Zum ersten Mal seit Jahren wird ein amerikanischer Soldat in einem Kriegsgebiet gefangen genommen. Die Taliban bekennen sich zur Entführung. Unterdessen geht die US-Offensive weiter.

Die Taliban haben im Osten von Afghanistan einen US-Soldaten entführt. Es istdie erste Entführung eines US-Soldaten in einem Kriegsgebiet seit Jahren. Ein örtlicher Taliban-Kommandeur namens Mullah Sangon sagte, außer dem amerikanischen Soldaten hätten die Aufständischen auch drei afghanische Soldaten gefangen genommen.

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Afghanische und amerikanische Streitkräfte in der Provinz Helmand: Bis zu 5000 Soldaten sollen insgesamt bei der Offensive "Krummdolch" im Einsatz sein. (© Foto: Getty)

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Zuvor hatte US-Militärsprecherin Elizabeth Mathias in Kabul mitgeteilt, dass der Soldat seit Dienstag vermisst werde. Es würden alle Mittel eingesetzt, um den Entführten zu finden und ihn sicher wieder zurückzubringen. Der Soldat wurde offenbar in der südostafghanischen Provinz Paktika gefangen genommen. Er war nicht an der Großoffensive in der südlichen Provinz Helmand beteiligt.

In der Nacht ist die US-Armee unter dem Namen "Khanjar" (Krummdolch) die Operation in Helmand begonnen. Laut amerikanischem Militär sind knapp 4000 US-Elitesoldaten und bis zu 1000 afghanische Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

"Massive Größe und Schnelligkeit"

Brigadegeneral Larry Nicholson sagte der BBC, die Operation unterscheide sich von früheren Einsätzen durch ihre "massive Größe" und die Schnelligkeit. Nach dem Bericht handelt es sich um die größte derartige Offensive seit dem Amtsantritt Barack Obamas. Ziel der Offensive sei es, die Extremisten aus der Region zu vertreiben, die seit Jahren als Hochburg der Taliban gilt.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich in den vergangenen Monaten erheblich verschlechtert. Allein in der ersten Juni-Woche wurden nach den Worten des Kommandeurs der US-Truppen im Nahen und Mittleren Osten, General David Petraeus, mehr als 400 Angriffe von Aufständischen verzeichnet. Das sei die höchste Zahl seit der von den USA geführten militärischen Niederschlagung des Taliban-Regimes 2001.

Im Juni vergangenen Jahres habe man wöchentlich noch etwas weniger als 250 Taliban-Angriffe gezählt, im Januar 2004 seien es weniger als 50 pro Woche gewesen, sagte ein Sprecher des Vier-Sterne-Generals.

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(AFP/AP/dpa/jab/woja)