Angriff nördlich von Kundus: Bei einem Selbstmordanschlag in Nord-Afghanistan sind zwei deutsche Polizeiausbilder und mehrere Einheimische verletzt worden.

Bei dem Anschlag in Nordafghanistan sind nach Angaben der Bundesregierung zwei Polizisten leicht verletzt worden. "Zwei deutsche Polizisten sind betroffen von dem Anschlag, die allerdings nur leichte Verletzungen davongetragen haben", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Sonntag in Berlin.

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Das gepanzerte Auto und ein entgegenkommendes Fahrzeug seien beschädigt worden. Unklar sei, ob es sich um einen Selbstmordanschlag, eine Sprengfalle oder eine Sprengladung im entgegenkommenden Fahrzeug gehandelt habe. In dem geschützten Auto saßen drei deutsche Polizeiausbilder und ein afghanischer Übersetzer, die bei Kundus von oder zu einer Besprechung unterwegs gewesen seien.

Der Attentäter sei 15 Kilometer westlich der Stadt Kundus mit einer Limousine in das gepanzerte Fahrzeug gerast und habe dabei auch drei vorbeilaufende Schulmädchen verwundet, sagte der stellvertretende Chef der Provinzpolizei. Das Fahrzeug sei dabei zerstört worden.

Deutsche Soldaten helfen bei der Bergung

Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam teilte mit, die Bundeswehr sei nicht in den Vorfall verwickelt gewesen. Deutsche Soldaten würden jedoch bei der Bergung und Versorgung helfen.

Deutschland beteiligt sich mit bis zu 60 Beamten an der EU-Mission Eupol in Afghanistan. Erst am Montag waren in Kundus zwei deutsche Soldaten während einer Patrouille durch eine Sprengfalle leicht verletzt worden. Einen Tag später, am 1. Juli, hatte die Bundeswehr das Kommando für die schnelle Eingreiftruppe in Nord-Afghanistan übernommen.

Zudem sind im Rahmen einer bilateralen Zusammenarbeit deutsche Polizeitrainer in dem Land tätig.

Im August 2007 starben drei deutsche Polizisten in Afghanistan, als sie auf dem Weg zu einem Training nahe Kabul auf einen Sprengsatz fuhren. Die Polizisten gehörten zum Personen- und Objektschutz der deutschen Botschaft in Kabul. Im Norden Afghanistans sind im Rahmen der Isaf-Mission rund 3000 Soldaten der Bundeswehr stationiert.

Die radikal-islamischen Taliban haben angekündigt, in diesem Jahr mehr Selbstmordanschläge zu verüben. Im Norden des Landes sind solche Angriffe bislang jedoch relativ selten vorgekommen. Die Kämpfe konzentrieren sich vor allem auf den Süden und Osten des Landes.

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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/AP/mel)