Die Hinweise auf zahlreiche zivile Opfer bei einem Bombardement der Internationalen Schutztruppe Isaf in der südafghanischen Provinz Kandahar haben sich verdichtet.

Ein Mitglied des Provinzrates sagte, 85 Zivilisten seien bei dem Isaf-Luftangriff in der Nacht zu Mittwoch ums Leben gekommen. Der Parlamentsabgeordnete aus Kandahar Khalid Pashtoon sprach von mindestens 30 getöteten Zivilisten, unter ihnen seien auch Kinder.

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Die Nato-geführte Isaf teilte mit, sie habe glaubhafte Berichte über zivile Opfer erhalten. Bestätigt werden könnten vier verletzte Zivilisten, die in einem Isaf-Krankenhaus auf der Militärbasis Kandahar behandelt würden.

UN "sehr besorgt"

Die Isaf habe bei den Kämpfen rund 48 radikal-islamische Rebellen getötet. Man bedauere zutiefst, wenn dabei Zivilisten zu Schaden gekommen seien. Die Regierung in Kabul entsandte eine Delegation nach Südafghanistan, um den Vorfall zu untersuchen.

Die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) teilte mit, man sei "sehr besorgt" über Berichte, wonach möglicherweise eine große Zahl Zivilisten getötet wurden. Zivile Opfer seien unter keinen Umständen akzeptabel. Unama forderte eine gründliche Untersuchung und Aufklärung des Vorfalls.

Die afghanische Nachrichtenagentur Pajhwok hatte am Mittwoch unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, 90 Zivilisten seien ums Leben gekommen. In der vergangenen Woche waren bei ISAF-Angriffen 20 Zivilisten getötet worden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte die ausländischen Truppen in Afghanistan daraufhin zum wiederholten Male zu mehr Vorsicht aufgerufen.

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(dpa)