Bei einem Bombardement der amerikanischen Luftwaffe sind in der ostafghanischen Provinz Ghasni neun Kinder getötet worden. Das zehnte Opfer, ein Taliban-Kommandeur, war das eigentliche Ziel der Attacke.

Der amerikanische Botschafter in Kabul, Zalmai Khalilzad drückte angesichts der von den US-Truppen getöteten Kinder sein Bedauern aus. "Das ist ein tragischer Verlust von unschuldigem Leben", sagte Khalilzad.

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Nach dem Angriff hätten US-Soldaten den Tod des Taliban-Kommandeurs Mullah Wazir bestätigt und die Leichen von neun Kindern am Ort des Bombardements entdeckt. Die Untersuchungen dauerten an.

Vor drei Wochen waren bei einem US-Angriff in der südostafghanischen Provinz Paktika sechs Zivilisten getötet worden. Auch unter diesen Opfern waren Kinder.

Beginn der Loja Dschirga verschoben

Mutmaßliche Taliban-Kämpfer zündeten am Samstag in einer belebten Geschäftsstraße der südafghanischen Stadt Kandahar eine Bombe. 18 Zivilisten wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai bezeichnete den Anschlag in Kandahar als einen Versuch von Terroristen, die verfassungsgebende Große Ratsversammlung zu behindern. Der ursprünglich für Mittwoch geplante Beginn der Loja Dschirga wurde unterdessen verschoben.

Indische Ingenieure entführt

Die Verfassungskommission teilte mit, die 500 Delegierten aus dem ganzen Land würden nicht rechtzeitig in der Hauptstadt Kabul eintreffen. Sie sollen nach 25 Jahren Krieg und Bürgerkrieg eine neue Verfassung für Afghanistan verabschieden.

Eine Woche nach der Freilassung einer türkischen Geisel entführten Taliban-Kämpfer in der südostafghanischen Provinz Zabul am Samstag zwei indische Ingenieure. Ein Taliban-Sprecher bestätigte die Entführung am Sonntag in einem Gespräch mit der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP. Zu eventuellen Forderungen machte er keine Angaben.

Radikale Islamisten auf dem Vormarsch

Seit August haben Angriffe radikal-islamischer Rebellen wie der Taliban besonders im Süden und Osten Afghanistans zugenommen. Seitdem starben bei gewaltsamen Zwischenfällen fast 400 Menschen, darunter Rebellen, afghanische Sicherheitskräfte, ausländische Soldaten, Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Zivilisten.

In Kandahar, einst eine Hochburg der Ende 2001 gestürzten Taliban, hatte ein mutmaßlicher Taliban-Kämpfer erst am Mittwoch zwei US-Soldaten bei einem Handgranatenangriff verletzt. Am Donnerstag hatte die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" aus Sicherheitsgründen ihren Rückzug aus Kandahar angekündigt. Vor drei Wochen hatten Taliban-Kämpfer in der ostafghanischen Stadt Ghasni am Tage eine französische UN-Mitarbeiterin erschossen.

(sueddeutsche.de/dpa/AFP)

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