Afghanistan Taliban zu Präsidentschaftswahlen zugelassen

Es wird eine wegweisende Wahl für die Zeit nach dem Nato-Abzug: Bei der afghanischen Präsidentschaftswahl im Jahr 2014 dürfen auch die Taliban mit eigenen Kandidaten antreten, wie die Wahlkommission bekanntgab. Für die Terrorgruppe könnte es eine ernsthafte Option sein.

Bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan 2014 könnten die radikalislamischen Taliban und andere extremistische Gruppen mit eigenen Kandidaten antreten. Bei der Zulassung der Kandidaten werde es "keine Diskriminierung" geben, erklärte der Chef der Wahlkommission, Fasel Ahmed Manawi, in Kabul.

Zudem bestätigte er den Wahltermin am 5. April 2014. Die Wahl gilt als wegweisend für die weitere Entwicklung des Landes nach dem geplanten Abzug der ausländischen Truppen Ende 2014. Beobachter gehen davon aus, dass die Taliban entweder versuchen werden, die Macht im Staat durch Waffengewalt wieder an sich zu reißen - oder nach einem Friedensabkommen Teil der Regierung in Kabul zu werden.

Der vom Westen unterstützte Präsident Hamid Karsai darf nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten. Die Nato-Staaten wollen bis Ende 2014 ihre Kampfverbände aus Afghanistan abziehen. Unter Führung der USA hatten die internationalen Truppen 2001 die Taliban von der Macht in Kabul vertrieben. Derzeit sind noch mehr als 100.000 ausländische Soldaten in dem Land am Hindukusch stationiert.