Afghanistan Zahlreiche Tote bei Selbstmordattentat
Anzeige
Die Serie von Selbstmordanschlägen in Afghanistan reißt nicht ab: Beim dritten Blutbad in Kabul innerhalb weniger Tage hat ein Attentäter mindestens 16 Menschen getötet - darunter auch vier Kinder.
Bei einem Anschlag auf die Armee in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat ein Selbstmordattentäter am Mittwochmorgen mindestens 13 Menschen mit sich in den Tod gerissen und weitere 17 verletzt. Neben dem Täter seien sechs Soldaten und sieben Zivilisten, vier davon Kinder, ums Leben gekommen, sagte der Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums, General Sahir Asimi.
Der Ort des Selbstmordattentats: Die Explosion riss ein tiefes Loch in die Straße
(Foto: Foto: AP)Der Attentäter hatte seinen mit Sprengstoff bepackten Wagen am Mittwochmorgen in einen Kleinbus mit Soldaten gesteuert. Die radikalislamischen Taliban übernahmen die Verantwortung für das Blutbad.
Es war der dritte Selbstmordanschlag in Kabul innerhalb von acht Tagen. Am Dienstag waren bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt der Attentäter getötet und mindestens 22 Menschen verletzt worden.
Explosion in Südafghanistan
Anzeige
Die Nato berichtete am Mittwoch zudem von einer Explosion in Südafghanistan. Dabei wurde ein Soldat getötet, zwei weitere verletzt. Die Nationalität des getöteten Soldaten wurde nicht bekanntgegeben.
Die Attentate überschatteten einen Kurzbesuch von US-Verteidigungsminister Robert Gates in Kabul, der von Montag bis Mittwoch in das Land gereist war. Der Minister hatte unter anderem Gespräche mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai über die zunehmende Zahl von Taliban-Anschlägen in Afghanistan geführt.
Die Sicherheitslage in dem Land am Hindukusch verschlechtert sich Agenturberichten zufolge drastisch: Allein in diesem Jahr sollen bei den militärischen Auseinandersetzungen fast 6000 Menschen ums Leben gekommen sein, die meisten von ihnen Aufständische. Aber auch tausend afghanische Sicherheitskräfte und mehr als 200 ausländische Soldaten wurden den Angaben nach getötet.
Das afghanische Verteidigungsministerium hatte am Sonntag das Jahr 2007 als das "blutigste Jahr" für das Land seit dem Sturz der Taliban vor sechs Jahren bezeichnet.