Nun will Präsident Obama mit jenen Kämpfern reden, die mit sich reden lassen - und eine weitere Islamisierung Afghanistans akzeptieren.
Der Krieg in Afghanistan krankt am meisten daran, dass zu viele Akteure nach zu großen Strategien suchen, die dem Land Ruhe und Sicherheit bringen sollen.
Neue Afghanistan-Politik: US-Präsident Barack Obama (© Foto: Reuters)
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Diese Strategien werden allesamt von der afghanischen Häckselmaschine kleingeschnitten. Was in der Provinz Badakhshan im Norden klappen mag, funktioniert in Logar südlich von Kabul noch lange nicht.
Wenn in Masar-i-Scharif die Polizei gut arbeitet, heißt das keineswegs, dass in Wardak Rekruten mit den gleichen Methoden ausgebildet werden können.
Afghanistan funktioniert wie ein Kaleidoskop mit bunten Glasstückchen: Schüttelt man es, bilden sich immer neue, schillernde Muster, die bei der nächsten Erschütterung wieder zerfallen.
In Afghanistan sortieren sich Loyalitäten und Machtverhältnisse stets neu entlang der bekannten Variablen: Volksgruppe, Stamm, Familie, Religion, Tradition, Geld und Streben nach Sicherheit.
Religiöse Strenge bis hin zu brutalem Fanatismus
Genauso wenig, wie es also das eine, stabile Afghanistan gibt, gibt es auch nicht die Taliban. Die Taliban rekrutierten sich vor allem aus der paschtunischen Bevölkerung; es eint sie religiöse Strenge bis hin zu brutalem Fanatismus.
Gerade mal 15 Jahre lang existiert die Gruppierung, die ihren Zusammenhalt im Bürgerkrieg nach dem Abzug der Russen fand, dann das ganze Land beherrschte, Osama bin Laden und seiner al-Qaida Unterschlupf gewährte.
2001 wurden die Taliban von der westlichen UN-Koalition und der Nordallianz vertrieben.
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Was sind "moderate" Taliban? Offensichtlich Widerständler, die Natobesatzung ertragen. Wird man sie finden? Derzeit laufen schon die Marionetten aus dem Ruder, die man aus dem Westen mitgebracht hat. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass sich der erfolgreiche Widerstand ausgerechnet jetzt spalten lässt. Obama soll geäussert haben, der Krieg sei nicht zu gewinnen. Bereitet er die USA auf das zweite Vietnam vor? Klug wäre es. Die Krisenfolgen im Inneren der USA machen die Eroberung und Besetzung unwirtlicher Hochgebirgszüge unter wachsenden Opfern immer unsinniger. Möge es ihm gelingen den 40 Prozent der US-Bürger, die ohne Krankenversicherungsschutz dastehen, ein Menschenrecht zu garantieren. Es wird auch nicht kostspieliger als dieser Krieg. Wissen wir eigentlich noch, wer da geschlagen werden soll? Na Osama bin Laden!
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... "Mr Obama , lassen Sie doch endlich die Afganen selbst herausfinden , wie sie's in Zukunft haben wollen !"
Lees: " vielen dank U.T.
das klingt mir nach einer vernünftigen Aussage.
Die Soldaten einfach da rausholen bringt nie etwas. weniger tote deutsche, mehr tote afghanen vielleicht.
nun allein darüber zu diskutieren wäre sache der npd. "
Die Bundeswehr geht nicht nur die NPD etwas an. Der Krieg in Afghanistan ist kein deutscher Krieg, wir haben dort absolut nichts zu suchen.
Wenn ich die Situation im Irak richtig verstanden habe, wurden die Aufständischen durch massive Zahlungen des US-Militärs ruhig gestellt. Einige Zeitungen schreiben, Herr Obama hat erkannt, er könne den "Krieg" gegen die Taliban nicht gewinnen. Vielleicht hat er daher jetzt eine ähnliche Strategie des Scheckbuchs für die Taliban entwickelt.
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