Afghanistan Tote bei Angriff auf Militärposten in Kabul

Afghanische Sicherheitskräfte in der Nähe des Anschlagsortes.

(Foto: REUTERS)
  • Fünf schwer bewaffnete Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) greifen eine Militäreinheit an.
  • Einem Sprecher zufolge haben sich zwei Angreifer in die Luft gesprengt.
  • Mehrere Menschen werden getötet.

Bei einem Angriff von fünf schwer bewaffneten Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf eine Militäreinheit nahe einer großen Militärakademie in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind nach offiziellen Angaben mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen, darunter vier der Angreifer.

Zwei von ihnen hätten sich in die Luft gesprengt, zwei weitere seien erschossen und einer verhaftet worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. 16 afghanische Soldaten wurden demnach bei dem Angriff verletzt. Der Angriff hatte um fünf Uhr morgens begonnen und dauerte knapp fünf Stunden.

Der Sprecher widersprach Meldungen, wonach die große Marschall-Fahim-Militärakademie selbst angegriffen worden sei, die für die Ausbildung ranghoher Offiziere zuständig ist. Das hatte zuvor ein Sprecher des Präsidentenpalastes berichtet. Ziel des Angriffs war demnach die nahe Basis der 111. Brigade - eine Militäreinheit neben der Akademie.

Satellitenbilder zeigen, dass die beiden militärische Einrichtungen sehr nahe beieinander liegen. Zu dem Angriff am Morgen bekannte sich der IS. Ziel sei die Militärakademie gewesen, teilte die Miliz über ihr Sprachrohr Amaq mit.

Erst am Samstag hatte sich ein Selbstmordattentäter in einem mit Sprengstoff beladenen Krankenwagen in Kabuls Zentrum in die Luft gesprengt und mehr als hundert Menschen getötet. Mehr als 230 Menschen wurden verletzt. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Das afghanische Innenministerium machte das mit den Taliban verbündete Hakkani-Netzwerk für die Tat verantwortlich.

Fast 100 Tote bei Anschlag in Kabul

Offenbar hatte ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz in einem Rettungswagen versteckt. Die radikalislamischen Taliban haben sich zu dem Anschlag bekannt. mehr...