Wer nun, wie zuletzt Präsident Obama, Gespräche mit den Taliban in Aussicht stellt, der handelt richtig und falsch zugleich. Richtig ist, dass es einen unterschiedlich starken Fanatismus gibt unter den Taliban.

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Das ermöglicht es, mit einigen Führungsfiguren zu sprechen, sie aus der Struktur herauszulösen, ihnen Straffreiheit und Einfluss im Gemeinwesen zu versprechen.

Falsch wäre, die Taliban als geschlossene Organisation zu behandeln und am Ende gar mit dem Gründer, Mullah Omar, zu verhandeln. Das würde keinen Frieden bringen.

Die Afghanen lehnen das Gedankengut der Taliban nicht grundsätzlich ab. Religiöse Strenge und das Frauenbild der Gruppe finden Zustimmung. Auf Widerstand stoßen die Brutalität, die Exzesse des Scharia-Strafkatalogs, die mit dem Fundamentalismus verbundene Einschränkung mancher Freiheiten.

Verhandlungen mit Taliban-Führern können also nur dazu dienen, die Macht der Hardliner zu brechen und die Gruppe zu spalten.

Kleinarbeit statt großer Strategie

Im Gegenzug aber muss man wohl eine Hinwendung der Gesellschaft zu einem strengeren Islam akzeptieren. All dies wird nicht mit einer großen Strategie zu bewältigen sein, sondern nur in Kleinarbeit von Distrikt zu Distrikt.

Obamas Problem ist, die Großstrategen in Washington und die eigene Bevölkerung für die afghanischen Feinheiten zu begeistern.

Eine Versöhnungspolitik, die sich pauschal an die Taliban wendet, wird er nicht durchsetzen können - und sie würde auch nicht funktionieren.

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(SZ vom 9. März 2009/odg)