Bei einem US-Angriff mit einem unbemannten Flugzeug sollen elf pakistanische Soldaten ums Leben gekommen sein. Die pakistanische Regierung ist wütend auf den Verbündeten.

Bei einem US-Luftangriff auf einen Posten des verbündeten pakistanischen Militärs an der Grenze zu Afghanistan sind nach Angaben der Regierung in Islamabad mindestens elf Soldaten ums Leben gekommen. Die pakistanische Armee verurteilte den Beschuss in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung als einen "feigen und unprovozierten Akt".

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Mit der Zerstörung des Grenzpostens sei das "Fundament der Kooperation" im gemeinsamen Krieg gegen den Terrorismus massiv erschüttert worden, hieß es. Die pakistanische Armee behalte sich das Recht vor, Zivilbevölkerung und Soldaten gegen Angriffe zu verteidigen. Der pakistanische Botschafter in den USA, Husain Haqqani sagte, die Zusammenarbeit zwischen den Partner müsse stark verbessert werden.

Die Stammesregionen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet sind weitgehend rechtlos und gelten als Hochburg radikalislamischer Extremisten und als Rückzugsraum für in Afghanistan aktive Taliban-Kämpfer und Al-Qaida-Terroristen. Islamabad hat etwa 100. 000 Sicherheitskräfte in der Unruhe-Region stationiert. Über den genauen Hergang der Ereignisse am Dienstag gab es unterschiedliche Angaben, für Journalisten ist die Gegend nicht zugängig.

Sensibles Thema

Das Kommando der Koalitionstruppen teilte in Kabul mit, der Angriff habe Aufständischen in der Grenzregion gegolten. Nachdem Koalitionssoldaten angegriffen worden seien, sei zur "Selbstverteidigung" eine unbemannte Drohne zum Beschuss der Angreifer eingesetzt worden. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte nur, dass es am Dienstag im Grenzgebiet einen Luftangriff gegeben habe. Aufständische hätten von pakistanischen Gebiet aus Afghanistan angegriffen, daraufhin seien sie von Koalitionstruppen zurückgeschlagen worden, hieß es in Washington.

Ranghohe Beamte im Pentagon wollten den Zwischenfall wegen der Sensibilität des Themas nicht kommentieren. Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter der USA im sogenannten Kampf gegen den Terror.

Wie aus Sicherheitskreisen in Pakistan verlautete, hatten in der Nacht zuvor heftige Gefechte von afghanischen und ausländischen Truppen mit Kämpfern der radikalislamischen Taliban in der benachbarten Provinz Kunar auf das halbautonome Stammesgebiet im Nordwesten Pakistans übergegriffen.

Den Angaben zufolge soll eine Rakete den Grenzposten zerstört haben, in dem sich zum Zeitpunkt des Angriffs mehr als 50 pakistanische Soldaten aufhielten. Der Sprecher der Taliban-Bewegung in Pakistan, Maulvi Omar, sagte, bei den Kämpfen seien auch acht Aufständische getötet und neun weitere verletzt worden.

Islamabad hat Washington in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, im Kampf gegen das Terrornetzwerks al-Qaida die Stammesgebiete im Westen Pakistans mit Raketen aus unbemannten Flugzeugen zu beschießen. Die Regierungen in Washington und Kabul werfen der pakistanischen Armee hingegen vor, die Augen vor dem Einsickern radikaler Islamisten aus Pakistan nach Afghanistan zu schließen.

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(AP/dpa/segi/bm)