Wer nun, wie zuletzt Präsident Obama, Gespräche mit den Taliban in Aussicht stellt, der handelt richtig und falsch zugleich. Richtig ist, dass es einen unterschiedlich starken Fanatismus gibt unter den Taliban.
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Das ermöglicht es, mit einigen Führungsfiguren zu sprechen, sie aus der Struktur herauszulösen, ihnen Straffreiheit und Einfluss im Gemeinwesen zu versprechen.
Falsch wäre, die Taliban als geschlossene Organisation zu behandeln und am Ende gar mit dem Gründer, Mullah Omar, zu verhandeln. Das würde keinen Frieden bringen.
Die Afghanen lehnen das Gedankengut der Taliban nicht grundsätzlich ab. Religiöse Strenge und das Frauenbild der Gruppe finden Zustimmung. Auf Widerstand stoßen die Brutalität, die Exzesse des Scharia-Strafkatalogs, die mit dem Fundamentalismus verbundene Einschränkung mancher Freiheiten.
Verhandlungen mit Taliban-Führern können also nur dazu dienen, die Macht der Hardliner zu brechen und die Gruppe zu spalten.
Kleinarbeit statt großer Strategie
Im Gegenzug aber muss man wohl eine Hinwendung der Gesellschaft zu einem strengeren Islam akzeptieren. All dies wird nicht mit einer großen Strategie zu bewältigen sein, sondern nur in Kleinarbeit von Distrikt zu Distrikt.
Obamas Problem ist, die Großstrategen in Washington und die eigene Bevölkerung für die afghanischen Feinheiten zu begeistern.
Eine Versöhnungspolitik, die sich pauschal an die Taliban wendet, wird er nicht durchsetzen können - und sie würde auch nicht funktionieren.
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(SZ vom 9. März 2009/odg)
Was sind "moderate" Taliban? Offensichtlich Widerständler, die Natobesatzung ertragen. Wird man sie finden? Derzeit laufen schon die Marionetten aus dem Ruder, die man aus dem Westen mitgebracht hat. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass sich der erfolgreiche Widerstand ausgerechnet jetzt spalten lässt. Obama soll geäussert haben, der Krieg sei nicht zu gewinnen. Bereitet er die USA auf das zweite Vietnam vor? Klug wäre es. Die Krisenfolgen im Inneren der USA machen die Eroberung und Besetzung unwirtlicher Hochgebirgszüge unter wachsenden Opfern immer unsinniger. Möge es ihm gelingen den 40 Prozent der US-Bürger, die ohne Krankenversicherungsschutz dastehen, ein Menschenrecht zu garantieren. Es wird auch nicht kostspieliger als dieser Krieg. Wissen wir eigentlich noch, wer da geschlagen werden soll? Na Osama bin Laden!
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... "Mr Obama , lassen Sie doch endlich die Afganen selbst herausfinden , wie sie's in Zukunft haben wollen !"
Lees: " vielen dank U.T.
das klingt mir nach einer vernünftigen Aussage.
Die Soldaten einfach da rausholen bringt nie etwas. weniger tote deutsche, mehr tote afghanen vielleicht.
nun allein darüber zu diskutieren wäre sache der npd. "
Die Bundeswehr geht nicht nur die NPD etwas an. Der Krieg in Afghanistan ist kein deutscher Krieg, wir haben dort absolut nichts zu suchen.
Wenn ich die Situation im Irak richtig verstanden habe, wurden die Aufständischen durch massive Zahlungen des US-Militärs ruhig gestellt. Einige Zeitungen schreiben, Herr Obama hat erkannt, er könne den "Krieg" gegen die Taliban nicht gewinnen. Vielleicht hat er daher jetzt eine ähnliche Strategie des Scheckbuchs für die Taliban entwickelt.
Paging