Dabei weiß auch er genau, dass nun in Frankreich ebenso wie in anderen Nato-Staaten wieder die Diskussion um Sinn und Gefahren des Afghanistan-Einsatzes aufkommen wird. Und die Taliban wissen das auch. Gezielt greifen sie deshalb oft gerade dort an, wo neue ausländische Truppen eingesetzt werden, und mit aller Macht treiben sie die Todesstatistik nach oben.
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2008 droht so das verlustreichste Jahr seit Vertreibung der Fundamentalisten von der Macht Ende 2001 zu werden. Inoffiziellen Schätzungen zufolge kostete die Gewalt in diesem Jahr schon etwa 3400 Menschen das Leben. In den vergangenen drei Monaten starben am Hindukusch mehr ausländische Truppe n als im Irak, seit Januar beklagen die Nato-Truppen schon 188 tote Soldaten in Afghanistan.
Noch mehr als die Zahlen erschreckt die Isaf-Strategen aber die immer ausgefeiltere militärische Strategie der Taliban. Neben Selbstmord-Attentätern in den Städten und vergrabenen Bomben an den Überlandstraßen fordern sie die Nato auch wieder verstärkt zum offenen Kampf heraus. So griff zum Beispiel zu Wochenbeginn ein Taliban-Trupp mit mehreren Selbstmord-Bombern plus militärischer Rückendeckung den US-Stützpunkt Camp Salerno in der Ostprovinz Khost an. Der Angriff wurde früh entdeckt und schlug weitgehend fehl. Gewarnt aber ist die Isaf allemal.
Präsident Karsai ist auf dem Tiefpunkt seiner Macht
Das Ziel aller Angriffe ist klar: Die Aufständischen wollen das Land unregierbar machen und die fremden Truppen vertreiben. Das welt- und regionalpolitische Umfeld scheint ihnen dabei in die Hände zu spielen. Die Amerikaner sind beschäftigt mit dem Präsidentschaftswahlkampf, die meisten Europäer würden am liebsten gar nicht mehr an ihren Afghanistan-Einsatz erinnert, und im benachbarten Pakistan, wo die Taliban ihre Rückzugsgebiete haben, tut sich nach dem Rücktritt von Präsident Pervez Musharraf womöglich ein Machtvakuum auf.
In Kabul hat indessen Präsident Hamid Karsai den vorläufigen Tiefpunkt seiner Macht erreicht. Zwar hat er diese Woche seine erneute Kandidatur für die Präsidentenwahl 2009 angekündigt. Die meisten seiner Landsleute aber sind tief enttäuscht von seiner Politik.
Die Taliban schlagen also Profit aus dem Chaos, für das sie eigentlich verantwortlich gemacht werden müssten. In Scharen laufen ihnen die Freiwilligen zu, und sie kämpfen im Verbund mit anderen Fundamentalisten. Einer davon ist der berüchtigte paschtunische Kriegsherr Gulbuddin Hekmatyar. Schon im Krieg gegen die Sowjetunion und später im Bürgerkrieg gehörte die von wilden Schluchten durchzogene Gegend um Surabi, wo nun die Franzosen starben, zu seinem Einflussgebiet. Auch heute sollen dort seine Kämpfer im Einsatz sein. Hekmatyar jedoch wird gewiss noch eine andere Region im Blick haben. Seine Heimat liegt im Norden, in der Provinz Kundus. Dort ist die Bundeswehr stationiert.
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Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 21.08.2008/akh)
Irgendwie hängen die Kaukasuskrise und der Krieg gegen die Taliban wohl doch zusammen, denn irgendeinen Erfolg muss die NATO doch demnächst noch erringen.
Ein Szenario, das vorsieht, von Georgien aus sowohl den Konflikt mit dem Iran wie auch den mit Russland zu forcieren, scheint nicht mehr ausgeschlossen.
Völkermörder zu retten ist ausserdem viel schöner, als sich von Taliban besiegen zu lassen.
Hier verteidigen Menschen ihre Heimat, so absurd ihre Werte und Ideen auch erscheinen mögen. Und die Besatzungstruppen verteidigen irgendeine nicht realistische Version "des Guten" - einen Pseudo-Demokratismus. Die Taliban rekrutieren Menschen, bei denen das Hier und Jetzt wenig zählt. Die Besatzungstruppen wissen nicht wirklich, warum sie da sind. Das kann nicht gut gehen...
sollten mal mit Peter Scholl-Latour ein Glas Wein trinken und danach ihre Entscheidungen überdenken.
Mehrheit der Franzosen für Rückzug aus Afghanistan
Paris (dpa) - Nach dem Tod von zehn ihrer Soldaten in Afghanistan ist eine klare Mehrheit der Franzosen für den Abzug ihrer Truppen vom Hindukusch. In einer CSA-Umfrage für die Zeitung «Le Parisien» unterstützten 55 Prozent die Aussage, man müsse die Truppen heimholen, weil Frankreich in einem Konflikt versinke, den es nicht im Griff habe. Nur 36 Prozent schlossen sich der Haltung der Regierung an, man solle den Einsatz fortsetzen, weil die Truppen am Kampf gegen den internationalen Terrorismus teilnähmen.
© sueddeutsche.de - erschienen am 22.08.2008 um 08:50 Uhr
der europäischen Koalition der Willfährigen laufen die Völker davon... sofern sie je hinter ihnen standen..
Sie haben noch immer eine Lizenz zum Schreiben?
Zitat:
"Die Taliban schlagen also Profit aus dem Chaos, für das sie eigentlich verantwortlich gemacht werden müssten."
Genau. Die haben Pakistan aufgemischt, die sind für die angebliche Atomproblematik, also die Bedrohungsanalyse Israles gg. Iran zuständig, die kurven mit ihren Schiffen im Persischen Golf rum. Die taliban haben den Irak aufgerüstet mit Massenvernichtungswaffen und Ali Baba aus der Höhle heraus mit fliegenden Teppichen New York angreifen lassen.
So sind sie, die taliban. Nur die USA und andere Willi bzw. Willige veruchen Ruhe in den Raum zu bringen, für Frieden, Wohlstand und Bildung zu sorgen.
Ihr Namensvetter -hausen erzählte auch solch tolldreiten Stücke.
Paging