Bei der Explosion eines Kleinlastwagens sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens sechs Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien fünf Mitarbeiter des afghanischen Geheimdienstes, berichtete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf Geheimdienstquellen.

Der Anschlag trug sich nahe des Flughafens zu. Am Vortag waren nach einem Angriff mutmaßlicher Anhänger der radikal-islamischen Taliban im Osten Afghanistans mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.

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Afghanische Geheimdienstleute hatten nach Angaben des stellvertretenden Kabuler Sicherheitschefs Matiullah Rahmani mehrere Männer verfolgt und einen festgenommen. Als die Beamten zusammen mit dem Festgenommen in den Kleinlastwagen stiegen, explodierte ein in einem Schnellkochtopf verborgener Sprengsatz und tötete alle sechs Insassen des Fahrzeugs. Die übrigen zunächst verfolgten Männer hätten fliehen können.

Rahmani beschuldigte nicht - wie in ähnlichen Fällen - die Taliban des Anschlags, sondern sprach von "Terroristen". Es blieb unklar, ob die Täter möglicherweise einen Anschlag auf die derzeit in Kabul tagende Große Ratsversammlung geplant hatten. Die 500 Mitglieder der Loja Dschirga beraten dort über Einzelaspekte der zu verabschiedenden Verfassung Afghanistans. Die vor zwei Jahren gestürzten Taliban hatten mit Anschlägen auf die Ratsversammlung gedroht.

US-Militär tötet vier Angreifer

Bei dem Angriff im Osten Afghanistans hatten mutmaßliche Anhänger der radikal-islamischen Taliban in Mandezi in der Provinz Chost einen Geheimdienstmitarbeiter und seine beiden Begleiter in ihrem Wagen angegriffen und getötet.

Eine Militärpatrouille der US-geführten Koalitionskräfte, die wenig später dort eintraf, erschoss nach Angaben der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP in einem Gefecht mindestens vier der Angreifer.

Seit August 400 Menschen getötet oder verletzt

Die Koalitionstruppen setzten unterdessen ihre "Operation Lawine" im Osten des Landes fort. Insgesamt sind auf der Suche nach mutmaßlichen Anhängern der Taliban und des Terrornetzes al Quaida in Afghanistan rund 11.500 Koalitionssoldaten im Einsatz.

Seit August sind bei Angriffen und Zusammenstößen vor allem im Südosten des Landes mehr als 400 Menschen getötet oder verletzt worden.

(sueddeutsche.de/dpa)

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