Fünf Jahre nach seiner Vertreibung durch die Taliban ist der frühere afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani nach Kabul zurückgekehrt.
Nach der Ankündigung Rabbanis erklärte sein Außenminister Abdullah, die Nordallianz halte an der Bildung einer Regierung mit allen Volksgruppen des Landes fest. Die Rückkehr Rabbanis nährt jedoch Befürchtungen, dass es zwischen den Bevölkerungsgruppen zu gewaltsamen Machtkämpfen kommen könnte.
Burhanuddin Rabbani. (© )
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Über eine künftige Regierung für Afghanistan wollen die Vereinten Nationen (UN) unter der Leitung der USA und Russland bald verhandeln. Darauf hätten sich Präsident Wladimir Putin und US-Präsident George W. Bush geeinigt, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow in Moskau.
Ein Vorauskommando russischer Regierungsvertreter war am Freitagabend nach Tadschikistan geflogen, um von dort nach Kabul zu gelangen und Kontakt zur Führung des zurückgekehrten afghanischen Präsidenten Burhanuddin Rabbani aufzunehmen. Eine neue Regierung für Afghanistan müsse alle ethnischen Gruppen umfassen, vor allem die Paschtunen, sagte Iwanow.
UN-Gruppe aus 21 Nationen
Wie der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Lakhdar Brahimi, in New York mitteilte, wollen die UN ihre geplante Afghanistan-Konferenz möglichst in der nächsten Woche einberufen. Brahimi hatte am Freitag eine aus 21 Staaten gebildete Afghanistan-Gruppe zu Beratungen über die unverzügliche Einsetzung einer Übergangsverwaltung in Kabul einberufen.
Der Gruppe gehören außer den USA, Russland, China und den Anrainerstaaten auch Deutschland an. UN-Diplomaten und Militärs arbeiten verstärkt an einer Strategie für den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe in Afghanistan.
Taliban halten noch zwei Provinzen
Die Taliban haben nach Meldungen der afghanischen Nachrichtenagentur AIP jetzt auch die an Iran grenzende Provinz Farah aufgegeben. Von den Taliban gehalten würden nur noch die Südprovinzen Helmand und Kandahar. In Farah habe es nach dem Abzug der Taliban-Milizen Machtkämpfe zwischen rivalisierenden lokalen Gruppen und Plünderungen gegeben.
Die Taliban wiesen am Samstag Berichte zurück, wonach sie ihr Machtzentrum Kandahar verlassen hätten. Kandahar werde "bis zum Tode" verteidigt, sagte in Islamabad Taliban-Botschafter Abdul Salam Saif. Am Vorabend hatte der arabische Nachrichtensender El Dschasira berichtet, Taliban-Führer Mohammed Mullah Omar habe Kandahar verlassen und die Führung der Stadt zwei örtlichen paschtunischen Stammesführern übergeben.
Weiterhin kein direkte Spur von bin Laden
Die USA wollen den in Afghanistan versteckten Terroristenführer bin Laden nach Berichten des iranischen Fernsehens an der Grenze zu Pakistan aufspüren. Wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf afghanische Quellen berichtete, bewegen sich bin Laden und Mitglieder seines Terrornetzwerks El Kaida in Südost-Afghanistan in den Filkuh-Bergen in Richtung auf die pakistanische Grenze. Dort lägen aber US-Spezialeinheiten auf der Lauer, meldete das iranische Fernsehen.
Ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums widersprach am Samstag Berichten, wonach Omar oder bin Laden möglicherweise in Pakistan Zuflucht genommen hätten. Der Sprecher, Asis Khan, schloss auch aus, dass die pakistanische Regierung den beiden Asyl geben könnte.
Khan äußerte die Befürchtung, dass sich in Afghanistan wieder ein Bürgerkrieg ausbereiten könnte, sollte es den UN nicht bald gelingen, unter ihrer Schirmherrschaft die verschiedenen afghanischen Gruppen zu einer Regierung auf breiter Grundlage zusammenzuführen.
(sueddeutsche.de / dpa)
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