Die Nato ist uneins, ob die von ihr geführte Afghanistan-Schutztruppe Isaf gegen den Anbau von Schlafmohn vorgehen soll. Derweil töteten US-geführte Truppen 43 Aufständische.

Die Nato ringt um die Bekämpfung des Mohnanbaus - allerdings findet die Diskussion fern des Hindukuschs statt.

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Im Isaf-Einsatz: deutsche Soldaten in Afghanistan (© Foto: Reuters)

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Bei einem Treffen der 26 Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag und Freitag in Budapest will der Nato-Oberkommandeur, US-General Bantz Craddock, eine Ausweitung des Mandats der knapp 48.000 Soldaten zählenden Isaf fordern.

Craddock argumentierte, die Isaf habe mittlerweile so viele Informationen über den Anbau von Mohn, der zur Opiumherstellung benutzt wird, sowie über die damit verbundenen Verarbeitungsanlagen, dass Untätigkeit nicht möglich sei.

Die Drogenproduktion - Afghanistan liefert derzeit nach Expertenschätzungen rund 90 Prozent des weltweit gehandelten Opiums - diene wesentlich dazu, die Aktionen der radikal-islamischen Taliban zu finanzieren. Der Vorstoß Craddocks wird von den USA, Großbritannien, Kanada und den Niederlanden unterstützt.

Dutzende Tote bei Gefechten

Deutschland, Italien und Spanien vertreten jedoch die Ansicht, die Drogenbekämpfung sei Sache der afghanischen Polizei und Armee. Eine Übernahme durch die Isaf widerspreche dem Ziel, immer mehr Aufgaben an die Afghanen zu übertragen. Deutschland stellt derzeit rund 3300 Soldaten der Isaf.

Derweil gibt es neue Gewalt in Afghanistan. US-geführte Streitkräfte töteten bei Kämpfen im Süden des Landes nach eigenen Angaben 43 Aufständische. Eine gemeinsame Patrouille der afghanischen und der US-Streitkräfte wurde am Sonntag im Bezirk Qalat der Provinz Zabul in einem Hinterhalt von Aufständischen angegriffen, wie die Koalitionstruppen mitteilten.

Die Streitkräfte verteidigten sich und forderten umgehend Unterstützung aus der Luft an, wie es weiter hieß. Zu Opfern auf Seiten der Koalitionstruppen wurden keine Angaben gemacht.

Der Süden Afghanistans ist das Zentrum der Kämpfe der Taliban und anderer Rebellen gegen die internationalen Truppen. Bei Gefechten kamen in diesem Jahr schon mehr als 4700 Menschen ums Leben, zumeist Aufständische. Auch mehr als 210 Soldaten der internationalen Truppen wurden getötet.

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(AFP/dpa/AP/odg/gdo)