Der Gouverneur der afghanischen Provinz Kundus stellt der Bundeswehr ein schlechtes Zeugnis aus, hofft auf Amerika - und preist den Angriff auf die Tanklastzüge.
Der Gouverneur der nordafghanischen Unruheprovinz Kundus hat den dortigen Einsatz der Bundeswehr kritisiert.
Schwierige Mission in Afghanistan: Deutsche Isaf-Soldaten kehren von einem Einsatz in der Gegend um Fayzabad, östlich von Kundus, zurück. Die Aufnahme entstand im September 2009 (© Foto: AP)
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Angesichts der schlechten Sicherheitslage in der Region forderte Gouverneur Mohammad Omar in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Kundus mehr amerikanisches Engagement. "Wir haben einen Feind und wissen, dass er uns töten will", sagte er mit Blick auf die Taliban.
"Unsere (deutschen) Freunde beobachten das und retten uns nicht. Nun müssen wir unsere anderen (amerikanischen) Freunde bitten, uns zu retten." Omar verteidigte zugleich den von der Bundeswehr im vergangenen September angeordneten Luftangriff.
Omar sagte, er und der Provinzrat hätten vorgeschlagen, dass von den 30.000 zusätzlichen US-Soldaten in Afghanistan 3000 alleine in Kundus stationiert würden. "Wenn man den Terrorismus beseitigen will, sind ernsthafte Handlungen gefragt."
Unterdessen haben deutsche Soldaten am Freitag in der nordafghanischen Provinz Kundus einen afghanischen Zivilisten beschossen und verletzt. Der Mann sei mit seinem Wagen auf die Soldaten zugefahren und habe trotz aller Warnsignale nicht gebremst, sagte Bundeswehrsprecher Jürgen Mertins der Nachrichtenagentur dpa in Kundus. Der Zivilist sei im Wiederaufbauteam in Kundus operiert worden. Zu dem Vorfall sei es in der Unruheprovinz Char Darah zehn Kilometer westlich des Bundeswehrlagers gekommen.
Die deutschen Soldaten wollten möglicherweise gegen die Taliban vorgehen, der Bundestag lege ihnen aber Steine in den Weg, sagte Gouverneur Omar. "Das Parlament will nicht, dass Soldaten dabei getötet werden, wenn sie Aufständische bekämpfen."
Die Verbesserung der Sicherheitslage in der Provinz sei allein durch US-Sondereinheiten und afghanische Kräfte erzielt worden. Die Bundeswehr sei dagegen "wirkungslos" gewesen. Um die Sicherheit in Kundus sollten sich daher künftig "effektivere Länder" kümmern.
Von den angekündigten zusätzlichen 30.000 US-Soldaten soll die überwiegende Mehrheit in den unruhigen Süden und Osten, ein kleinerer Teil aber auch in den deutschen Verantwortungsbereich im Norden Afghanistans geschickt werden. Eine genaue Zahl für den Norden steht noch nicht fest.
Bundeswehr sieht verbesserte Sicherheitslage
Omar sagte, ihm fehlten in der Provinz Kundus 1500 afghanische Polizisten, was er den Deutschen bereits vor einem Jahr mitgeteilt habe, ohne dass sich die Lage geändert habe. Deswegen sei auch der umstrittene Einsatz von Stammesmilizen gegen die Taliban in der Region gerechtfertigt. "Wir haben keine andere Option."
Omar sagte, aus seiner Sicht als Gouverneur sei der umstrittene und von der Bundeswehr angeordnete Luftangriff auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklastwagen im vergangenen September "richtig" gewesen. Bei den von dem Bombardement getöteten Zivilisten habe es sich um Angehörige von Aufständischen gehandelt.
Omar kritisierte zugleich mangelnden Wiederaufbau in Kundus. Die Deutschen sollten ihre Anstrengungen auf die von ihnen verantwortete Provinz konzentrieren, statt Hilfsgelder über die Zentralregierung in Kabul auf das ganze Land zu verteilen, forderte der Gouverneur.
