jahren das Joch der Kolonialherrschaft ab. Damals herrschte Aufbruchstimmung, doch der westafrikanische Staat hat die hohen Erwartungen nicht erfüllt.
Drückende Armut bleibt das Hauptproblem, obwohl der Staat besser regiert wird als viele andere Länder Afrikas. Die Wirtschaft ist auf den Export von Bodenschätzen und Kakao ausgerichtet und leidet unter Preisschwankungen auf dem Weltmarkt. Ghana ist dennoch ein politischer Anker in einer Region, die immer wieder Krieg heimsuchte.
Sudan
Sudan kommt seit der Unabhängigkeit vor fünf Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Lange kämpfte das islamische Regime in Khartum gegen die christlich und animistisch geprägten Gebiete des Südens.
Seit 2003 führt die Regierung nun einen Vertreibungsfeldzug in Darfur, dem bereits mehr als 200000 Menschen zum Opfer fielen. Die Lösung dieses Konflikts ist schwierig, China verhindert stärkeren Druck auf Khartum, weil Peking in Sudans Ölgeschäft investiert - auf dem Foto eine Förderanlage im Südsudan.
Die Stationierung einer UN-Friedensmission verzögert die Regierung: Für mehr als zwei Millionen Flüchtlinge in Darfur gibt es daher kaum Schutz gegen die berüchtigten Reitermilizen.
Somalia
Seit dem Sturz des Diktators Siad Barre 1991 kämpfen Warlords um die Vorherrschaft am Horn von Afrika. Somalia ist ein völlig zerfallener Staat.
Mit dem Einmarsch des Nachbarn Äthiopien im Dezember ist die Gewalt erneut eskaliert, Hunderttausende Flüchtlinge können kaum versorgt werden. Die Chancen stehen schlecht, dass die politische Krise bald überwunden wird. Die USA wollen Äthiopien nutzen, um in Somalia radikale Islamisten zu bekämpfen, die angeblich al-Qaida unterstützen.
Doch die Intervention hat die Lage noch komplizierter gemacht. Die Afrikanische Union hat Mühe, ihre Friedenstruppe in Mogadischu aufzustocken, und die Stationierung einer UN-Truppe ist angesichts der großen Risiken unwahrscheinlich.
Botswana
Botswana ist der größte Diamantenförderer der Welt und macht vor, wie man Rohstoffreichtum für das Wohl des ganzen Volkes nutzt. Damit setzt es sich ab von vielen ölproduzierenden Staaten, in denen die Korruption blüht und die Massen arm bleiben.
Das ökonomisch erfolgreiche und gut regierte Botswana unter Präsident Festus Mogae - auf dem Foto - gilt als Musterland, kämpft aber mit einer sehr hohen Aidsrate.
Mosambik
15 Jahre lang tobte in Mosambik der Krieg, das Land wurde in den 70er und 80er Jahren immer wieder in die Kämpfe um Freiheit in Rhodesien und Südafrika verwickelt.
1992 gelang es schließlich, das Land zu befrieden. Danach erlebte der zerrüttete Staat einen erstaunlichen Aufschwung mit hohen Wachstumsraten, doch wird Mosambik oft von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Dürren heimgesucht.
Die Mehrheit der Menschen lebt weiter in bitterer Armut. Die Nähe zum Wirtschaftsmotor Südafrika bringt dem Land aber mehr Investitionen als anderen Ländern, der Staat hat zudem großes touristisches Potential. Alles in allem hat Mosambik eine ermutigende jüngere Geschichte, auch wenn die Ordnung labil ist.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ Primetime vom 4.6.2007)