Wegen Übertretung islamischer Moralgesetze haben die Taliban zwei Personen erschossen. Die afghanische Regierung ist in der Region ohne Einfluss.

Wegen Übertretung der islamischen Moralgesetze ist in Afghanistan ein junges Paar von den radikalislamischen Taliban erschossen worden. Das Urteil gegen die die 19-jährige Frau und ihren 21-jährigen Freund hatte ein konservativer Klerikerrat in der südwestafghanischen Provinz Nimros gefällt. Beide wurden vor den Augen einer Menschenmenge hingerichtet, wie der Provinzgouverneur Asad mitteilte.

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Bewaffnete Taliban in Afghanistan (Archivbild) (© Foto: dpa)

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Das Paar war aus seinem Heimatort geflohen und wollte in den Iran auswandern. Die Eltern der beiden schickten aber Dorfbewohner los, um sie aufzuhalten und zurückzubringen. Ob sie dann den Taliban übergeben wurden oder von diesen aus den Häusern geholt wurden, war nicht klar.

Die afghanische Regierung hat in der abgelegenen Region kaum Einfluss. Die islamisch-fundamentalistische Taliban-Miliz hat dort die Funktion einer Schattenregierung übernommen. Milizführer haben ihren eigenen Polizeieinheiten und ihre eigenen Pseudo-Gerichte.

Die Taliban herrschten in Afghanistan von 1996 bis zu ihrem Sturz durch US-geführte Truppen 2001. In den vergangenen drei Jahren haben sie aber gerade in abgelegenen Gebieten wieder an Boden gewonnen. Um dem entgegenzusteuern, wollen die USA in diesem Sommer 21.000 weitere Soldaten in die Region verlegen.

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(AP/bavo)