Der Sprecher der Bundeswehr in Kundus, Oberstleutnant Jürgen Mertins, sagte: "In den vergangenen Monaten haben wir eine ganze Reihe von Operationen im Raum Kundus durchgeführt zusammen mit der afghanischen Seite. Wir meinen, dass sich die Sicherheitslage im Raum Kundus dadurch deutlich verbessert hat."
Die Bundeswehr arbeite sehr gut mit den afghanischen Sicherheitskräften zusammen. "Es ist durchaus verständlich, dass der Gouverneur die angekündigte Truppenverstärkung vonseiten der USA in der ihm eigenen Art willkommenheißt."
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(dpa/odg/gba)
Stockender Kita-Ausbau
Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg stellt in Kürze das neue Truppen-und Exit-Konzept vor.
"Die Korruptionsschutztruppe der BW habe in Afghanistan nun genügend Erfahrung gesammelt und sei nun reif für den schon von der alten Bundesregierung geplanten Standortwechsel. Afghanistan sei lediglich eine Art Truppenübungsplatz mit tollen Trainingsmöglichkeiten für die Truppe gewesen." so ähnlich steht es im Eingangsstatement.
Die Truppe würde nun in ihr eigentliches Wirkungsgebiet und operatives Zielgebiet nördlich der Bayrischen Alpen verlegt, um dort die Korruption wirkungsvoll zu beschützen.
wenn man hört, wie sich diese Leute in der afghanischen Führung, korrupt bis in die Stiefelspitzen, verrufen im eigenen Land, an der Macht durch Wahlfälschung, verstrickt in Drogengeschäfte und Waffenschmuggel, abfällig über die Bundeswehr und damit schließlich über uns alle äussern.
Unsere Sicherheit wird am Hindukusch verteidigt, Herr Struck? Wir können uns glücklich schätzen, wenn nicht auf Dauer die "Werte" dieser Herrschaften bei uns zur Regel werden wie eine ansteckende Krankheit und Korruption und Bestechlichkeit bei uns zur alltäglichen Praxis werden lassen.
Dieser Gefahr der Ansteckung erscheint mir tausend Mal größer, als jene terroristischer Angriffe, die unserer politischen Führung nun seit Jahren als Vorwand dienen, um uns in diesen Morast reinzureiten.
Darin herumwaten zu müssen, ist für die Soldaten der Bundeswehr wahrhaftig kein Vergnügen, sondern stellt eine Gefahr für Anstand und Moral unserer Bürger in Uniform dar, die der Lüge aufsitzen, dass irgendjemand in der afghanischen Führung daran interessiert sein könnte, irgendetwas für das eigenen Volk zu tun.
Die lassen sich von der Bundeswehr und den Verbündeten auf unsere Kosten dabei beschützen, ihre schmutzigen Geschäfte zu machen. Das ist alles!!
Wie Aus_dem_Exil12:06:20 schon geschrieben hat (vielleicht auch noch andere): ohne Berücksichtigung der Stammes-/Clan-Strukturen geht gar nichts, mit Berücksichtigung noch viel weniger.
Der Mann kocht schlicht und ergreifend sein (Stammes-) Süppchen zum eigenen Nutzen.
Man hat schon nach dem Angriff vom 4. September gesehen, dass er und andere örtliche Führer ganze Gruppen von anderen Stämmen kurzerhand zu Taliban erklärt und damit wohl auch der Bundeswehr eine nachträgliche Rechtfertigung für den Einsatz gegeben hat.
Unter den angeblichen Taliban waren auch Frauen und Kinder anderer Stämme, die Gouverneur Omar - wie auch hier - zu "Angehörigen von Aufständischen" gemacht hat.
Jetzt sollen offensichtlich die Amis den Rest erledigen.
Die Bundeswehrführung durchschaut offensichtlich nicht einmal derart plumpe Manöver.
BTW: Was ist mit dem beschossenen Mann? War er bewaffnet? Warum hört man nichts?
Kollaboration wurden schon immer mit Tod geahndet.
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